Status quo #12/17 – Nebenwirkungen

Mittlerweile habe ich das Tal des Jammers durchschritten und kann förmlich fühlen, wie die Kraft und Energie wieder in mich strömt. Blöd nur, dass ich eben noch nicht wieder so loslegen kann, wie ich gerne würde. Nachdem ich mich Samstag Abend noch fiebrig gefühlt habe, wäre eine so kleine Trainingseinheit wohl eher kontraproduktiv.

Doch dieser nunmehr dritte grippale Infekt verlief irgendwie anders, als die vorhergehenden von denen ich mich jeweils nur sehr langsam erholt habe, denn seit Sonntag, gerade mal 5 Tage nach den ersten Anzeichen, fühle ich mich wieder top fit. Und so kann ich mich des Gefühls nicht erwehren, dass es diesmal ein ganz ordentlicher Schuss vor den Bug war, der Marke: Hast du noch alle Tassen im Schrank, so was kannst du doch echt nicht mit mir machen! Und der Adressat: mein Körper, dem es eindeutig gereicht hat.

Seit der high protein-Tage (des 5dpt) ging es in meinem Verdauungstrakt rund, meine Ödeme an den Beinen sind signifikant angeschwollen und die Zahl auf der Waage ging hoch. Ich habe also Wasser eingelagert ohne Ende und mein Darm war übervoll. In den letzten zwei Tagen hat sich beides langsam aufgelöst, die Zahl auf der Waage ist wieder abgesunken. Die Übelkeit, Bauchschmerzen und Krämpfe sind weg, die Verdauung läuft wieder, so gut wie meine grundsätzliche problematische Verdauung eben so läuft, und die Beine sind deutlich schlanker. Vor allem aber ist dieses unglaublich drängende und selbst für mich sehr befremdliche „Hunger“-Gefühl völlig verschwunden. Das Schlusssignal – und ich weiß, dass es das ist, weil ich das schon öfters so abgelaufen ist – und gleichzeitig eine Warnung für mich, dringend etwas zu tun, war heute morgen das Blut im Stuhl. Mein Darm ist also über die Maßen gereizt.

Rückblickend, auf die letzten 3 Monate, gesehen, ist es gerade zu auffällig, wie bei mir (übereilte und in die falsche Richtung ausgeführte, bzw. zweckentfremdetet/missbrauchte) Ernährungs- und Diät-Versuche, Verdauungsprobleme und Grippeanfälligkeit Hand in Hand gehen. Ich vermutet zudem, dass auch mein aktuelles Problem mit extrem brüchigen Fingernägeln, ungewohnten leichten Kopfschmerzen, mal wieder sehr niedrigem Blutdruck, unter 100/60, in diesem Zusammenhang steht.

Es wird also höchste Zeit, dass ich meinen mehrwöchigen (!) Plan, der die letzten Tage deutlich an Gestalt angenommen hat, in die Tat umsetzte. Allerdings heißt es nun erst einmal diese Woche über die Bühne zu bringen. Gleich 4 Feierlichkeiten stehen an: 2 Geburtstage, am Mittwoch und am Samstag, ein lang-ersehntes und lang-geplantes Treffen zum Kaffeeklatsch mit einer alten Freundin und die Feierlichkeiten zum Einstieg in die Rente, eines Kollegen meines Mannes, mit dem er, seit seiner Lehrzeit, zusammengearbeitet hat.

Da ich niemand bin, der bei solchen gemütlichen Kaffee- und Kuchen-Plauder-Gelegenheiten, einfach nur mit einer Tasse Kaffee daneben sitzen mag und es mir natürlich auch nichts ausmacht, für mich was low carb-Kompatibles mitzubringen, befinde ich mich diese Woche, Abschnittchenweise, im Backwahn. Gekrönt wird das ganze von einer Schwarzwälder-Kirch-Torte, für das eine der Geburtstagskinder, mein Sohn, der zudem auch noch, weil er meine lc-Varianten nicht sooooo gerne mag, eine ganz „normale“ Torte wollte – also eine voll auf Zucker.

eine lc-Mousse au Chocolate-Pie

ein Straciatella-Sandkuchen


und ein Mini-Version einer „voll-auf-Zucker“ Schwarzwälder Kirsch-Torte
(man beachte, ohne Belegkirschen, die sind nämlich laut meinem Kind voll ekelig)

Aber wenn diese Kuchenschlacht am Sonntag ihren Abschluss findet, folge ich ab Montag dem Motto: cleanes (ans Paleo angelehntes) low carb“, mit 3050 g KHs. Dabei will ich versuchen, die Süßstoffe (und damit auch die süßen Nachbauten, Getränke usw.) so weit wie möglich einzuschränken, ebenso meinen Milch und Milchprodukte-Verbrauch und mein Kaffee-Konsum runterzufahren. Sprich, ich versuche alles zurückzufahren, was sich in den letzten Monaten so an Extras meine Ernährung geschlichen hat und im Verdacht steht meinen Darm zu reizen.

Ich bin mir zwar ziemlich sicher, dass ich durchschnittlich automatisch mit der KHs-Menge hinkomme, aber Kontrolle ist immer besser, deswegen werde ich die nächsten 6 Wochen Makros und Kalorien tracken. Damit habe ich auch meine Portionsgrößen besser im Auge, was ebenfalls nicht schlecht ist und ich kann mich auch gleich darum bemühen, leicht unterkalorisch zu essen. Nichts Dramatisches, einfach nur, weil ich das Gefühl habe, dass ein leichtes Defizit vielleicht auch meinem Darm dienlich sein könnte.

Ergänzend dazu werde ich auch eine kleine Darmkur machen, mit Pro-Symbioflor. Mal sehen ob und welchen (positiven) Eindruck ich gewinne, ggf. kann ich dann noch mit Symbioflor 1 + 2 weiteraufbauen.

Also, dass alles klingt zwar total entspannt, aber tatsächlich wird das eine ganz schöne Herausforderung werden, allein wenn ich an die Sache mit dem Süßstoffe einschränken und erst an das mit dem Kaffee denke! Aber gut

Dafür habe ich mir selber einen Zeitraum von 6 Wochen verordnet, mit strengem Durchführungsgebot. Amüsanterweise und ohne es bewusst so zu planen, fällt das nun in die österliche Bußzeit, zwischen Fasching und Ostern. Na, wenn das mal kein gutes Omen ist?

Ich bin zwar nicht religiös, aber vielen der ursprünglichen Traditionen bin ich doch verwurzelt und die feiere ich auch, wenn zumeist auch eher still für mich. Wobei ich für diesmal jedoch plane mein Tun, mein Hadern und meine Verfehlungen in Wochen-posts auf Happy End Kurven festzuhalten.

Na dann, mal auf zur Kuchenschlacht, bevor es heißt Buße zu tun … oder so ähnlich.