[Status quo] Ende Januar 2015, 7 Monate nach OP

Medizinisch

Medizinisch hat sich in den letzten 4 Wochen nicht viel getan. Hier stehen nach wie vor die Ergebnisse zur Sonographie (Galle), dem MRT (Kleines Becken) und des letzten großen Blutbildes aus. Allerdings lassen sich schon heute dahinter versteckt weitere OPs vermuten, die Korrektur eines Nabelbruchs miteingeschlossen.

Denn mein Monatsrhythmus (deswegen das MRT) ist außer Rand und Band und ich, nach Urteil des Radiologen dauerhaft „im 4. Monat schwanger“. Und ehrlich gesagt, genauso fühle ich mich auch mehr und mehr. Aufgedunsen, schwerfällig und mit harten prallen Trommelbauch – also das ganze Ding, jedoch ohne die Glücksgefühle und die Zufriedenheit einer im 4. Monat Schwangeren.

Essenstechnisch

Zuerst dachte ich, dass all das vom (unkontrollierten unregelmäßigen) Essen kommt. Denn es fällt mir doch viel schwerer als erhofft, nach dem chaotischen und arbeitsreichen Dezember, in dem ich praktisch das Essen vergessen habe, im ruhigen Januar, wieder in einen angemessenen (und mir, nach meiner Erfahrung, wohltuenden) Essensrhythmus zu fallen.

Außerdem hatte ich bedingt durch die Ruhe, nach dem Sturm, mit einem Mal wieder viel zu viel Zeit über Snacks nachzudenken.

Essen aus Langeweile – schon immer eines meiner größten Probleme. Und schon recht schnell nach der OP konnte ich bei mir bemerken, dass ich nach wie vor dazu neige – tagesformabhängig – alle Ritt lang nach etwas zum Kauen zu suchen; wie immer natürlich unabhängig von Völlegefühl oder Bedarf.

So erwische ich mich immer wieder dabei, anstelle Mahlzeiten und Ruhepausen abzuwechseln, eins um andere Mal was „zu suchen“. Natürlich sind diese „Naschereien“ sehr harmlos geworden, im Gegensatz zu früher, wo sie Kohlenhydratreiche und zuckerhaltige, hochkalorische und vor allem große Mengen bedeuteten.

Doch losgeworden bin ich das Verhalten nicht – und ich brauche unbedingt einen Plan, wie ich dem entgegenwirke.

Sportlich

Obwohl es mir mitunter schwer fällt loszuziehen und gegen die eigene Trägheit anzukämpfen, so habe ich die letzten Wochen und Monate doch ungeahnte Freude daran gefunden mich sportlich zu betätigen. Etwas was ich überhaupt nicht von mir kenne – und mich ehrlich gesagt immer noch irritiert.

Denn viele Jahrzehnte habe ich Bewegung ausschließlich als Strafe für Völlerei und Gewichtszunahme genutzt. Und ich finde es unheimlich schwer dieses Denken abzulegen und es einfach mal nur zu genießen, mich etwas austoben zu können.

Vielleicht nehme ich deswegen sportliche Betätigung auch so viel zu ernst. Ich bin (und werde es auch nie werden) kein Profi- und Leistungssportler und es gibt überhaupt keinen Grund mich in Trainingsthemen rein zu steigern.

Denn für mich ist es doch eigentlich völlig egal ob es das „perfekte“ und „richtige“ Training ist (insofern ich die Übungen an sich richtig durchführe und mir damit keinen Schaden zufüge). Ich bewege mich in einer so niedrigen sportlichen Leistungsklasse, dass ich in jeder Hinsicht mit Bewegung nur gewinnen kann.

So scheint es schlicht nicht in meinen Schädel zu gehen, dass ich mich mit Gewinn lediglich zu meinem Vergnügen bewegen brauche und keine Meisterschaft gewinnen muss um mit Spaß meine Beweglichkeit zu steigern.

Status quo

Nach einem stressigen und arbeitsreichen Dezember, ist dem nun ein sehr viel ruhigerer Januar gefolgt. Dazu kommen gesundheitliche Probleme, die ebenfalls nicht minder Einfluss auf mein aktuelles Gewicht haben.

Kein Wunder, dass sich das nun deutlich im Gewicht niedergeschlagen hat. Zum ersten Mal, mit Ausnahme im April 2014, habe ich in einer Woche 2 kg zugenommen.

Da ich bereits auf einen solchen „Rückschlag“ gewartet habe (worin dieser auch immer gegründet ist), der meiner Meinung nach irgendwann kommen musste, bin entsprechend gefasst (noch so ein Punkt, denn ich unbedingt in den Griff bekommen muss: die Waage) und bisher weder einer Fressorgie, noch einer „Sand in den Kopf steck“-Attacke erlegen. Ja, ich habe sogar heute im Sportstudio tatsächlich nur das gemacht, worauf ich gerade Lust hatte und nichts vom dem ich glaubte, es sei als „Strafe“ unabdingbar (obwohl ich ziemlich in Versuchung war, dem nachzugeben).

To do Liste:
Essen aus Langeweile vermeiden und sich meines Mottos erinnern: Eat for Engery, not for Comfort.
„Sport“ und „Strafe“ trennen und stattdessen „Spaß“ und „Sport“ verbinden.
Der Waage keine Macht mehr über mich gestatten, sondern als sie schlicht als Hilfsmittel zur Kontrolle akzeptiere lernen.

Aktueller Wiegetag: 26. Januar 2015 = 127,8 kg (Start: 192,6 kg /Jan 2014)