[Brainwave] Diät-Geheimnisse Teil 3

Nachdem wir geklärt haben, wie ich das Diät-Geheimnis für mich lüften konnte siehe [Brainwave] Diät-Geheimnisse Teil 1 und wie ich geplant habe, diesem auf den Grund zu gehen, siehe [Brainwave] Diät-Geheimnisse Teil 2, bin ich in diesem 3. Teil nun auf dem Boden der Tatsachen gelandet: Willkommen in der Realität!

Welche Erkenntnisse hat mir das „Fettlogik Experiment“ gebracht, bzw. was habe ich in den letzten 8 Wochen gelernt?

1. Ich habe in 8 Wochen 6 Kg verloren (und bisher nicht wieder zugenommen, ganz im Gegenteil es sind noch 2 weniger geworden); wobei ich natürlich nicht sagen kann was davon reine Fettmasse ist.

2. Ich kann meine Kalorienzufuhr bewusst hoch und runter regeln.

3. Ich kann emotionalen oder sonstigen „Hunger“ bis die nächste Mahlzeit auf dem Tisch steht aushalten, einfach in dem ich keine Gründe mehr zulasse, die mir anders erzählen wollen. Immer vorausgesetzt ich habe das Ziel fest im Blick.

4. Ein hohes Kaloriendefizit (über 1000 Kalorien), über einen längeren Zeitraum (über 3 Wochen), bei Weiterführung der gewohnten Aktivitäten, in der gewohnten Intensität (normaler Trainigsplan, Haushalt, zu Fuß einkaufen, Freizeit Walken, Fahrradtouren usw.), sind ein absolutes „no go“.

5. Meine Wohlfühl-Makronährstoff-Verteilung, geht man nach der Erfahrung dieser Experimentwochen, liegt auch in der Diät bei: 60 % Fett, 10 % KHs, 30 % Protein.

6. Zu wenig Fett (unter 70 g), bei wenigen Kohlenhydraten (unter 50 g) und einer erhöhten Protein (über 150 g), sind ein absolutes „no go“ für mich.

7. Ich muss min. 2 l Wasser am Tag trinken.

8. Wann immer ich verkrampf, zu sehr fixiert und es zu sehr gewollt habe, kam es mir vor als würde mir mein Körper den Stinkefinger zeigen und einfach das Gegenteil von dem machen was ich wollte (siehe auch Paretoprinzip oder 80-20-Regel) – für die Zukunft ist hier ist eindeutig Entkrampfung, satt Verkrampfung angesagt.

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1. Ich habe in 8 Woche 6 Kg verloren; wobei ich natürlich nicht sagen kann was davon reine Fettmasse ist.

Ja, ich gebe es zu, wider besseren Wissens (weil ein so hohes Kaloriendefizit habe ich nun auch wieder nicht gefahren), habe ich gehofft, dass es mehr werden wird. Ich hatte ein bisschen zu sehr darauf gesetzt, dass ich mich vielleicht in meinen Kalorien viel zu niedrig geschätzt habe und damit ein noch höheres Defizit habe erzielen zu können, als das errechnete. Zudem dachte ich ja auch dass der Sport hier vielleicht sein übriges tut, doch wie sich raus stellte ging die Rechnung nicht ganz so auf (siehe dazu Punkt 4).

Wie auch immer, in diesem Punkt wurde ich eindeutig eines besseren belehrt. Andererseits war es natürlich auch sehr befriedigend, das meine Berechnungen und Einschätzungen grundsätzlich richtig waren.

Nicht gerechnet habe ich mit dem frustrierenden Gewichts hoch und runter. Ich weiß zwar nun, dass die Richtung stimmt, nämlich nach unten, ich verstehe heute auch die Hintergründe und weiß, dass ich nun das Wissen haben gegenzusteuern, trotzdem kann ich noch immer nicht gut damit umgehen. Ich vermute mal, dass mir einfach immer noch diese alte Angst im Nacken sitzt, lediglich hilflos und ohnmächtig dabei zusehen zu können, wie das Gewicht Kg um Kg steigt.

Auch für die Zukunft muss ich mir immer wieder vor Augen halten: eine Abnahme verläuft nicht in einer geraden Abwärtsbewegung, sondern gleicht viel mehr einer Berg- und Talfahrt, die einem letztlich dann doch Stück für Stück den Berg runter bringt.

