Status quo #20/27 – Und da sind sie wieder …

… die drei Tage, die in regelmäßigen Abständen über mich hereinzubrechen scheinen, und zwar immer gerade dann, wenn alles mal für eine Weile glatt zu laufen scheint.

Vielleicht komme ich aber auch mit dem Konzept, dass es mal gute und mal schlechte Tage geben muss, einfach nicht zurecht. Oder aber ich bin zu fixiert darauf, dass nur gute Tage zählen und/oder darauf, dass mir schlechte Tage überhaupt nicht zustehen?

Wie auch immer, auf jeden Fall ging es in dieser Woche 4 kg, in nur drei Tagen, mit der Waage nach oben, nachdem es nun 3 Wochen (leicht, ich hatte, wenn überhaupt nur ein kleines Kaloriendefizit) bergab ging.

Mit so was, also Zahlen auf der Waage, kann ich ja per se schon mal schlecht umgehen. Und ja, ich sollte unbedingt von dem Ding fernblieben, zumindest an meinen nicht Wiegetagen. Aber darüber hinaus ging es mir auch ansonsten nicht gut.

Ich habe die letzte Zeit nicht besonders gut geschlafen (was ich nur sehr schleichend erkannt habe), mich nicht erholt gefühlt und war den ganzen Tag müde und erschöpft. An meiner Jeans, die an den Beinen sehr stramm saß, konnte ich erkennen, dass ich jede Menge Wasser eingelagert haben muss. Auch konnte ich mich nur schwerfällig bewegen, regenerierte nur schlecht nach dem Training, sprich, mir tat alles weh, und mir fehlte der Antrieb.

Sicher, die drei Tage stand mein Kauwerkzeug nicht still und ich war äußerst aktiv darin mir was in den Mund zu schaufeln, aber mein Denken und Handeln war wie eingefroren. Das einzige was mir möglich war, war Folge für Folge einer TV-Serie zu schauen, die mein Sohn mir empfohlen. Und so was war früher für mich zwar normal, ist aber komplett untypisch für mich heute.

Ich habe das einzige gemacht was mir einfiel. Ich habe die Bremse angezogen. Training zurückgefahren, am Montag gab es nur ein leichtes Ganzkörperprogramm, am Mittwoch nur einen langen Spaziergang und am Freitag gibt es ein wenig Cardio; so soll auch die nächste Woche aussehen.

Dazwischen habe ich meinen Hintern vor den PC geklemmt und tatsächlich seit ein paar Tagen auch Rezensionen und Artikel für Happy End Buecher tippen können – und weitere Folgen besagter TV-Serie geschaut.

Ich habe mein Trainingsprogramm unterbrochen, habe nicht die Wohnung geputzt und war nicht Einkaufen. Ich habe mich bewusst hängen lassen und dabei versucht mich in Achtsamkeit entschleunigen. Klingt gut, oder? Und nach gefühlten Tagen und Wochen, in denen ich mich im Schlaf nie richtig erholen konnte, bin ich heute Morgen endlich einmal wieder erholt aufgewacht. Ich habe also (hoffentlich) richtig reagiert.

Aber warum tue ich mir immer wieder so was an? Denn ich habe es schon lange befürchtet, es gibt da ein Muster. Das scheint ganz nach dem Plan „hinfallen, aufstehen, Krone richten und weitermachen“ zu verlaufen. Was ja grundsätzlich gar nicht mal so schlecht ist, aber da scheint irgendwo im Ablauf eine (negative) Komponente zu sein, die da eigentlich nicht rein gehört, die ich dem aber immer wieder (zwanghaft, darin bin ich wirklich großartig) hinzufüge.

Ich lege quasi die Stolperstellen selber aus, damit ich hinfallen „muss“, nur um mir dann wieder beweisen zu gönnen, dass ich ja prima immer wieder aufstehen „kann“. Ich halte also ganz bewusst das Hamsterrad am Laufen. Die Frage ist nur, warum mache ich das?

Warum fühlt sich ein Tagesablauf, Essensplan, Trainingsprogramm, wochenlang gut für mich an, blühe ich damit auf, ziehe Ruhe aus der Routine – und dann auf einmal nicht mehr? Liegt es daran, dass ich mich überfordert habe? Oder unterfordert? Oder einfach nur, dass auf gute Tage eben auch mal schlechte Tage folgen?

Es heißt ja immer, dass die Kunst darin bestünde, nach schlechten Tagen, wieder in die Routine zu finden und mit dem Plan weiter zu machen. Und ich glaube tatsächlich, dass darin auch das Geheimnis liegt; was mich aber auch wieder vor meine drei Probleme stellt: Geduld, Geduld und Geduld. Na toll.