4 Wochen Challenge (13. April – 10. Mai 2015)

Die Idee war es, meinen Elan zu nutzen, um meinen Freundinnen zu helfen, die eine, ebenfalls operiert, sehr unglücklich darüber, dass sie in den letzten Jahren wieder 10 kg zugenommen hat, und die andere, nicht operiert, aber ebenfalls gerade höchst unglücklich auf dem Höchststand ihres Gewichtes.

Doch auch für mich war es der perfekte Zeitpunkt um den eingefahrenen Schlendrian, der mir an allen Ecken und Enden Probleme bereitet hat, wieder in den Griff zu bekommen und eine „4 Wochen-Challenge“ anzustrengen.

Ich liebe Challenges; auch wenn ich diese bisher nur bei Büchern, bzw. beim Lesen angewandt habe. Warum also nicht die letzte Phase meines Abnehmens, meinem „Projekt 80“, mit einer Challenge als Zündstoff anstoßen? Ganz besonders nach der OP Anfang März 2015, die mich abnehm-, bewegungs- und leistungstechnisch, doch ganz schön durchgeschleudert hat.

Also, wie sollte unsere Challenge nun laufen?

Gemeinsam haben wir uns für folgende Punkte entschieden, die wir in einem 4 Wochen-Zeitraum, täglich erfüllen wollten, um uns Punkte zu verdienen. Diese Punkte sollten am Ende, um die Challenge zu bestehen, min. 200 zählen, bei maximal erreichbaren 280.

Wir haben diese bewusst großzügig (niedrig) angesetzt, um den Druck so gering wie möglich zu halten. Für mich persönlich, und ganz privat, würde ich ja gerne min. 250 Punkte schaffen, da ich im Großen und Ganzen dieses „Programm“ ja schon lange genug durchziehe und über entsprechend Erfahrung verfüge. Aber so wie es im Moment aussieht, hätte ich mich dafür wirklich mehr ins Zeug schmeißen müssen.

Punkt 1: Trinke jeden Tag mindestens 1,5 l (wobei wir hier bewusst, Kaffee und schwarzen Tee ausgeschlossen haben).

Punkt 2: Bewege dich jeden Tag – moderat – für 30 min. (wobei es hier nicht darum geht Höchstleistungen zu vollbringen, ein 30 min. Spazierengehen ist genauso perfekt, wie dieselbe Zeit auf dem Ergometer oder dem Fahrrad.)

Punkt 3: Trink jeden Tag deinen Proteinshake, bzw. nimm mindestens 30 g Protein zu dir (ein wichtiger Punkt vor allem für uns Operierte.)

Punkt 4: Keine Zwischendrin-Esserei. Achten auf einen Abstand der Mahlzeiten von min. 3 Stunden, für die Operierten und für die Nicht-Operierte, 5 Stunden.

Punkte 5: Nicht mehr als 100 g Kohlenhydrate pro Tag.

Auf den ersten Blick mag sich das alles ziemlich lässig anhören und eigentlich gar nicht wie eine Herausforderung, doch fällt es mir tatsächlich in der letzten Zeit schwer ausreichend Protein (also die Empfehlung der Adipositas-Klinik von 60 – 80 g täglich) zu mir zu nehmen, ich trinke zu wenig, esse oft zwischenrein und bin doch manchmal sehr locker im Umgang mit meinen Kohlenhydraten.

Ich lasse zwar nach wie vor große Kohlenhydratmengen außen vor, doch ich greife schon mal zu oft in die selbstgebackenen Kohlenhydrate-Keks-Dose, die immer für meinen Kohlenhydratliebeden Sohn bereit steht. Und das, obwohl ich auch für stets mich genug selbsthergestellte Naschereien vorrätig halte.

Es ist wirklich eine dämliche Angewohnheit „eben mal zu probieren“, wenn das Kohlenhydrat-Cookies-Glas gerade mal wieder frisch gefüllt wurde und so gut duftet und etwa den leckeren erstklassischen LC-Brownie links liegen zulassen.

