Meine Supplements

Falls euch der Begriff nichts sagt, „Supplement“ bedeutet ganz allgemein „Ergänzung“. Es wird in verschiedenem Zusammenhang genutzt, u.a. auch in der Ernährung und bezeichnet dort ein Nahrungsergänzungsmittel.

Ich habe mich sehr lange von den Empfehlungen meiner Ärzte leiten lassen, dass Supplements unnötig sind. Da sie auch eine Frage des Geldes sind, war ich mit der Aussage auch immer zufrieden. Erste Zweifel kamen mir nach meiner Darm-OP und der Morbus Crohn-Diagnose. Und auch wenn ich damals noch nicht reagierte, so sollte ich doch mit (den Zweifeln) Recht behalten.

Vermutlich lag vor der Darm-OP noch gar nicht so viel im Argen, doch 3 Jahre später hatte ich einen nachgewiesenen Mangel an Eisen, Vitamin D3 und Vitamin B12 (und mit Sicherheit noch andere). Und immer noch hieß es von Seiten der Ärzte: alles nicht so schlimm, braucht man nichts zu machen. Erst als ich bzgl. Adipositas Chirurgie zu recherchieren begann, stieß ich auf gänzlich andere Empfehlungen. Eine Entscheidung zu einer Adipositas Chirurgie, so mein Ärzteteam aus Offenbach, bedeutet auch immer eine fortan lebenslange Supplementierung von Vitaminen und Mineralien.

Als ich im Januar 2014 – ein halbes Jahr vor (!) Adipositas OP – damit anfing, gemäß den Empfehlungen meines Krankenhauses mit Nahrungsergänzungsmittel zu supplementieren, waren die Veränderungen meines Wohlbefindens signifikant. Es sollte zwar 2 Jahre dauern, bis ich meinen Vitamin D3-Spiegel soweit angehoben hatte, dass dieser wieder einen (wenn auch nach wie vor niedrigen) Wert darstellt, den man auch beziffern kann, aber mir war schnell klar, dass ich eine Supplementierung (grundsätzlich) nie wieder in Frage stellen würde.

Es dürfte also kein Wunder sein, dass ich mich nach wie vor nach den Empfehlungen meines Krankenhauses richte, die jeweils bei meinem jährlichen Nachsorge-Termin erneut besprochen werden und alle anderen „braucht man nicht“ und „ist doch rausgeworfenes Geld“ schlicht überhöre.

Dank des riesigen und unübersichtlichen Marktes, Darreichungsformen und verwirrend vieler Kombi-Präparate, ist es jedoch gar nicht so einfach alles zu zusammenzustellen, damit es den Empfehlungen entgegen kommt.

Supplemente 2016-06

Anlass für diesen Artikel ist mein neuster Fund, ein Zink, Biotin + Pantothensäure (B5)- Präparates der Firma Langer, mit dem ich nun meine Vitamin- und Mineralstoff-Liste perfektionieren konnte. Demnächst steht meine halbjährliche Blutuntersuchung und mein 2jähriger Nachsorgetermin in Offenbach wieder an, dann lasse ich meine aktuelle Zusammenstellung wieder abchecken und ggf. nachbessern.

Empfehlung der Klinik = Gesamtmenge Einnahme

Vitamin B1 (Thiamin): 1,4 mg = 1,1 mg, täglich
Vitamin B2 (Riboflavin): 1,6 mg = 3 mg, täglich
Vitamin B3 (Niacin): 18 mg = 16 mg, täglich
Vitamin B5 (Pantothensäure): 10 mg = 18 mg, täglich
Vitamin B6 (Pyroxidin): 2 mg = 1,4 mg, täglich
Vitamin B12: 3000 µg, alle 6 Wochen als Injektion = 500 μg, wöchentlich
Vitamin C: (Ascorbinsäure): 60 µg = 80 µg, täglich
Vitamin D 3: Dekristol 20.000, 1x wöchentlich (im Sommer, Winter doppelte Menge) = 20.000 E, wöchentlich
Vitamin H: (Biotin): 0,15 mg = 0,25 mg täglich
Vitamin A: (Retinol): 800 µg = 800 µg täglich
Vitamin E: (Tocopherol): 10 mg = 12 mg täglich
Vitamin K: 60 µg = 75 μg täglich
Folsäure: 400 µg = 600 µg täglich
Selen: 50 µg = 55 µg täglich
Zink: 15 mg = 25 mg täglich
Chrom: — = 40 μg täglich
Kupfer: — = 1 mg täglich
Mangan: — = 2 mg täglich
Molybdän: — = 50 μg täglich
Calcium: 1000 – 1500 mg = 1200 mg täglich
Eisen: 14 mg (+ 40 mg, Frauen über 40 Jahre) = 54 mg täglich
Jod: 150 µg = 150 µg täglich
Magnesium: 300 mg = 597 mg täglich
Phosphor: 800 mg // —-

Ich vertrage meine Auswahl im Moment sehr gut und ich habe auch keine Probleme mit der Einnahme-Routine. Letzteres mag daran liegen, dass ich seit über 20 Jahren Medikamente einnehme, dann hat man das irgendwann wohl einfach drin.

