Generation Iron 1 + 2

Als ich im Mai 2014 den Dokumentarfilm „Generation Iron“ für mich entdeckt hatte, habe ich als Einleitung geschrieben, dass ich „bullige Kerle und breite Schultern“ – die so oft die Helden meiner geliebten Liebesromane sind – zwar grundsätzlich gerne anschaue, aber professionellen Bodybuilder-Körpern nicht viel abgewinnen kann.

Damals fing ich gerade an, mich zu Recherchezwecken auf Bodybuilding-Seiten herumzutreiben, hatte aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit Krafttraining angefangen, da mich erst mit 150 kg ins Studio und auf die Geräte trauen wollte. Krafttraining als Sport hatte ich jedoch bereits vor Jahren schon für mich entdeckt, bis ich zu schwer und zu unbeweglich für die Maschinen geworden bin, die ich damals noch fast ausschließlich genutzt habe, und zu faul wurde und mich wegen meines Gewichts zu sehr geschämt habe.

Damals hat mir gut gefallen, dass der Dokumentarfilm „Generation Iron“ mir mehr geboten hat, als „braune Muskelberge in komischen Posen“ -Vorurteile, wie ich mich ausgedrückt hatte. So hat mich auch damals mehr das Leben der Athleten, ihre Hintergründe, ihr Alltag und ihr Training interessiert, als der „Mr. Olympia 2012 Wettkampf“, dessen Vorbereitung das eigentlich Thema des Filmes war.

Ich hatte geschrieben, dass ich kein Kenner der Szene bin, sodass mir der Film vor allem auf Grund seiner Unterhaltsamkeit und Kurzweiligkeit und dem Maß an interessanten Einblicken, die er für mich bereit gehalten hat, beurteilen könnte. Dafür hatte ich ihm jedoch einen „Daumen nach oben“ und eine Weiterempfehlung für alle Interessierte verliehen.

Mittlerweile sind 3 Jahre vergangen. Ich trainiere nun selber schon eine Weile und habe die Zeit über viel interessantes Wissen über Krafttraining und Bodybuilding sammeln können. Wissen, dass mir nicht nur bei meinem Training geholfen hat, sondern mich auch in Sachen Diät und Ernährung weiter vorangebracht hat. Vor allem aber habe ich gelernt, die Leistung, die diese Athleten bringen zu verstehen, anzuerkennen und wertzuschätzen. Sprich ich sehe heute die „bullige Kerle und breiten Schultern“ und die „professionellen Bodybuilder-Körper“ in einem vollkommen anderen Licht.

Also ich nun die Fortsetzung des Dokumentarfilms „Generation Iron 2“ gesehen habe, war das also unter einer ganz andere Prämisse. Und es hat mich durchaus faszinierend, wie sich meine Wahrnehmung von männlichen und weiblichen Bobybuildern gewandelt hat. Zumal ich mich heute zu den Fans von Kai Greene zähle.

Was den Film betrifft, der erneut die Vorbereitungen von Bodybuilding-Athleten für einen Wettkampf begleitet, so hat mich dies Mal vor allem der Teil des Film interessiert, der sich auf die Entwicklung diesen Sports bezog. Dem ich natürlich auch mit einem ganz anderen, viel besseren Verständnis und Interesse folgen konnte.

Unterhaltsam und Kurzweilig zu sehen, fand ich auch diese Dokumentation. Und kann ihr schon allein deswegen erneut den Daumen nach oben geben. Auch meine Empfehlung zum Vorgänger von 2014 passt auf diese Fortsetzung: „Für den Zuschauer verschiebt sich so der Fokus weg von den „glänzenden Körpern auf der Wettkampfbühne“ hin zum Menschen dahinter. Und damit wird der Film auch spannend für Zuschauer, wie mich, die nur wenige Berührungspunkte mit dem Profisport Bodybuilding haben, sich aber für Menschenschicksale interessieren.“