2. Ich kann meine Kalorienzufuhr bewusst hoch und runter regeln.

Diese Erfahrung war eine der spannendsten und faszinierendsten dieses Experiments und hat sich sehr befreiend auf mein Denken bzgl. Diät-Phasen, bzw. Abnehm-Phasen, ausgewirkt. Ich weiß nun, dass ich abnehmen kann, wenn ich wirklich will. Und das ist eine Erfahrung, die eine große Selbstsicherheit, bzgl. bewusste Regulation meines Gewichtes, verliehen hat.

Aber das mit der bewussten Kalorienzufuhr hatte auch so manche Tücke. So war es nicht einfach kaloriendefinierte Ernährungspläne zu erstellen. Für mich allein wäre ich wahrscheinlich schnell dazu übergegangen, eine erprobte und einfach Dauerkost, zb. ganz klassisches Huhn, Brokkoli, Reis zu den Hauptmahlzeiten zu servieren. Aber, auch wenn meine Familie mir immer wieder anderes bestätigt, habe ich trotzdem den Anspruch, für sie abwechslungsreich zu kochen, irgendwie muss ich ja auch meinen Daseinszweck als Hausfrau revidieren. Und ob ich wirklich für 8 Wochen mit dem „Klassiker“ zurecht gekommen wäre, bliebe ja auch noch abzuwarten.

Aber nicht nur die reine Kalorienzahl, auch die Sache mit der gewünschten Makronährstoffverteilung hat mich mehr als einmal in den Rechenwahnsinn getrieben. Schließlich habe ich diesen Punkt völlig aufgegeben und einfach gegessen was gerade so anstand und in der Verteilung, wie sie anfiel. Und tatsächlich wurde von diesem Moment vieles einfacher.

Was für mich überraschend schwierig war, war die jeweilige Umgewöhnung an eine neu definierte Kalorienzufuhr. Egal ob ich nach oben (und das war eigentlich am überraschendsten) oder nach unter reguliert habe (was ja kein Wunder ist), die ersten Tage, bis ich mich an die neue Menge gewöhnt hatte, hätte ich alles, aber auch alles zusammenfressen können, ob nun aus Lust, Hunger oder Appetit. Zum Glück war der Spuck stets nach 2-3 Tagen vorbei und ich kam ganz wunderbar mit den berechneten Kalorien zurecht.

3. Ich kann emotionalen oder sonstigen „Hunger“ bis die nächste Mahlzeit auf dem Tisch steht aushalten, einfach in dem ich keine Gründe mehr zulasse, die mir anders erzählen wollen.

In diesem Zusammenhang sind jedoch wichtige Punkte zu nennen, die Mahlzeiten müssen für mich regelmäßig und nach der Uhr kommen, ich muss wissen auf was ich mich freuen darf und ich benötige ich einen geregelten Tagesverlauf. Auch die Fokussierung auf mein Ziel und eine stete Erinnerung daran warum ich das mache hilft dabei ungemein.

Damals konnte ich es noch nicht umsetzten, aber schon in der Reha während meiner Depression habe ich gelernt, dass ein geregelter Tagesablauf, dass A und O zur Bewältigung von Depressionen ist. Und nun habe ich endlich richtig erkannt, wie wichtig er auch bei, bzw. gegen emotionalen Hunger oder Hunger aus Langeweile ist..

Aber es ist auch keine Frage, dass ich die 2 l Wasser zu trinken nur deswegen so relativ locker geschafft habe, weil ich ausschließlich jedes Mal mein Bedürfnis nach Essen mit einem Glas Wasser begegnet bin und dass ich die Adipositas-Patienten Anweisung vorgeschoben habe, Trinken und Essen mit einem zeitlichen Abstand von einer halben Stunde zu trennen.

Diese Tricks waren absolut notwendig um mich auf Spur zu halten. Doch auch das endlich richtig eingerastete Wissen, dass ich 2 Stunden nach der letzten Mahlzeit nicht schon wieder Hunger haben kann (und in diesem Zusammenhang auch keine Ausreden mehr gelten lasse, schon gar nicht dann, wenn die nächste Mahlzeit schon wieder in 2 Stunden auf mich wartet).

4. Ein hohes Kaloriendefizit (über 1000 Kalorien), über einen längeren Zeitraum (über 3 Wochen), bei Weiterführung der gewohnten Aktivitäten, in der gewohnten Intensität (normaler Trainingsplan, Haushalt, zu Fuß einkaufen, Freizeit Walken, Fahrradtouren usw.), sind ein absolutes „no go“.

