Joghurt und Quarkcreme

Ich bin Mipro (Milchprodukte) verfallen; ich liebe Quark, Joghurt, Ricotta, Mascarpone, Sahne, Creme fraiche – in allen Fettstufen vom Magerquark bis zum griechischen Joghurt – Kaffeesahne und etwas Milch für meinen täglichen Kaffee und Schwarztee-Konsum und natürlich auch Butter und Käse. Letzteres ist, wenn auch nicht in allen Fällen, so doch in der Regel kein Thema für eine ketogene Ernährung (wenn auch zb. im lchf nach schwedischen Standards ala Skaldeman nicht unbedingt in großen Mengen erwünscht).

Da ich mich im Augenblick darauf vorbereite in neuen Jahr in eine längere Keto-Phase zu starten, muss ich in diesem Zuge auch ein Auge auf meinen Quark, Joghurt und Kaffeesahne -Verbrauch werfen. Der ist nämlich zurzeit recht hoch, was nicht nur meinen täglichen Kohlenhydratanteil in die Höhe schraubt, sondern auch meine Proteinmenge (die es für die Ketose ebenfalls einzuschränken, bzw. zu kontrollieren gilt).

Was Kaffee und Schwarztee betrifft wäre ich natürlich grundsätzlich nicht traurig darum, wenn ich meinen Konsum etwas einschränken könnte, aber in diesen Hinsicht habe ich für mich bereits ein paar „Mogel“-Lösungen finden können: zb. Butter, Eiermilch, ungesüßte Haselnuss- und Mandelmilch, sowie die ein oder andere Tasse mit etwas Sahne auch drin sein wird.

Ebenfalls kein größeres Problem werden Frischkäse, Ricotta, Mascarpone, Sahne oder Creme fraiche als (Bei-)Zutat in den Mahlzeiten sein. Auch die denke ich passen rechnerisch schon irgendwie in die angesetzten 5 g KHs pro Mahlzeit. Quark und Joghurt als Mahlzeit genossen sprengen den Rahmen jedoch gründlich.

Selbst 250 g 50 %tiger Schwälbchen Quark, ist mit 7,3 g KHs und 20,8 g Protein schon gut mit dabei. Hier noch die (für mich) minimale Menge von 50 g Heidelbeeren dazu, sind schon + 3,7 g KHs, also 11 g KHs. Völlig ausgeschlossen, dass ich so was als Mahlzeit in einem Tagesbedarf von 20 g Kohlenhydrate unterbringe. Man kann es ehrlich sagen, hier packt mich schon ein wenig die Panik.

Es mag sich am Ende herausstellen, dass ich überhaupt kein Probleme damit habe auf diese Art Mipros zu verzichten, aber im Moment bin ich vom Kopf her einfach nicht gewillt, mich darauf einzulassen.

Lange Rede kurzer Sinn, und weil ich das eh schon immer mal ausprobieren wollte, habe ich mich deswegen in die Joghurt-Produktion gestürzt.

Hach ja – aber so recht will das einfach nicht funktionieren. Nicht, dass ich nicht ein paar höchst köstliche Ergebnisse hätte erzielen können, doch bisher steht der Aufwand und der Einsatz in keinem Verhältnis zu dem Ergebnis; insbesondere nicht, wenn ich bei vielen anderen lesen und auf you tube sehen muss, wie (angeblich) UNGLAUBLICH einfach die ganze Sache ist – und weil dabei trotzdem am Ende so einiges an Kohlenhydraten zusammenkommen. Spaß es einmal auszuprobieren und in diesem Zuge vielleicht auch zu perfektionieren, macht es trotzdem.

Versuch 1

400 ml Aroy Kokosmilch, eigentlich 500 ml
150 ml Brottrunk
2 Eßl. Surkin flüssig
Vanille
100g Kokosmus

Alle Zutaten vermixen, abfüllen und 24 std. im Kühlschrank arbeiten lassen.

Fragt mich bitte nicht, wie ich auf die Idee kam dem Ganzen FESTES(!) Kokosmus zuzufügen. Vielleicht weil ich da noch ein halbvolles Glas im Vorratsschrank hatte, was dringend mal aufgebraucht werden müsste und mir noch 100 ml Kokosmilch gefehlt haben um das Rezept exakt zu erfüllen? Wie auch immer, die bröckelige flüssige Masse war auch nach 24 std. immer noch eine bröckelige flüssige Masse. Von Joghurt keine Spur. Aber weil es gar nicht so schlecht geschmeckt hat, angenehm säuerlich, habe ich selbige dann für Pfannkuchenteig u.ä. aufgebraucht.

Versuch 2

500 ml Aroy Kokosmilch, wobei ich hier einen Teil der Flüssigkeit weggetan habe und in der Hauptsache die im Tetrapak befindliche feste Masse, sprich das Kokosfett, genutzt habe.
75 ml Brottrunk
2 Eßl. Surkin flüssig
Vanille

Alle Zutaten vermixen, abfüllen und 24 std. auf dem Kühlschrank stellen, dort wo der Motor die Stellfläche sehr, sehr dezent erwärmt, arbeiten lassen.