Den Löwenanteil decke ich mit meiner Multivitamin-Tablette ab, aktuell nutze ich ein Präparat von Body Attack.

Mein Calcium, ein Calciumcitrat (wegen seiner Säureregulierungseigenschaften) nehme ich als Pulver aufgelöst in Wasser ein, wobei „gut auflösen“ und „gut schmecken“ nicht dazu gehört, es in dieser Form aber wesentlich günstiger und reiner als in Tablettenform, wo sonst noch was dazu kommt, um das Zeug zu Füllen und in Form zu halten. Auch wenn ich da nicht so empfindlich bin, so versuche ich mir doch Mühe zu geben solche Zusätze zu verhindern, wenn es anders ähnlich komfortabel geht.

Auch mein Magnesium nehme ich in Pulverform, wegen des günstigeren Preises. Im Gegensatz zum Calcium schmeckt das jedoch im Wasser „schwimmend“ (auch hier kann von Auflösen nicht wirklich die Rede sein) wirklich fürchterlich, sodass ich mir eine Tabletten-Stopfmaschine gekauft habe und mir meine Magnesium-Pillen selber „drehe“.

Tabletten Maschine

Als Vitamin D3 habe ich bisher Dekristol 20.000 genutzt, was jedoch relativ teuer ist und bei uns in Deutschland nur mit einem Privat-Rezept zu bekommen. Also muss man jedes Mal vorher zum Arzt sausen. Nun habe ich jedoch bei Amazon ein 20.000 iE starkes freiverkäufliches D3 entdeckt, was ich nun ausprobieren werde. Wie das an der Rezeptpflicht für hochdosiertes Vitamin D3 bei uns in Deutschland vorbeigeht, ist mir nicht ganz klar. Aber egal, ich will mich nicht beschweren.

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Übrigens auch über Shops via Niederlande kann man Vitamin D3 in 20.000 i.E. (und höher dosiert) zu ordentlichen Preisen bekommen. Bezahlen muss man das Präparat natürlich in jedem Fall selber.

Auch wegen des Vitamins B12 bin ich bisher immer zum Arzt gerannt. Das wiederum ist bei uns Rezeptfrei zu kaufen. Ich brauche als Injektion, da mir eine orale Einnahme als Tablette nichts bringt, da mir der Teil des Magens und die Bereiche des Darms fehlen, die B12 aufnehmen können. Alternativ bleibt nur eine Aufnahme über die Mundschleimhaut, als B12-Lutschbonbon, auch hier eine Frage des Geldes.

Als meine B12-Empfehlung noch hieß: alle 3 Monate 1 Injektion, war das kein Thema und hat irgendwie immer ganz gut funktioniert. Letztes Jahr ist jedoch meine Empfehlung erhöht worden, sodass ich nun alle 6 Wochen spritzen muss. So oft komme ich nun auch wieder nicht zum Arzt, deswegen mache ich das nun selber; schließlich bin ich ja auch mit der wochenlangen Nach-OP-Thrombosen-Spritzerei selber zurechtgekommen.

Bleiben noch meine Eisen-Dragees von Floradix, meine Omega 3s, Krillöl, im Moment von Vitabay und das neue Zink-Präparat von Langer Vital.

Auch Protein steht auf meiner Empfohlen-Liste. Das ist vom Krankenhaus mit 60-80 g täglich angegeben und scheint eine Herausforderung für andere Patienten zu sein, die oft nicht bewältigt werden kann. Ich dagegen komme allein mit meiner Ernährung locker auf 100 g Protein pro Tag und supplemtiere aktuell grundsätzlich nicht. Ich nutze es jedoch als Zutat zum Kochen und Backen oder wenn ich dann doch mal Lust auf einen süßen Shake habe.

Keine Suppelementierung, sondern ein Medikament, doch zur Ergänzung will ich es trotzdem hier aufführen, ist mein Betablocker. Dieser ist mir als einziges Medikament, von einer ganzen Reihe übrig geblieben, die ich einst nehmen musste. Das ist ein wirklich toller Erfolg und ich bin mächtig glücklich darüber Blutdrucksenker (zeitweise waren es bis zu 5 verschiedene Medikamente), Entwässerungs-und Harnsäuretabeletten, sowie zwei Sorten Antidepressiva, losgeworden zu sein; wobei das natürlich in erster Linie im Zusammenhang mit meiner Abnahme, Ernährungs- und Lebensumstellung zu tun hat, meiner Meinung nach aber trotzdem auch mit meinem wiederauflebenden Vitamin- und Mineralstoff-Status zusammenhängt.

Ach ja, und wie es mir mit all dem Kram geht, denn ich täglich so schlucke: großartig, wirklich einfach großartig. Im Moment ist von dem Wrack, dass ich 2013 war, nichts, aber auch gar nichts mehr zu merken. Also erzähl mir nochmal einer Vitamin und Mineralstoff-Supplemente seinen nicht notwendig! Auf Grund meiner Erfahrung kann ich dem keinen Glauben mehr schenken. Und selbst, auf die Gefahr hin, dass ich hier einer Placebo-Wirkung erliege, dann war und ist trotzdem jeder einzelne Cent gut investiert. 😉