Body Revolution

Ich bin genervt, von mir und meinem Körper, der einfach macht was er will. Es ist, als würde er nun wieder die Kontrolle an sich reißen, die ich ihm mit meinem kleinen Ketose-Ausflug abgetrotzt habe. Und wahrscheinlich hat er schlicht und einfach auch Recht damit, sich so zu verhalten; zumal ich ja nicht eben freundlich mit ihm umgegangen bin.

So spannend dieser Ketose-Ausflug für mich auch war und so wohl ich mich damit gefühlt habe, so hat mein Körper doch – wahrscheinlich in meiner Euphorie – trotz sorgfältiger Planung, an einer erheblichen Anzahl an Tagen, tatsächlich nur sehr wenige Kalorien bekommen. Etwas was er mir bisher immer krumm genommen hat. Die Folge war, dass ich gegen Ende meines Ausfluges 2 kg wieder zugenommen hatte – und als Strafe obendrein seit Tagen (zwar immer noch sehr Low Carb, aber dafür) unkontrolliert am Futtern bin.

Anstelle zu optimieren (also Kalorien hoch zu fahren) und weiter zu machen, was ich zu dem Zeitpunkt vom Kopf her eigentlich vorhatte, bin ich wegen 2 lächerlichen Kilos verschreckt zurückgewichen. mit dem Erfolg, dass die Waage weiter bedrohlich in Richtung, ihrer alten Lieblingszahl, knapp über der 100 kg (wo sie hoffentlich wieder zur Ruhe kommt!) schreitet.

Verrückterweise bin ich dabei noch immer in Ketose (wenn man den oft zitieren Werten dafür glauben schenken kann). Und dass obwohl aktuell nichts mehr an meiner Nährwert-Ratio auch nur annähernd an die Empfehlungen kommt, ich wieder meinen Tee mit Süßstoff süße, Proteinshakes trinke und ziemlich leckeren Käsekuchen im Kühlschrank habe. Ja, ich esse immer noch sehr Low Carb (unter 50 g KHs, wie es eigentlich recht normal für mich ist), schaffe es aber im Moment trotzdem nicht, meine min 3 Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten einzuhalten.

Anmerkung: das in „Anke in Ketose“ erwähnte „langsam wieder auf unsere „normale“ Low Carb Ernährung zurückkehren“- hat zwar in Gewisserweise funktioniert, ist aber in anderer Hinsicht grandios gescheitert! Also denkt an meine Warnung!

Körperlichen Hunger kenne ich zwar seit meiner Adipositas-OP nicht mehr (ich warte immer noch darauf, dass er zurück kommt), aber mein emotionaler Hunger (denn ich muss davon ausgehen, dass es sich in erster Linien um einen solchen handelt) hat sich wieder einmal als ein mächtiger Gegner gezeigt.

Gestern Nacht lag ich noch eine Weile wach im Bett und habe das Problem hin und her gewälzt (und dabei überlegt, vielleicht doch schnell aufzustehen und am Kühlschrank vorbeizuschauen; was mir ewig schon nicht mehr passiert ist) – und beschlossen ab sofort und für einen unbegrenzten Zeitraum eine relativ konsequente ketogene, bzw. lchf-Ernährung weiter zu verfolgen.

Zwar gehen meine Überlegungen natürlich auch dahin ein Stück weiter meinem Ziel entgegen zu streben, doch habe ich mich auch in diesen 14 Tage so pudelwohl gefühlt, dass ich diesen Zustand gerne noch ein wenig erhalten würde.

Auf Zahlen haben ich jedoch keine Lust mehr, dieser Bedarf ist wohl für eine Weile gedeckt und zudem wohl noch kritischer zusehen, als ich bisher getan haben (ich arbeite mich gerade durch Jonathan Bailors „The Calorie Myth: How to Eat More, Exercise Less, Lose Weight, and Live Better“, eine Schade, dass sich dem noch kein deutscher Verlag angenommen hat).

The Calorie Myth: How to Eat More, Exercise Less, Lose Weight, and Live Better

Dabei auf ausreichend Fett-Anteil und Gesamt-Menge zu achten, wird dann jedoch eine Herausforderung sein. Aber gut, es muss auch so gehen. Außerdem habe ich mir geschworen, dass wenn ich nicht schaffe, außerhalb meines wöchentlichen Wiegetages, von der Waage wegzubleiben, dann fliegt das Ding – als Strafe für mich (und es wird Strafe und Lohn zugleich sein) – aus dem Haus.

So ganz habe ich mich von meinem Körper aber noch nicht klein kriegenlassen und habe zurückgeschossen oder sagen wir mal zurückgestochen:

Tattoo Anke Arm

Meine uHu-Warnung und Erinnerung daran, welche Stichwörter für mich von Bedeutung sind und was ich nicht aus den Augen verlieren darf.