Rück- und Ausblick 2016/17

Ich habe reichlich Ideen im Kopf, stürze mich stets mit Begeisterung, Interesse und Vergnügen in die Recherche und bin wirklich prima darin funktionale Pläne auszuarbeiten – einzig mit der Umsetzung hapert es gewaltig. Aber ich weiß (heute) darum und ich arbeite daran.

Doch dabei ist es wenig hilfreich zu hören, das „Ich zu viel wolle“, „es würde doch nun reichen“, „ich keine Geduld hätte“ und „nie mit dem zufrieden, was ich erreicht hätte“.

Diese, auf ihre Art gut meinenden und durchaus besorgten Bemerkungen und Ratschläge haben mich zunächst irgendwie stolz gemacht. Ich habe mich sogar förmlich darauf gefreut Bemerkungen wie diese zu hören, sie abgewunken und belächelt. Doch mehr und mehr erkenne ich, dass sie mich nicht nur allgemein runter ziehen, sondern auch dem (nunmehr unerwünschten) Teil von mir Bestätigung bieten, der sich so gerne „auf seinen Lorbeeren ausruhen“ und einfach wieder in die alte, ach so behagliche und so verlockende, Komfortzone schlüpfen würde.

Doch ich weiß heute, mehr denn je und deutlicher als zuvor, dass das das Einzige ist, was ich nie wieder machen darf.

Deswegen steht für mich 2017 nicht so sehr in dem Zeichen weitere 10 Kg abzunehmen, auch wenn das definitiv eines meiner Ziele ist, sondern vor allem darin Verhaltensabläufe zu unterbrechen, neue Gedankenverbindungen zu erschaffen und für mich zu etablieren.

Das wird ein hartes Stück Arbeit werden. Doch ich bin davon überzeugt, dass wenn es mir gelingt, solchen Aussagen weniger Beachtung zu schenken und vor allem ihnen keine Bedeutung mehr zuzurechnen, mir dann auch die Umsetzung und das Durchhalten meiner Ziele leichter fällt.

Aber das ist es natürlich nicht allein, was mir 2016 klar geworden ist und was ich 2017 anzugehen gedenke. Neben der Wahrheit, die bei mir endlich gesackt und eingerastet ist, das ohne Kaloriendefizit keine Abnahmen möglich ist und noch ein oder zwei Dingen („Fettlogik überwinden“ sei Dank!), so fällt auch „die Macht des Essens“ unter das Thema des Jahres „alte Denkmuster erkennen, unterbrechen und neu ausrichten“.

In den letzten Jahren, nach der OP, gab es Zeiten in denen ich glaubte endlich meine Ruhe vor meinen Problemen mit Nahrungsaufnahme gefunden zu haben. Essen schien weniger wichtig geworden zu sein. Und das war es auch, für kurze Zeit.

Und natürlich war es verführerisch und trügerisch sich darauf auszuruhen, aber vielleicht auch nützlich. So zumindest hatte ich den Raum mich um andere Belange zu kümmern, wie etwa sich mit dem neuen Körpergefühl anzufreunden.

Deswegen möchte ich auch nicht behaupten, dass ich wieder dort bin wo ich am Anfang stand, obwohl Essen und Nahrungsaufnahme wieder mit aller Macht in meinen Fokus zurückgekehrt sind. Denn heute weiß ich viel mehr um die Hintergründe und Verhaltensabläufe, verstehe sehr viel besser, was mich zum Essen treibt und habe nicht mehr das Gefühl dem vollkommen hilflos ausgeliefert zu sein.

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass 2016 ein Jahr der Entdeckungen für mich war. Aber gerade in den letzten Wochen hat sich mal wieder gezeigt, dass ich noch am Anfang meiner Entwicklung stehe und dazu neige körperliche und essenstechnische Eskapaden, etwa die meines erneuten Ketose-Versuchs, sowie die Schwankungen von 4-5 kg auf der Waage, in ihrer Reaktion auf mich regelmäßig zu unterschätzen. So starte ich mit der 90zig auf der Waage ins neue Jahr, was mich nicht minder runter zieht, wie unwillkommene „nun ist aber genug“-Aussagen.

So hat mir, in mehr als einer Hinsicht, und sowohl im positiven als auch im negativen Sinne, 2016 auch ganz schön zu schaffen gemacht und mich ordentlich ins Trudeln gebracht. Und ich denke, es wäre allzu blind zu glauben, dass das 2017 anders sein wird. Aber vielleicht ist genau das meine Aufgabe: daran wachsen.

So sehe ich vielleicht, mit Hintergrund der Berg- und Talfahrt der letzten Wochen, wozu auch die Probleme mit meinem Happy End Buecher-Projekt gehören, im Moment etwas melancholisch auf dieses vergangene Jahr zurück und kann auch die zurzeit etwas gedämpfte Aussicht auf 2017 nicht weg reden – oder liegt es am trüben Wetter?

Doch auch damit muss ich lernen fertig zu werden, denn ich habe mir selber versprochen dieses Mal stur zu sein und einzig „ich will und werde“ gelten zu lassen. Und ich bin nicht gewillt mich in diesem Punkt zu enttäuschen.

In diesem Sinne: aufstehen, Krone richten und weitermachen. Auf ein Neues!