Eiermilch und Butterkaffee

Nicht nur die Mode, sondern auch Vorlieben kommen und gehen: war ich in jungen Jahren ein passionierter Kaffeetrinker (schwarz, ohne Zucker und Milch), habe ich mittlerweile, nach vielen Jahren des ostfriesischen schwarzen Tees (herb malzig, süß und sahnig), neben diesem, auch wieder dem Kaffee (ohne Zucker, dafür mit viel Milch) zugewandt.

So haben wir es uns im letzten halben Jahr zu eigen gemacht, frühmorgens mit schwarzem Tee zu beginnen, den Tag über Kaffee zu trinken und den Abend dann mit einer Kanne schwarzem Tee abzuschließen; dazwischen gibt es natürlich jede Menge Wasser und die ein oder andere Kanne Ingwertee, nicht dass ihr denkt, wir trinken nur Tee und Kaffee!

Da ich sowohl meinen Tee, als auch meinen Kaffee „weiß“ trinke, kommt da schon was an Laktose den Tag über zusammen, was eigentlich so gar nicht in meine tägliche Kohlenhydrat-Statistik passt. Deswegen bin ich vor einer Weile, als kleineres Übel sozusagen, auf Kaffeesahne umgestiegen. Im Tee schmeckt das eh besser und auch im Kaffee komme ich recht gut damit hin.

Sahne wäre natürlich meine erste Wahl gewesen, doch die hat sich letztendlich einfach zu katastrophal auf meine Energiebilanz ausgewirkt (vor allem an den Tagen, an denen ich 2 – 3 Tassen mehr hatte) und war einfach nicht auf Dauer tragbar.

Doch auch mit meinem Kaffeesahne-Konsum bin ich nicht wirklich glücklich, der hat sich nämlich die letzte Zeit unmerklich gesteigert und so ein Kaffeesahne-Kännchen wird immer schneller leer.

Kaffee ist eh nicht gut und ich könnte natürlich dazu ansetzten die Menge wieder zu reduzieren. Allerdings ist meine Bereitschaft dazu nahezu bei null und etwas erzwingen hat bei mir noch nie funktioniert, dazu kenne ich mein bockiges-Ich zu gut. Also lassen wir das lieber.

Vor etwa einem halben Jahr habe ich Butterkaffee, Bulletproof-Kaffee, für mich als Frühstück entdeckt. 30 – 40 g Butter (oder Kokosöl oder eine Mischung aus beidem) in einem Kaffeehumpen aufgeschäumt, ich nutze dafür einen Barmixer, aber auch ein Stabmixer funktioniert tadellos, sind als Frühstücksersatz ein wirklich hervorragender Start in den Tag. Hellwach, energiegeladen und für Stunden gesättigt, komme ich so sehr gut durch den Morgen. An Trainingstagen, also für das Frühstück vor dem Training, ersetzte ich 10 g Butter mit derselben Menge MTC-Öl und erhalte so einen richtigen Energie-Booster, der das Iron Pumping (fast) zum Kinderspiel macht und dem Stoffwechsel Stoff gibt.

Nun kann ich allerdings auch nicht den ganzen Tag Butterkaffee trinken! Ich hätte damit zwar keine Probleme, aber das wäre dann mal wirklich eine kritische Energiebilanz, lchf hin oder her. Vor allem weil ich es natürlich schön cremig mag und mich nicht mit 10 g Butter pro Kaffeehumpen zufrieden gebe. Nein, die Frühstücksalternative ist prima, aber für den Rest vom Tag muss eine andere Lösung her.

Und dann letztens, beim Stöbern durch meine Low Carb-Kochbücher, ist es mir die Lösung wieder ins Auge gestochen: Eiermilch! Im Hinterkopf hatte ich mir schon vor einer Weile diese Milch-Alternativ notiert, dann aber wieder vergessen. Gestern Abend habe ich dann spontan beschlossen einen Versuch zu starten.

