Weniger Essen, mehr Sport

Während sich meine Fresslust so langsam normalisiert und die Waage nach einer ziemlichen Berg und Talfahrt wieder zur Ruhe kommt, habe ich die letzten Tage viel darüber nachgedacht, was mit mir los war und warum ich einmal mehr über alte Lehren gestrauchelt bin.

Um der Waage eine Schubs zu geben, damit diese endlich unter 100 kg anzeigt, habe ich mich entschlossen 14 Tage in Ketose zu Leben. Der Versuch war auch sehr erfolgreich und ich habe mich klasse gefühlt, sodass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird, dass ich eine solche sehr low carbe-Phase einlege.

Doch gleichzeitig bin ich – wiederholt – in die Kalorienzähl-Fall getappt und munter (und ich schwöre völlig unbewusst) meinen Kalorienumsatz nach unten gedrückt.

Eigentlich wollte ich nur für meinen Mann ein paar kalorische Berechnungen anstellen, um ihn auf Spur zu bringen. Doch während er die ganze Rechnerei schnell dicke hatte und zwar genau nach 3 Stunden, bin ich in die Kalorienzähl-Rolle geschlüpft als hätte es die Aufklärung und die Erfahrung, warum das alles Mist ist, für mich nie gegeben.

Ich finde, es unheimlich erschreckend, wie glatt und widerstandslos ich immer wieder dorthinein finde. Heute sage ich mir noch, dass es überhaupt nichts bringt Kalorien zu zählen oder gar diese (stark) zu reduzieren und morgen erwische ich mich schon wieder munter beim Rechnen.

Am Ende der 14 Tage habe ich also, wenn wundert es, schlagartig von den 4 verlorenen Kilos 2 wieder zugelegt und bin darüber so dermaßen erschrocken – was eine andere Baustelle ist, die ich auch noch beackern muss – dass ich schlagartig eine satte Fresslust entwickelt habe.

Seit 14 Tagen versuche ich alles um wieder von dem Trip runter zu kommen. Und so langsam kann ich erkennen, dass Entspannung eintritt, ich wieder einen „normalen“ Appetit habe und nicht mehr das Gefühl alle ½ Stunde etwas in den Mund stecken zu müssen.

Eigentlich weiß ich doch nur zu gut, und dass aus mannigfaltiger Erfahrung, dass bisher weder Kalorienzählen oder Kalorien (stark) einschränken einen (langfristigen) Erfolg bei mir hatte. Habe ich nicht am eigenen Leib erfahren, dass im Grunde um ganz andere Dinge geht?

Warum klammere ich mich immer noch an Grundumsatz und Leistungsumsatz, der über ein standardisiertes Rechnungsverfahren generiert wird und überhaupt nichts über meinen tatsächlichen Bedarf aussagt. Und schon gar nichts darüber wie mein Körper eigentlich damit (den zugeführten Kalorien) umgeht?

Hier muss sich etwas ändern. Wie ich bisher auch alles andere angegangen bin, so habe ich mir erst einmal die entsprechende Lektüre zusammengesucht:

In meiner Bibliothek befinden sich bereits einige Bücher zum Thema:

Weizenwampe: Warum Weizen dick und krank machtGesundheitsgeheimnisse aus der Steinzeit: Das revolutionäre Primal Health-KonzeptDie Steinzeit-Diät: So kriegen Sie Ihr Fett weg - natürlich fit, schlank und gesund wie vor 200.000 JahrenDie Paleo-Revolution: Gesund durch Ernährung im Einklang mit unserem genetischen ErbeAlles beginnt mit dem Essen: Gesund und fit durch Paläo-ErnährungDie Kalorienlüge: Wie uns die Nahrungsindustrie dick machtDas Salz-Zucker-Fett-Komplott: Wie die Lebensmittelkonzerne uns süchtig machen

All diese Bücher habe ich schon einmal gelesen und sie sind wirklich klasse. Sie konnten mich bereits von einige der Mythen befreien, mit denen ich mich seit vielen Jahren rumschlage, aber so wie es scheint, eben noch nicht allen.

Deswegen sind weitere Bücher, alles Tipps, die ich als Empfehlungen von anderen Bloggern im Netz gefunden habe, auf meinem Lesestapel gelandet:

Wie Übergewicht entsteht ... und wie man es wieder los wirdDas egoistische Gehirn: Warum unser Kopf Diäten sabotiert und gegen den eigenen Körper kämpftKöstliche Revolution: Gesund und schlank durch richtiges EssenEssen ohne Sinn und Verstand: Wie die Lebensmittelindustrie uns manipuliert

Aber es gibt da auch ein paar wirklich sehr interessante Bücher, die jedoch bisher nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Es führt also kein Weg daran vorbei, ich muss mich ans Lesen im Original machen und hoffen, dass sich bald ein deutscher Verlag dieser Lektüre annimmt:

The Calorie Myth: How to Eat More, Exercise Less, Lose Weight, and Live BetterWhy We Get Fat: And What to Do About ItGood Calories, Bad Calories: Fats, Carbs, and the Controversial Science of Diet and HealthThe Real Meal Revolution: The Radical, Sustainable Approach to Healthy EatingLose Weight by Eating (Scandinavian Diet)

Ein guter Einstieg war, dass ich mir „That Sugar Film“ im Original (läuft aktuell in deutscher Synchronisation hierzulande in den Kinos und kommt im März 2016 als deutsche DVD raus) und „Fed up“ (ebenfalls im Originla, ist bisher nicht ins Deutsche synchronisiert worden) ausleihen und ansehen konnte.

Voll verzuckert - That Sugar FilmFed Up

Denn auch wenn ich durchaus in der Lage bin Unterhaltungsromane im englischen Original zu lesen, so ist doch so ein Sachbuch, bzw. Ratgeber, eine ganz anderen Sache. Aber als Film, untermalt mit Bildern, ist es recht einfach sich in die grundlegenden Vokabeln zu finden, die einem mit großer Wahrscheinlichkeit auch in den Sachbüchern begegnen.

Als erstes habe ich mir Jonathan Bailors „The Calorie Myth” geschnappt. Und schnell erkannt, dass es richtig gut ist, wenn ich parallel zum Buch, die Informationen auch als Hörbuch höre und alles mit Vortragsvideos des Autoren auf Youtube ergänze.

Dennoch finde ich es immer noch schwer genug alles zu verstehen. Deswegen fange ich nun noch einmal von vorne an und notiere mir gleich wichtige Stellen raus. Schließlich will ich am Ende ja auch alles in meinem Blog festhalten.

Aber bis dahin ist wohl jedoch noch ein weiter Weg.