[Brainwave] „Welche Diät könnt ihr empfehlen?“

Diese Frage kam vor einer Weile in meiner Selbsthilfegruppe auf. Die Anwesenden, inkl. meiner Wenigkeit, haben eine mögliche Antwort darauf abgeschmettert, in dem wir geschlossen mit „Die beste Diät wäre gewesen, wenn wir niemals damit angefangen hätten“ geantwortet haben und den Fragesteller damit förmlich in den Boden getrampelt haben.

Da ich im Moment so vieles in Frage stelle, über alte Denkansätze nachdenke und neue ausprobiere und entwickle, ist mir diese Situation (und unsere und meine fast schon harsche und ablehnende Reaktion) wieder in den Sinn gekommen.

Amüsanterweise war meine erste Blitz-Reaktion damals „Low Carb“ und „Kalorienzählen“ vorzuschlagen, doch bevor ich mich habe sammeln können, kam die Anti-Diät Aussage auf den Plan. Im ersten Moment wäre ich nicht auf eine solche Antwort gekommen, doch beim kurzen Darübernachdenken, musste ich dem, auf Grund alter (damals für mich aktueller) Überzeugungen und alter (damals für mich aktueller) Fettlogiken einfach zustimmt.

Doch wie so vieles andere auch, hat das wohl doch irgendwie weiterhin in mir geschmort und ist nun wieder aufgetaucht. Ich musste eine Weile darüber nachdenken, denn spontan hätte ich immer noch „Low Carb“ und „Kalorienzählen“ angeführt, aber dann ist die Antwort, die ich heute darauf geben würde, eine andere geworden:

Welchen Ansatz wir dafür wählen, ist völlig belanglos für die Sache an sich. Es ist jedoch von höchster Wichtigkeit, dass er zu uns passt, dass er uns gut tut (wofür es durchaus ein paar grundlegende Empfehlungen gibt, die wir beachten sollten) und das wir ihn solange durchhalten können, wie wir im Kaloriendefizit bleiben, bzw. abnehmen wollen.

Aber das ist noch nicht der Punkt, denn das Beste wäre gewesen, wenn wir es von Anfang an gleich richtig gemacht hätten. Und zwar frei von den ganzen Mythen, Märchen und Halbwahrheiten, den von Kindheit an aufgesogenen sinnfreien und unzweckmäßigen Pseudo-Regeln und den, auf Grund von nicht korrekt wiedergegebenen Tatsachen, fälschlicherweise geweckten Hoffnungen.

Wenn wir (dicken Kinder, aber nicht nur) dazu erzogen worden wären, nicht alles einfach zu schlucken, sondern kritisch zu sein und Zusammenhänge zu Hinterfragen. Wenn man es uns so erklärt hätte, dass wir es auch wirklich hätten verstehen können. Anstelle dessen sind wir mit Anweisungen und verallgemeinerten Plänen abgespeist worden, die wir verdammt nochmal einfach brav befolgen sollten: Teller leer essen, damit die Sonne morgen wieder scheint – basta und keine Widerrede!

Vielleicht hätten wir so die Chance gehabt, wirklich zu verstehen, warum wir Bewegung brauchen, warum wir nicht alles essen können, was uns angeboten wird, warum wir zunehmen und warum wir dick sind. Vielleicht hätten wir dann gelernt, nicht jede noch so verquere und mutwillig missdeutete Aussage dazu zu nutzen, um zu erklären, warum wir dick sind.

Und vielleicht hätten wir dann keine Wissenschaft aus etwas gemacht, was eigentlich ganz simpel ist, nur damit wir uns nicht mit unbequemen Tatsachen abfinden müssen.