Status quo #20/29 – Parole „Fortsetzung der Diät“?

Nach dem Urlaub wieder zu Hause habe ich mich die letzte Woche darum bemüht meine entgleiste Futterrei (Menge, Häufigkeit und die Kaloriendichte – ich sage nur lecker Nüsschen und Trockenfrüchtchen …) wieder auf Normgröße zu schrumpfen. So richtig, also richtig im Sinne einer „Fortsetzung der Diät“, ist mir das bisher nicht gelungen.

Wobei ich auch zunächst einmal damit zu tun hatte meine Trinkmenge wieder anzuheben. Wegen der Häufigkeit der notwendigen Pinkelpausen, bei täglichen 3,5 – 4 l Wasser, hatte ich die Menge beim Wandern – beliebte Wanderwege, in den Bergen, über der Waldgrenze, keine Toiletten auf Gipfeln (was auch irgendwie unschön wäre) usw.- weit heruntergefahren.

Keine Frage, das war nicht besonders klug und das nächste Mal muss ich das auch unbedingt anders angehen. Aber so war es auch kein Wunder, das ich mich förmlich ausgetrocknet gefühlt habe und an dem Flüssigkeitsmangel auch meine Verdauung zu leiden anfing. Aber naja, das Spiel kennen wir ja.

Und die Woche habe ich auch gebraucht, um mich von den vorangegangenen Gipfelstürmen zu erholen, was sich in einem, sogar für mich, die gerne mal einen nachmittäglichen Powernap hält, erschreckend großen Schlafbedürfnis geäußert hat. Ich bin also jeden Nachmittag förmlich ins Bett gefallen, habe einen ausgiebigen Mittagsschlaf gehalten und jeden Morgen ein klein wenig später aufgewacht.

Allerdings ist mir schon seit einer Weile aufgefallen, dass ich nach Anstrengungen (Training, Wanderungen, Radtouren und langen intensiven Spaziergängen), die ich vor kurzem noch einfach so weggesteckt habe, wirklich nur sehr schleichend wieder regeneriere. Und überhaupt alles im Moment als ziemlich anstrengend empfinde und mich, trotz zusätzlichen Schläfchen, erschöpft durch den Tag schleppe.

Und ehrlich mal, ich kann mir das doch alles nicht einbilden, die Müdigkeit, die allgemeine Schlappheit, die schlechte Erholung, nach Sport, die Konzentrationsprobleme, die Gewichtszunahme. Da ist doch was im Busch!

Aber wie auch immer, im Moment ist, so dachte ich, erst einmal der Wiedereinstieg in meine erprobte Routine wichtig. Tja, und dann ist meine Tante gestorben. Und obwohl ich nur ein sehr entferntes Verhältnis zu ihr hatte, war es mir doch wichtig sie zu verabschieden. Also ging es die darauf folgende Woche wieder auf Tour. Diesmal jedoch in die andere Richtung nach Norden, bzw. nach Emden zur Trauerfeier.

Ich glaube, ich brauche nicht zu erwähnen, dass das weder meinem Einstieg in meine Routine, noch einer möglichen Diät förderlich war. Und, by the way, im Training war ich auch seit 3 Wochen nicht.

Klar, Diät hätte ich halten können, aber letztendlich war ich allein schon dafür dankbar, dass es mir irgendwie gelungen ist, mich die letzte Woche so „low carb to go“ zu ernähren, dass ich keine (größeren) Probleme bekommen habe.

Nun ist also eine weitere Woche ins Land gezogen und immer ist noch nichts. Und ich bin mittlerweile – wieder einmal – an diesem Punkt, an dem ich mich frage, ob ich es nicht mal für eine ganze Weile gut sein lasse. Ich töne zwar noch immer überall davon, unbedingt die 6 vorne auf der Waage sehen zu wollen und mache mir echt Sorgen, weil ich zurzeit immer noch kurz über der 90zig bin, aber meine aktuellen, recht jämmerlichen Versuche, erzählen eine andere Sprache.

Also keine „ich will Diät (weiter-)machen“-Sprüche mehr, sondern einfach Ruhe geben, Gleichgewicht in der Routine finden, regelmäßig Bewegung genießen und im Training so richtig Gas geben? Das hört sich einfach an, aber wie oft habe ich mir das schon gesagt und dann doch wieder daran herum gedoktort was auf der Waage zu reißen. Richtig, viel zu oft.

Ach, im Moment bin ich einfach meinem selbst produzierten „sich sorgen“-Kreisläufe dermaßen überdrüssig. Aber ich weiß auch einfach nicht, wie ich aus diesem Karussell aussteigen soll. Wie macht man das Urlaub „von sich selbst“ nehmen?