LC oder Eiweiß-Brot/Brötchen

Nicht nur ich, wir alle sind so daran gewöhnt Brot und Brötchen zu essen, dass schon allein der Gedanke an einen Verzicht irgendwie schmerzhaft ist. Und doch vertrage ich unsere „normalen“ Brote und Brötchen einfach nicht mehr, zumal Magen- und Bauchschmerzen und Durchfall das unmittelbare Ergebnis sind.

Da es nicht nur mir so geht, zeigen die viele Hobby-Bäcker-Rezepte, die es im Internet zu finden gibt. Aber auch Profis, die neue alternative Rezepte entwickeln und damit eine Marktlücke füllen.

Doch ist leider, zumindest für mich nicht, alles Gold was glänzt. So muss ich sagen, dass mir etwa das „Eiweißbrot“, das man beim Bäcker kaufen kann (schon vor der OP) wie ein Stein im Magen gelegen hat und ich es nach OP, deswegen erst gar nicht versuchen möchte.

Und das obwohl ich, zu einem gewissen Grad, meine Meinung zum „Eiweißbrot“ vom Bäcker, durch meine Recherchen, ein Stück weit revidieren konnte.

Ich stehe allerdings nicht alleine mit meiner Skepsis zum Eiweißbrot vom Bäcker dar, denn generell sind die Meinungen zum „Eiweißbrot“ sehr kontrovers und da es mit Studien immer so eine Sache ist (ganz nach dem Motto: „Traue keiner Studie/Bilanz/Inventur, die du nicht selber gefälscht hast“), wird es wohl auch ewig so bleiben.

Fakt ist, dass die Ernährungsfachleute bei dem Thema „Low Carb“ eh praktisch sofort Amok laufen und dieselbe Laier auch beim Eiweißbrot anführen. Die Bäckerinnungen, die ordentlich Geld mit diesem „Trendbrot“ verdienen können (zumal der pro Kopf Verzehr von Brot ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen) versichern – natürlich – dass nur hochwertige Inhaltsstoffe verwendet werden.

Fakt ist aber auch, dass der Kohlenhydratanteil im „Eiweißbroten“ am Steigen ist. Waren es zuerst nur 4 g/100g Brot, werden heute schon Brote mit 12 g Kohlenhydrate angeboten. Warum? Klar, Weizen ist billiger als teure und hochwertige Saat oder Eiweiß. Deswegen heißt es hier unbedingt auf die Zusammensetzung achten.

Weiteres Einsparungspotential liegt beim zugesetzten Eiweiß. Um den größten Gewinn herauszuholen, werden Qualitätsmäßig minderwertige Weizen-, Lupinen- und Sojaeiweiße benutzt. Das gibt natürlich auch keiner zu – kann sich aber der denken, der einen Taschenrechner benutzen kann.

Ein weiteres Problem ist, dass die meisten dieser Eiweiße (also die Weizen-, Lupinen- und Soja) für den Körper nicht so besonders gut zu verarbeiten sind.

Apropos Soja, bzw. Sojaeiweiß! Auch zu diesem Thema kann man sich eine Meinung aussuchen, die einem passt, denn es gibt genauso viele Studien für Pro, wie für Kontra. „Anti-Krebsmittel, Krebsfördernd, in der Memopause Krebsverhindernd, Cholesterinbindend, unverträglich“ – Such‘ dir aus was du willst. Und dabei steht das Ganze – meiner Meinung nach, kritische zu sehende – Genmanipulations-Thema, noch außen vor.

Ich selber esse Soja nur in kleinen Mengen, weil ich es einfach nicht so gut vertrage. So bin ich natürlich, auf Grund meiner eigenen Erfahrung, gewillt eher der Kontra-Gruppe zuzustimmen, auf mögliche Unverträglichkeiten hinzuweisen oder es zumindest nur im Rahmen zu empfehlen.

Auch auf das mehr an Kalorien sollte man ein Auge werfen, denn wenn ich das eine weglasse, muss ich es durch etwas anderes ersetzten. Deswegen sollte man immer im Auge behalten, dass 100 g Eiweißbrot ca. 248 Kalorien haben, im Gegensatz zu Mehrkornbrot mit ca. 219 Kalorien. Haut man sich jeden Abend einige Scheiben davon rein, ist der positive Effekt (mehr Eiweiß) schnell hinfällig, auch wenn es vielleicht länger statt macht; was ich persönlich aus meinen Testessen nicht so unbedingt bestätigen kann.

Mein Fazit nach meiner Recherche: Bezahlt man mit Freude, den höheren Preis, schaut man genau auf die Zusammensetzung (tatsächlicher Anteil der KH), kommt gut Weizen-, Soja- oder Lupineiweiß, sowie Sojaschrot, Leinsaat, Sojamehl, Speisekleie oder Apfelfaser zurecht (alles Zutaten, mit denen ich mich schwer tue), hat man Sojaeiweiße betreffend keine gesundheitlichen Bedenken und genießt man es in Maßen (weil mehr Kcal), darf man ruhig auch mal zum Eiweißbrot greifen.

Wie bereits erwähnt, liegt mir persönlich das „Eiweißbrot“ jedoch „schwer im Magen“, sodass ich mich weiterhin daran versuchen werde, einen für mich persönlich bekömmlichen Brotersatz zu produzieren. Bisher habe ich jedoch noch keinen wirklich befriedigenden Ersatz backen können (wie denn auch!). Natürlich waren nicht alle Versuche schlecht, einige waren sogar recht gelungen und durchaus schmackhaft. Und zudem ist noch nicht alle Tage Abend und ich habe noch so einige Rezepte in peto.

Bis es soweit ist, werde ich wohl – bis auf meine Testläufe – lieber gänzlich auf Brot & Co verzichten. Schließlich gibt es eine ganze Reihe anderer, sehr schmackhafter Ideen, mit denen man seine Mahlzeiten aufwerten kann.

Mehr zu meinen ersten Brot-Back-Versuchen, weitere werden folgen, findet ihr im Rezepte-Teil.