Tatsächlich hat sich nach 24 std. oben so was wie eine Creme abgesetzt. Unten jedoch stand immer noch das „Kokoswasser“ (also von dem ich vermutet, dass es Kokoswasser war, weil’s so geschmeckt hat) im Glas. Nun habe ich den Fehler gemacht, die Creme oben mit den Kokoswasser wieder zu verrühren. Was blieb war erneut cremige Kokosmilch, lecker und OHNE Bröckchen, aber von Joghurt immer noch keine Spur. Aus hier habe ich die Masse zum Backen und Würzen von Süßspeisen verwendet; zum Glück gab es gerade Blumenkohl-Milchreis.

Versuch 3

500 ml Aroy Kokosmilch, wobei ich hier einen Teil der Flüssigkeit weggetan habe und in der Hauptsache die im Tetrapak befindliche feste Masse, sprich das Kokosfett, genutzt habe.
4 Kapseln McVital Darmplus Probiotika Komplex (die Empfehlung hierfür hatte ich im Netz gefunden)
2 Eßl. Surkin flüssig
Vanille

Alle Zutaten vermixen und abfüllen. Dann habe ich es mit einem Kompromiss versucht, 24 std. auf dem Kühlschrank und weitere 12 im Kühlschrank und den Einsatz eines Zewa „Wisch und Weg“ und eines Siebs!

Und oh Wunder, diesmal hatte sich nichts abgesetzt – habe ich vielleicht dieses Mal alles kräftiger und länger verrührt? – trotzdem war die Konsistenz alles andere als „Joghurt“. Schlauer geworden, habe ich die immer noch recht flüssige Gesamtmasse in ein, mit einem Zewa angelegten Sieb gekippt und das Ganze 12 weiter Stunden abtropfen lassen. Und he, da war sie meine Kokos-Quark-Creme; übrigens, sehr köstlich zum Quarkauflauf.

quarkauflauf-nachtisch

Wenn mir auch der „Joghurt“ weiterhin verwehrt blieb.

Versuch 4

500 ml Aroy Kokosmilch, wobei ich hier einen Teil der Flüssigkeit weggetan habe und in der Hauptsache die im Tetrapak befindliche feste Masse, sprich das Kokosfett, genutzt habe.
4 Kapseln McVital Darmplus Probiotika Komplex (die Empfehlung hierfür hatte ich im Netz gefunden)
100 ml Brottrunk
100g fertig gekauften Kokosjoghurt (Metro)
2 Eßl. Surkin flüssig
10 g Inulin (Prebiotika)
Vanille

Für meinen 4. Versuch habe ich dann alles aufgeboten, was ich bisher im Haus hatte, bzw. bis zu diesem Zeitpunkt besorgt. Alle Zutaten sehr gründlich vermixen und abfüllen. Wieder Kompromiss, 24 std. auf dem Kühlschrank und weitere 12 im Kühlschrank, sowie erneut den Einsatz eines Zewa „Wisch und Weg“ und eines Siebs!

Was ist passiert: WIEDER hat sich die Flüssigkeit unten im Glas abgesetzt. Aber die Masse obendrauf war so fest und so cremig wie bisher in keinem der anderen Versuche. Und nach dem Absieben, sah das Ganze dann so aus:

joghurt-versuch-a

Minimale Ausbeute, aber maximaler und höchst leckerer Kokosgeschmack, vollmundig und wundervoll cremig. Aber egal wie man es dreht, Joghurt ist das nicht, rahmige Quarkcreme trifft es eher.

Planung für weitere Versuche – denn auch wenn mir mittlerweile und unter nicht unerheblichem Verlustschmerz bewusst ist, dass 500 ml Aroy Kokosmilch auch ihre 9,8 g KHs haben und zumindest nach aktuellem Stand lediglich ein Happen Quarkcreme dabei rausspringt, den man locker auf einen Haps essen kann, ich gebe nicht auf, jetzt will ich es wissen.

Auszuprobieren gedenke ich nun die Zubereitung im Thermomix, als das vormalige Erhitzen der Milch.

Zubereitung mit Kokoscreme, wenn ich den eine solche im Supermarkt finde, bzw. ich werden die Kokosmilch zum „Trennen“ min. 24 Std. im Kühlschrank vorkühlen.

Zubereitung mit Joghurt Kulturen, die stehen schon auf meinem Wunschzettel, bei meinem gelben Lieblings-Dealer, mit dem „A“ am Anfang.

Zubereitung im Joghurtbereiter, auch der steht schon auf besagtem Einkaufszettel.

Eine längere Reifezeit? Hier habe ich Tipps, von 4 Tage in die (australische) Sonne stellen bis über einer Woche „Reifezeit“ gelesen. Aber ehrlich gesagt, ist mir das nicht so ganz geheuer. Zum einen geht mir in unseren Breitengraden gerade die Sonne etwas ab und zum anderen Vergärt, das Ganze dann nicht? Und ist das dann überhaupt noch genießbar?

Nun dazu demnächst mehr…..