„Save a life“- Day 2016 in der Sana Klinik in Offenbach

Initiiert wurde die Aktion „Save a life“ – Day, anlässlich des „European Obesity Tages“ von der Arbeitsgemeinschaft für Adipositastherapie (CA-ADIP) der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV).

Eine der zentralen Aussage des Verbandes und dieser Aktion, ist die Abschaffung der Einzelgenehmigung für adipositaschirurgische Eingriffe, wenn diese leitliniengerecht und qualitätsgesichert durchgeführt werden; so der Verband.

Die Sana Klinik in Offenbach hat diese Aktion mit einem Tag der offenen Tür, Führung und Vorträgen zum Thema und einer OP unterstützt, für die bis zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Kostenerstattung der Krankenkassen vorlag.

In diesem Zusammenhang hat mich vor allem die Aussage erstaunt, dass eine ganze Abteilung daran arbeitet, von den Krankenkassen bereits genehmigtes Geld für erfolgte OPs einzutreiben, indem sie erneut – schließlich hat die Arbeit auch schon der Patient erledigt – Begründungen für die OP vorlegen müssen.

Die Besucher wurden im Foyer der Adipositas Klinik von der Offenbacher AC Selbsthilfegruppe begrüßt, die Gelegenheit neue Kontakte mit gleichgesinnten Betroffenen zu knüpfen, insbesondere solche, die eine direkte Verbindung, und damit viele Möglichkeiten, zum Team der Sana Klinik haben.

Zur Begrüßung hatte Professor Weiner sein Team vollständig antreten lassen. Und es waren auch seine Ärzte, die in der Folge, Führung durch die Klinik und kurze Vorträge hielten. Die Themen waren vielfältig und gingen von neuesten Studien zu Themen rund um die Adipositas Chirurgie, dem Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs, über allgemeine Informationen zu Indikation für eine Adipositas OP, Ablauf oder Ernährung nach OP.

Für mich als bereits Operierte waren natürlich nicht alle Themen neu, trotzdem war es sehr interessant das Team, dass man im Einzelnen als Patient der Klinik bereits kannte, einmal auf einen Haufen zu haben und Einblicke in neuste Entwicklungen in der Adipositas Chirurgie und organisatorische Abläufe zu bekommen.

Ein wichtiges Thema waren dabei das Dasein und die Kosten aus Sicht der Chirurgie zu rechtfertigen. Diese gehen heute weg vom reinen Abnehm-Aspekt und Steigerung der Lebensqualität des Patienten, hin zur Behandlung und manchmal auch Heilung von Erkrankungen von Diabetes, Bluthochdruck, Schlafapnoe, Arthrose oder eben auch Krebs haben. Und immer mehr Studien, die das eindeutig belegen, geben ihnen Recht.

Für den Patienten steht natürlich immer noch die Steigerung seiner Lebensqualität im Vordergrund, doch die Vorgehensweise und Argumentation der Chirurgie macht durchaus Sinn. Denn es geht hier nicht um ihr Überleben, sondern auch um die Ausräumung von Vorurteilen der medizinischen Kollegen, die immer noch über uns Übergewichtige richten, als die, die sich doch einfach einmal zusammenreißen müssen, etwas weniger essen und damit erfolgreich abnehmen können, wie die leitende Fachärztin für Chirurgie und Viszeralchirurgie Sophia Theodoridou ausgeführt hat.

Tatsächlich waren Professor Weiner und sein Team die ersten, in meiner „Ärzte“-Laufbahn, die mich wirklich ernst genommen haben, bei denen ich tatsächlich das Gefühl hatte, dass sie erkannt haben und verstehen, was es bedeutet mit 200 kg durchs Leben wandeln zu müssen und es eben nicht damit getan ist „sich mal eben zusammenzureißen und die paar Kilos abzunehmen“.

Sicherlich für Chirurgen ist es oberste Priorität zu schneiden und sicherlich wird hier und da auch zu oft geschnitten. Dennoch bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass eine OP für sehr stark Übergewichtige der erfolgreichste Weg ist – wenn er durch eine gezielte Ernährungsumstellung und Bewegungstherapie, die ein Leben lang weitergeführt wird, begleitet wird.

Neben dem informellen Teil, der sicherlich spannend war, war doch die Begegnung mit gleichgesinnten Betroffenen, Interessierten, gerade Operierten und kurz vor der OP stehenden Patienten am fesselndsten.

Ich finde es äußerst spannend, nunmehr erschlankte, ehemalige stark Übergewichtige, nicht nur zu Beobachten und still Körperformen zu vergleichen, sondern auch vergangene und aktuelle Probleme zu erörtern und das unglaubliche Leid und das ganze Glück zu erfassen, dass diese Menschen ertragen und bewältigt haben und das sie nun genießen dürfen.

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Homepage der AC-Selbsthilfegruppe Offenbach