Status quo #20/26 – Laufleistung

Als es nun darum ging, zu entscheiden, wohin uns unsere 2. Urlaubswoche dieses Jahr führen soll, waren wir uns schnell einig. Nachdem ich so großen Gefallen am Bergwandern gefunden habe, es uns im Juni 2017 so gut im Montafon gefallen hat und wir unseren Urlaub 2016 im Tannheimer Tal noch in so toller Erinnerung haben, war es keine Diskussion uns dort wieder eine Unterkunft zu suchen; zumal wir mit dem Erwandern all der Strecken, die wir uns dort angesprochen haben, ja auch noch lange nicht fertig sind.

Wandern, auch Bergwandern, ist für mich eigentlich kein neues oder unbekanntes Konzept. Ich bin schon immer gerne in die Berge, Schweiz oder Österreich, gefahren und dort gelaufen. Nun ja, letzteres waren dann eher Spaziergänge auf Hochplateaus, nachdem uns ein Transportmittel, den Weg nach oben geebnet hatte. Selber hochlaufen und die Erfahrung und Anstrengung des Erlaufens zu genießen, war natürlich nicht möglich.

Und zu Hause, egal ob im ebenen Rheingraben, oder an den Hängen der Berg- und Weinstraße, laufen und wandern wäre schon schön gewesen. Aber auch hier habe ich es vorgezogen Ausreden im schlechten Wetter, schmerzenden Knien und Atemnot zu suchen – und zu finden.

Wirklich verdenken kann man es mir nicht. Sich mit 200 kg auf Wanderlust zu begeben – nun, da kann ich mir tatsächlich lustigeres Vorstellen. In dieser Gewichtsklasse MUSS vor der Wanderlust, die Abnehmlust stehen, das ist mir natürlich heute klar.

Aber nun kann ich es. Und nun liebe ich es.

Zugegeben, wir beiden hatten so unsere Anfangsprobleme, das Laufen und ich, und es war keine Liebe auf den ersten Blick. Es war nicht nur sehr mühsam, sondern verdammt anstrengend 2014 wieder in Bewegung zu kommen.

Mit 5 min, jeden. 2. Tag, auf dem Ergometer habe ich angefangen, bin dann die Straße auf und ab (was eine Höchstleistung war, da wir damals am Hang gewohnt haben), habe mich dann auf den steilen Rundweg um unsere Häuser gewagt und schließlich Stück für Stück weiter den Hang im Wald hoch.

Ergänzend dazu habe ich mit 150 kg angefangen auf dem Laufband zu laufen. Das ging zunächst nur sehr langsam und nur eben. Aber es steigerte sich, mit jedem verlorenen Kilo, wurde das Band schneller und die Steigung höher. Heute trabe ich zum Aufwärmen von der Training mit der steilsten Einstellung und in einem Tempo was mir gerade noch so laufen ermöglicht vor mich hin – ohne Probleme; noch einen Hauch schneller allerdings und ich müsste rennen, was für mich leider immer noch nicht möglich ist und es auch vielleicht nie sein wird.

Als ich es das erste Mal nach Jahren wieder auf unseren damaligen „Hausberg“, mit seinem Wahrzeichen dem „Franzosen Kreuz“ geschafft hat, war ich unglaublich stolz. Mittlerweile war ich (ohne Anstrengung) schon einige Mal wieder dort, einfach nur, weil es mir ein so gutes Gefühl gibt.

Und es ist auch meine Waffe, sollte mein Innerer Schweinehund alte Maßstäbe ansetzen und mich vor einer möglicherweise schädigenden Überanstrengung beschützen zu wollen (tatsächlich will so ein Innerer Schweinehund nur das Beste für sein Herrchen), indem er mich gemahnt, doch lieber bequem zu Hause zu bleiben.

Es mag sein, dass ich auch heute noch immer mal wieder einen Moment zögere, verführt bin auf ihn zu hören, dann jedoch tätschle ich ihm den Innerer Schweinehunde-Kopf und versichern ihm, dass alles gut ist und mache mich auf zum Franzosen Kreuz, um ihm das Gegenteil zu zeigen.