Nach einem Rezeptvorschlag aus Jasmin Mengeles Kochbuch „Low Carb für die Seele“ habe ich aus

2 Eigelb
50g geschmolzene Butter
10 g Fiber Sirup clear (von Sukrin) (laut Rezept: Xylit oder Erythrit)
½ geriebene Tonkabohne (laut Rezept: Vanille, hatte ich aber kein da)
200 ml kochendes Wasser

ca. 250 ml Eiermilch hergestellt. Dazu wurden die Eigelbe, die geschmolzene Butter, der Fiber Sirup und die geriebenen Tonkabohne mit einem Stabmixer gut verrühren. Mit dem kochenden Wasser aufgefüllt und erneut gründlich aufgeschäumt.

Das Ergebnis habe ich natürlich gleich ausgiebig getestet, sowohl im einem Kaffee, als auch im einem schwarzen Tee – ungewöhnlich, wenn man Kaffeesahne im Tee oder Kaffee oder reinen Butterkaffee gewöhnt ist, aber wirklich köstlich. Über Nacht im Kühlschrank setzten sich die Schichten ab, ließen sich jedoch völlig problemlos wieder verrühren. Im heißen Kaffee oder Tee flockte die Eiermilch dann etwas aus (war frisch zubereitet und noch warm logischerweise nicht passiert). Aber auch hier kurz umrühren bevor man trinkt und schon ist auch das kein Thema mehr.

Ich würde sagen, dass man das Süßungsmittel auch weggelassen kann. Doch wenn man die Eiermilch für Milchshakes nutzt will, zb. für eine Erdbeer“milch“, Kakao, eine heiße Schokolade oder als Gewürz“milch“, in der Geschmacksrichtung der Wahl passt die Süße natürlich sehr gut. Ich brauche es nicht unbedingt, wie ich festgestellt habe, aber auch als „Milch“ für den Kaffee oder Tee macht sich etwas Süße und/oder eine Prise Gewürze, Vanille, Kardamom, Zimt, Tonka, wirklich gut.

Eiermilch a

Ich hatte mich für alle Fälle und meine Versuchsküche bereits mit wiederverschließbaren 1 l Milchfalschen bevorratet. Sodass ich heute gleich eine größere Menge gemacht habe; für die Eiermilch ist eine Haltbarkeit im Kühlschrank von 3-5 Tagen angegeben.

LC Merengues

Da ich immer ein Problem habe Eiweiße unterzubringen, von den zwei übrigen Eiweißen vom Vorabend habe ich LC- Merengues gemacht, aber eine Lösung für immer ist das nun ja auch nicht, habe ich diesmal ein anderes Rezept, aus dem lchf-Forum, ausgewählt:

3 (ganze) Eier
50 g Mascarpone
100 g geschmolzene Butter
Zimt
700 ml kochendes Wasser

Die Mascarpone oder ersatzweise auch Kokosmilch ist optional, stattdessen könnte man auch einfach die Menge mehr Butter nutzen. Anstelle der Butter geht natürlich auch geschmolzenes Kokosöl oder Kakaobutter (besonders interessant für Kakao oder eine heiße Schokolade) oder eine Mischung aus dem ein oder anderen oder allem ist auch drin.

Ich gehe einmal davon aus, dass wenn ihr bis hierher gelesen habt und nicht bereits schüttelnd vor Ekel von diesem Artikel abgewandt habt, seid ihr nun vielleicht zwar neugierig, aber noch unentschlossen. Ganz ehrlich noch vor einer Weile wäre mir auch nicht eingefallen Eier oder Butter in meinen Kaffee oder Tee zu mischen. Doch ich kann euch nur raten euch zu trauen und einen Test zu wagen, es schmeckt vielleicht zu nächst ungewöhnlich, ist aber wirklich überraschend lecker!

Zum Abschluss noch ein Tipp: Fangt nicht damit an gleich 50 g Butter in euren Butterkaffee zu hauen, sondern gewöhnt euch langsam an diese Fettzufuhr und fangt mit max. 20 g an. Eure Gedärme werden es euch danken.