Nachbauten

Low Carb Nachbauten, also Low Carb Süßigkeiten, Muffins, Cookies, Kuchen, Brot und Brötchen, sind ein Thema, auf das ich immer wieder stoße und das mich immer wieder aufs Neue beschäftigt.

Denn einerseits würde ich mich gerne rühmen, ein brillantes und lupenreines LCHF zu essen, andererseits scheine ich aber auch einfach nicht davon lassen zu können, für meinen Süßhunger Low Carb Muffins und Cookies bereit zu halten und nach Wunsch auch täglich zu genießen. Und das auf die Gefahr hin, dass ich ungünstige Verschiebungen eingehen muss, um meine Ziele (unter x g KH am Tag) zu erreichen.

Nach allem was ich gelesen habe und ich es auch selber so einschätze, ist das nicht gut. Es wäre vollkommen richtig und wohl der bei weitestem klügste Weg, (mir geht es im Besonderen um süße) Nachbauten aus meinem Leben zu streichen.

Aber will ich das denn? Oh klar, ich habe da ein paar eherne Ideale, aber der echte Wunsch dazu scheint auf der Strecke geblieben zu sein. Zumal ich mit süßen Nachbauten bisher recht gut gefahren bin. Und es da ja auch noch ein paar andere Sachen gibt, wie zb. Milchprodukte, von denen ich bisher habe nicht gänzlich lassen können, die meiner Vorstellung vom Ideal im Wege stehen.

Ich verstehe die Kritik an Nachbauten absolut, halte sie durchaus für berechtigt und finde es sehr klug, ihren Einsatz im Auge zu behalten und immer wieder kritisch zu hinterfragen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und sich auch mal im eigenen Umgang die Kritik dafür anzuhören.

Denn ja, es ist richtig, dass ich alles dafür tue, um alle (für mich) kritischen Lebensmittel aus meiner Ernährung zu halten. Dabei investiere ich auf der einen Seite in Weidefleisch, Bio-Eier und -Gemüse und nutze jedoch auch das „Chemieprodukt“ Erytrith und Massenweise gemahlene Mandeln, die nachweißlich als kritisch, womöglich gefährlich, angesehen werden müssen.

Aber was bedeutet den schon gesund? Ich muss gestehen, dass ich die Diskussion darum wirklich leid bin. Ist es gesund 30 Jahre mit morbider Adipositas herumzulaufen, sich den Magen zerschneiden zu lassen und 100 kg abzunehmen? Nein, das ist alles andere als gesund. Und solange man gut damit zurecht kommt und es den eigenen Zielen nicht im Weg steht, warum nicht?

Neben vielen anderen Gründen, habe ich mich auch für eine Low Carb-basierte Ernährung entscheiden, da sie ihre Möglichkeiten offen hält und zur Selbstbestimmung aufruft. Ich kann, ja soll mir, mein Low Carb selber gestalten und definieren. Ich finde das sehr befreiend und begrüßenswert, denn hier bin ich endlich einmal selber für mich verantwortlich.

Ich habe großen Respekt vor denen, die für sich erkannt haben, dass sie in ihrer Ernährung keine Nachbauten zulassen dürfen und das auch so durchziehen. Und ich finde die Argumentation, die gegen den Einsatz von Ersatz-Zuckern und -Mehlen spricht, absolut nachvollziehbar.

Trotzdem denke ich, dass, solange Nachbauten für einen funktionieren, nichts gegen ihren zweckdienlichen Nutzen spricht. Es schadet jedoch nichts, wenn man die Augen offen hält und sich immer wieder kritisch hinterfragt; was man eh machen sollte, damit sich keine alten Sünden und Denk- und Verhaltensweisen einschleichen.