In meinem Beitrag zu „[Fettlogik-Experiment] WoLog 4/6“ bin ich ja schon näher darauf eingegangen was passiert war. Aber ja, ich habe es echt wissen wollen, wie das ist, wenn man sich mal so richtig schrottet. Von Vernunft konnte hier natürlich keine Rede sein. Aber okay, ich habe es machen wollen und dafür bezahlt. Ich kann nur hoffen, dass es mich das nächste Mal davon abhält, bzw. ich klüger vorgehen werde.

5.Meine Wohlfühl-Makronährstoff-Verteilung, geht man nach der Erfahrung dieser Experimentwochen, liegt auch in der Diät bei: 60 % Fett, 10 % KHs, 30 % Protein.

Wie bereits erwähnt, fand ich es unheimlich schwierig unter den Bedingungen (Hausfrau, der die Versorgung einer Familie obliegt und die nicht übermäßig viele Varianten einer Mahlzeit zubereiten will) für eine perfekte Makronährstoffverteilung zu sorgen. Ich habe es nach wenigen Versuchen aufgegeben, denn mich hat allein die Regelung der bewussten Kalorienzufuhr bereits ausreichend gefordert.

Im rückblickenden Vergleich, hat sich, die oben genannte Verteilung sozusagen auf natürlichem Wege, also ohne exakte Berechnung, herauskristallisiert. Was mich auch direkt zum nächsten Punkt bringt:

6. Zu wenig Fett (unter 70 g), bei wenigen Kohlenhydraten (unter 50 g) und einer erhöhten Protein (über 150 g), sind ein absolutes „no go“.

Bezogen auf die Phase einer Kalorienreduktion, versteht meine Verdauung keinen Spaß, wenn ich unter 70 g Fett lande und gleichzeitig versuche mehr Protein zu essen. Eigentlich habe ich es ja schon vorher gewusst und bereits in „[Brainwave] Diät-Geheimnisse Teil 2“ so schön schlau geschrieben, dass ich nicht an meinem Fettanteil drehen soll. Aber okay, auch in diesem Punkt gilt, wer nicht hören will muss fühlen.

Notiz an mich: in einer Diät-Phase auf genug Trinken, ausreichend Ballaststoffe und genug Fett achten!

7. Ich muss min. 2 l Wasser am Tag trinken.

Dito!

8. Wann immer ich verkrampf, zu sehr fixiert und es zu sehr gewollt habe, kam es mir vor als würde mir mein Körper den Stinkefinger zeigen und einfach das Gegenteil von dem machen was ich wollte.

Es ist immer noch eine Überraschung, dass weder mein Wille, noch meiner Körper (zumindest in dem ihm eigenen biologischen Maße) mir einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, aber mein Kopf durchaus dazu im Stande war/ist.

Ich bin weder zu undiszipliniert, noch zu dumm um abzunehmen, ich denke, es sind vor allem die tief sitzende alten Fettlogiken, die mir das Leben in den letzten Wochen so schwer gemacht haben. Mit all diesem Mist im Kopf ist es so unglaublich schwer Geduld und Contenance zu bewahren.

Ich arbeite schwer daran und konnte mich mit Hilfe meines neuerlangten Wissen, nochmal einen Dank dafür an die Autorin Dr. Nadja Hermann und ihr „Fettlogik überwinden“, immer wieder berappeln. Doch das hat mich viel Kraft gekostet. Kraft, die ich hätte eigentlich an anderer Stelle besser investieren können.

Aber okay, ich mag noch am Beginn meiner Entwicklung stehen, aber der Anfang ist gemacht. Die ersten Fettlogiken sind gefallen und eine ansehnliche Anzahl an Mythen rund um Abnehmen ins Wanken gebracht.

Werde ich weitermachen? Oh ja, definitiv! Ich weiß nun, was mir möglich ist und dass der Einsatz es mir wert ist. Bin ich dabei nicht vielleicht ein wenig zu überschwänglich? Nun vielleicht. Denn, um an dieser Stelle einmal den TV-Prediger Robert Schuller heranzuziehen: „Erfolg ist niemals sicher, Scheitern ist niemals endgültig“.

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Also: Aufstehen, Krone richten und weitermachen!