[Lesetipp] Kirsten Wendt – Nie mehr zu dick

Wider besseres Wissen bin auch ich immer auf der Suche nach Rezepten, die mir erzählen, wie ich es schaffen kann, mein neues (bzw. hoffentlich in Zukunft noch leichteres) Gewicht zu halten und so auf Kirsten Wendts „Nie mehr zu dick“ gestoßen.

Nie mehr zu dick: Vom Äußeren und Inneren beim Kampf mit den Kilos

Um eines klar zu stellen: SELBSTVERSTÄNDLICH gibt es kein Patentrezept dafür UND die Autorin bietet auch keines an, sondern berichtet allein von ihren sehr persönlichen Erfahrungen. Auch analysiert sie nicht, versucht sich nicht an medizinischen Erklärungen oder greift gar missionierend ein, sie akzeptiert ihre Erfahrungen in stiller Freude darüber endlich ihren Ballast losgeworden zu sein und gibt diese Freunde daran weiter – was ihr Buch so überaus sympathisch macht.

Kirsten Wendt und ich wir haben unterschiedliche Wege gewählt uns „dünne zu machen“ (sie hat mit „Dukan“ abgenommen, ich mit einem „Schlauchmagen und Low Carb“), wir haben unterschiedliche Leben gelebt und sehr unterschiedliche Gewichte zugenommen (sie war jenseits der 130, ich jenseits der 190), trotzdem hat mich ihr Buch unheimlich be- und oft zu Tränen gerührt, weil so viele Aussagen, die die Autorin im Buch macht, mir direkt aus dem Herzen gesprochen sind.
Ja, einige Dinge, die sie angesprochen hat, sind mir erst dadurch richtig bewusst geworden, dass ich sie bei ihr gelesen habe.

Manchmal war es geradezu unheimlich das Buch zu lesen, weil ich mich so sehr darin wiederfinden konnte, aber gleichzeitig auch unglaublich wohltuend.
So ist „Nie mehr zu dick“ zu lesen, ein bisschen wie in einer freundschaftlichen Selbsthilfe- oder Therapiegruppe zusammenzusitzen, Erfahrungen auszutauschen und zu erkennen, dass man nicht allein mit all diesen kruden, verrückten und selbstzerstörerischen Gedanken und Problemen auf der Welt ist.

„Nie mehr zu dick“ ist ein Buch für alle die (viel) abgenommen haben und nun (Gefühls-)verwirrt durch die Gegend irren, weil sie nicht so genau wissen, wie sie mit ihren Erfahrungen umgehen sollen.
Ein Buch für alle die (viel) abnehmen wollen, weil sie glauben, dass danach alles anders, alles viel besser wird, weil das Leben ja dann erst anfängt. Und für alle die, die glauben, nach dem „ich habe es geschafft“ wieder in meine alten Gewohnheiten schlüpfen zu können (eine Falle, in die sehr viele Adipositatsoperierte treten).

Beim ersten Durchlesen habe ich das Buch praktisch inhaliert und bin beim Lesen nur so durch die Seiten geflogen. Mit Sicherheit habe ich noch nicht alles entdecken können, was es zu „erlesen“ gibt und schon allein deswegen habe ich mir vorgenommen, es mir nach einer Zeit der Reflexion, erneut zu Gemüte führen.

Ein ehrliches und offenes Buch, das nicht belehren oder missionieren will. Und weil ich mich auch immer wieder darin finden konnten, auch ein berührendes Buch, mit einem sehr persönliches Anspruch. Wundervoll und absolut empfehlenswert.