So „läppern“ sich die Kohlenhydrate, die ich täglich so zu mir nehme, doch ganz schön zusammen. Dass merke ich nun ganz besonders, seit ich diese wieder notiere. Hatte ich in der 1. Challenge Woche noch locker 80 – 100 g Kohlenhydrate zusammenbekommen, so konnte ich in den folgenden Wochen schon auf eine durchschnittliche Summe von ca. 60 g kommen (meist weniger), was nicht nur mich, sondern auch meine Waage sehr freut/e; auch wenn mein Körper, dass am Ende wieder ganz nach seinen „Vorstellungen“ relativiert hat.

Überraschend schwer fällt es mir, einen zeitlichen Abstand zwischen den Mahlzeiten einzuhalten. Allerdings habe ich das, in diesen letzten 2 Wochen unserer Challenge, doch auch recht gut in den Griff bekommen; auch wenn hier Verbesserungspotential nach wie vor vorhanden ist.

Echte Probleme dagegen habe ich damit in meinem Tag einen Proteinshake unterzubringen. Man sollte es nicht meinen, denn für so einen Shake sollte doch immer Zeit sein? Doch viel zu oft ziert gerade dieser Punkt eine Null.

Mein Gewicht machte nach den ersten beiden Wochen ordentliche Sprünge nach unten, regulierte sich dann jedoch wieder und blieb bei dem, für mich zurzeit aktuellen Stand, von ca. 1 kg Abnahme pro Woche. Was das betrifft konnte ich also nichts wirklich gewinnen.

Auch mein Punkteziel von 250 konnte ich nicht erreichen; wobei ich meine 224 erreichten Punkte, trotzdem als erfolgreich ansehe.

Für meine Mitstreiterinnen war es eine ungleich schwerere Herausforderung und ich bin furchtbar stolz darauf, wie gut sie diese bewältigt haben. Die Nicht-operierte möchte unbedingt weiter machen, ihr bekommt Low Carb ausgesprochen gut. Für sie war es durchaus eine Herausforderung, die sie jedoch richtig klasse gemeistert hat. Vor allem aber hat sie großen Spaß daran, sich ans Ausprobieren von neuen LC-Rezepten und neuen LC-Lebensmitteln zu machen. Sie hat innerhalb der Challenge 5 kg abgenommen.

Die Operierte hatte die größten Probleme. Der Kohlenhydrat-Entzug hat ihr schwer zu schaffen gemacht und der Verzicht ihre Gelüste auf gerade eben dies enorm gesteigert. So hat sie in den 4 Wochen ein auf und ab ihres Gewichtes erfahren und unterm Strich 500 g als Abnahme stehen. Ich finde es toll, dass sie trotzdem weiter machen will und eine längere und sanftere Umstellungsphase anstrebt.

Mein persönliches Fazit: Spaß gemacht hat es auf jeden Fall, schon allein wegen des Gruppeneffektes, der sich auch positiv auf meine Lust in der Küche mal wieder etwas Neues auszuprobieren ausgewirkt hat, aber eine wirklich Herausforderung war es dann doch nicht für mich; dazu hätte ich mir wohl enger Grenzen setzten müssen.

4,5 kg weniger in 4 Wochen sind eigentlich „normal“ für mich, in meiner momentanen Situation. Von dieser Seite aus kann ich also für mich keine Gewinne bestätigen. Um mein Trinkverhalten, meine Proteinaufnahme, die Kohlenhydrat-Menge und den Abstand zwischen den Mahlzeiten zu kontrollieren, war diese Erfahrung jedoch so hilfreich, sodass ich, wenn auch in abgespeckter Version, weiterhin darüber Buch führen werde.

Nur im Punkt Bewegung brauche ich (zurzeit) keine Erinnerungshilfe, da ich mich im Moment einfach gerne bewege, wenn auch, aus zeitlichen und nach wie vor Post-OP eingeschränkten Gründen, nicht so viel, wie ich gerne würde.