Status quo #20/30 – Ich bin so satt, ich mag kein Blatt: Mäh! Mäh!

Tischlein deck dich

satt, satter, am sattesten, Sättigung

In den letzten Monaten bin ich nicht sonderlich geschmeidig mit mir und allem zurechtgekommen. Dazu zählen so Themen wie allgemeine Müdigkeit und schlechte und nur schleppende Erholung nach sportlicher Anstrengung, aber auch eine Veränderung, die sich im Umgang mit meinen Schlauchmagen eingestellt hat.

Es hat eine Weile gebraucht, bis ich in diesem Punkt die Verschiebung wahrgenommen habe und nun (hoffentlich) neue Zusammenhänge herstellen kann. Ein wenig auf die Sprünge geholfen hat mir dabei eine Antwort auf meine Bitte in meinem OP- und nach-OP betreuenden Krankenhaus, doch einmal über meine Blutwerte zu schauen; wenn ich auch hinzufügen muss, dass die email auf meine Anfrage bezogen nicht wirklich hilfreich war.

Ja, ich tendiere dazu zu viel in Blutwerte hineinzuinterpretieren, aber mit diesen verallgemeinerten Aussagen, wie „ihre Blutwerte gut aussehen“, mag ich mich dann auch nicht zufriedengeben, insbesondere wenn es mir offensichtlich nicht so gut geht. Aber gut.

Von Zeit zu Zeit grundsätzlich die Ernährung zu hinterfragen, finde ich dann jedoch wiederum recht sinnvoll; auch wenn es sich hier ebenfalls um sehr allgemeine Dinge dreht.

Die Rückfragen bezogen sich also auf:

Veränderungen in der Eiweißmenge
in der Supplementation,
in der Ernährungsweise?

Ohne meine Makros genau getrackt zu haben bin ich mir ziemlich sicher, dass ich, besonders in der letzten Zeit, in der ich wieder vermehrt darauf achte, meine Eiweißmenge unverändert hoch halte. Und im Bereich der empfohlenen 100-120 g bin ich eh locker.

Meine Supplementation ist seit der vor OP-Phase geradezu überfürsorglich; wenn nicht gar nah am Rande des Übertriebenen. Aber he, meine Blutwerte sehen doch gut aus, oder? Also. Außerdem, ich gebe es ja zu, experimentiere ich gerne mit Nahrungsergänzungsmittel. Doch bitte, es soll sich keiner einreden (und das lasse ich mir auch nicht), dass ich mir einfach alles einwerfe. Ich bin sehr sorgfältig in der Recherche und wäge stets ab, was nützlich sein könnte und was nicht.

An meiner Ernährungsweise hat sich auch nichts wirklich geändert. Grundsätzlich bin ich nach wie vor low carb unterwegs. In diesem Bereich, also von 0 – 150 g KHs jedoch schwankend. Und Fleisch mag ich immer noch nicht wieder gerne; wobei Huhn nun doch hin und wieder auf meinem Speiseplan auftaucht. Die Soja-Experimente habe ich jedoch größtenteils wieder gelassen, einfach auch, weil ich das Zeug, nach anfänglicher Begeisterung, dann doch ziemlich schnell über hatte.

Interessanter fand ich da die Rückfragen zu Beschwerden, Magenschmerzen nach dem Essen, der Sättigung aktuell und dem Reflux (der mich im letzten Jahr ziemlich gequält hatte und den ich beim letzten Follow up angegeben hatte).

Im Moment habe ich jedoch keine Beschwerden, keine Magenschmerzen nach dem Essen und auch keine Probleme mit Reflux (seit ich streng darauf achte, min. 30 min, eher 1 Std. nach der letzten Mahlzeit verstreichen zu lassen, bevor ich mich hinlege). Ich habe mich auch bis heute noch nie übergeben müssen, etwa weil ich meinen Magen so voll gestopft habe.

Spannend wird es mit der Frage nach der Sättigung. Ja, ich spüre heute, anders als früher zu vor OP-Zeiten, eine Sättigung. Und daran hat sich auch über 3 Jahre nach der OP nichts daran geändert. Allerdings kann ich heute wieder, zumindest ein Stück weit, über diese Sättigung hinaus essen. Und mache das auch bewusst ganz nach dem Motto, na, dieser Löffel geht noch.

Puh, und ja, diese Erkenntnis hat mich schon ein bisschen erschrocken. Und ich glaube, damit auch erkannt zu haben, dass ich – trotz evtl. anderer Behauptungen – doch nur unschwer mit der Tatsache zurechtzukommen scheine, wieder ganz „normale“ Portionen essen zu können.

Habe ich mich viel zu lange darauf ausgeruht, dass mein Schlauchmagen mir schon rechtzeitig melden wird, dass er nun voll ist und es an der Zeit mit dem Essen aufzuhören? Und mich am Ende zu wenig um den Umgang mit der Sättigung bemüht? Nun das mag sein. Doch der nach-OP „Honeymoon“ ist endgültig vorbei. Ich sollte wohl endlich die Rosabrille abnehmen, an die ich mich irgendwie immer noch zu klammern scheine und begreifen und akzeptieren, dass ich nun wieder den Kampf aller Abnehmwilligen zu führen habe.

Die Frage ist nun, wie steure ich dagegen und wie trainiere ich am besten mit meiner Sättigung? Nun wo körperlicher Hunger wieder spürbar ist (ja, auch in dieser Hinsicht hat sich einiges verändert) und die (immer noch unersättliche) Gier es rein treibt?

Ich sollte wohl meinen aktuellen „happy me“-Entwurf noch um einen Punkt erweitern: mich nicht mehr auf dem Gedanken einer Schlauchmagen-Sättigung ausruhen, sondern dieses neue Gefühl, Sättigung zu verspüren, aktiv zu nutzen lernen.

Was meine ursprüngliche Frage bzgl. meiner Regeneration und der allgemeinen Müdigkeit betrifft, so werde ich wohl einfach so weiter machen müssen wie bisher – und auf bessere Zeiten hoffen.