Mit der Zeit haben unsere Wander- und Laufausflüge immer größere Kreise gezogen. Sonntagsnachmittags kurz Mal einen 10 km Rund-Spaziergang ist kein Thema mehr. Natürlich mag sich das für Lauf-Profis vielleicht lächerlich wenig anmuten, aber dafür, wo ich herkomme, bedeutet es für mich viel, sehr viel. Und als dann 2016 die Tannheimer Tal Berg-Wanderwege in unser Lauf-Portfolio eingezogen sind, habe ich mich so richtig ins Laufen verliebt.

Auch die Erkenntnis aus diesem Jahr Montafon, das ich es nicht nur schaffe, die Berge hochzukommen, sondern dass ich tatsächlich mit den anderen (und ich spreche hier wirklich von sportlichen, vielgeübten Läufern) mithalten kann, hat einiges dazu beigetragen meine Liebe zu festigen. Oh, ich habe definitiv meine Grenzen, schließlich schleppte ich nach wie vor 90 kg den Berg hoch, aber ich kann es – und ich genieße es.

Wow, ich genieße es 500, 700, 1000 Höhenmeter auf einem Bergpfad zu überwinden. Hör sich das doch mal einer an! Es ist unglaublich. Einfach unglaublich.

Übrigens finde ich trotzdem – obwohl ich fast alles zu Fuß erledigt, zum Einkaufen, zum Fitness, zu Ärzten und Behörden – dass die 10.000 Schritte täglich, die allgemein empfohlen werden, ganz schön hoch angesetzt sind. Insbesondere für einen nicht berufstätigen, Hundefreien Menschen, mit meiner Übergewichts-Karriere, der grundsätzlich schon immer eher Sparsam mit seinen Bewegungen ist. Von irgendwas ist es ja gekommen das viele Übergewicht.

Ich visiere deswegen auch eher 8.000 Schritte für mich als tägliches Ziel an, natürlich immer mit dem Anspruch, doch die 10.000 zu schaffen (was mir 4-5 Mal die Woche auch gelingt) und vorausgesetzt, dass meine fitbit einigermaßen korrekt rechnet.

By the way, fitbit – für dieses Schritte-Spiel ist die fitbit oder eine andere Fitnessuhr einfach genial. Sie mag durchaus auch ein Stressfaktor sein, etwa wenn man sich permanent und immer wieder mit den Kalorien-Verbrauchszahlen beschäftigt, aber ihre Motivationswirkung ist, meiner Meinung nach, trotzdem nicht zu toppen.

Wer also keinen großen und/oder laufbegeisterten Hund hat und dadurch 3 mal am Tag seine Strecke läuft, sondern einfach nur etwas mehr Bewegung in seinen Alltag bringen will, dem sei so ein Schrittezähler unbedingt ans Herz gelegt.

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Also, es geht nun demnächst wieder in die Berge. Und ich freue mich riesig darauf. Übrigens, ein leichtes Lieblings -Wander-Outfit habe ich auch schon für mich gefunden:

Anfangs war es nicht nur sinnvoll und praktisch bei Aldi oder Decathlon günstige Sportkleidung zu kaufen, doch mittlerweile sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir mehr und mehr zu hochwertiger Outdoor-Bekleidung greifen. Bei uns sind zb. Mittlerweile eine Regenjacke von Bergans, Regenhosen und eine Weste von Vaude, Wander-Schuhe von Brooks und ein kuscheliger Fleece von Schöffel eingezogen. Auch meinen Osprey Wanderrucksack möchte ich nicht mehr missen. Und ich bin mir sicher, dass da, mit der Zeit, noch so einiges dazukommt. Nur meine heißgeliebten (günstigen) Runner-Hosen von Decathlon, die bleiben.

Also … auf, auf, ihr Wandersleut‘, der Berg ruft; oder so ähnlich.