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Embrace – Du bist schön

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Ankes Bewertung

Die erste Ankündigung, die ich zu diesem Film gesehen hatte, ohne genaueres darüber zu wissen, hat mich euphorisch darauf warten lassen. Doch schon die ersten Kritiken, die dem folgten, gönnten meiner Begeisterung eine Abkühlung. Das ging so weit, dass ich am Ende kein Interesse mehr an dem Film hatte.

Nun wurde er im TV gesendet … was ihn, auf fb und whats app hochschwemmen ließ und wieder in meine Erinnerung gebracht hat. Und da ich mitreden können will, wenn sich meine Freunde darüber unterhalten, habe ich ihn mir gestern, in der Mediathek online angeschaut (eine super Sache übrigens, die Mediathek der Öffentlich Rechtlichen).

Mein Fazit: Nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte, aber doch genug, dass ich vom Film grundsätzlich „not amused“ war.

Aber fangen wir bei den Dingen an, über die ich mich gefreut habe, dass sie im Film thematisiert wurden: nämlich die Kritik an der Gesellschaft und ihrem Umgang mit ihren Mädchen und Frauen(-Körpern) – und den Medien, die so fleißig daran verdienen, diese Oberflächlichkeit zu bedienen; wobei ich letztere für die schlimmere Pest halte.

Aber gut, hier geht es schließlich um Angebot und Nachfrage und die Gesellschaft hat keineswegs das Recht sich auf ihrer Natur auszuruhen, sondern muss sich die Anklage ebenfalls gefallen lassen. Dieser ganze „Frauenbild“ und „so und nicht anderes sollte Frau sein“-Mist, mit dem wir so tagein und tagaus konfrontiert werden, ist tatsächlich reif für die Müllkippe und kann nicht oft genug kritisiert werden.

Doch von ein paar weiteren sehr interessanten Aktionen einmal abgesehen, zb. einem Fotoshooting, das unterschiedliche Frauentypen zum Thema hat und verschiedenen Interviews über Körperwahrnehmung und Schönheitsideale, die sehr spannend waren, habe ich mich jedoch, über das cherry picking der Themen und Frauen, die vorgestellt wurden, die damit verbundene einseitige Berichterstattung, die ewigen ermüdenden Diät- und Ernährungsmythen, die mal wieder auf den Tisch kamen und der plakative Einsatz der üblichen (Gegen-)Argumente, nicht gerade gefreut.

Ich meine was soll das: was erwarte ich, wenn ich zu einem Schönheitschirurgen gehe? Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass er mir erklären wird, dass meine Brustwarzen eben nicht perfekt in der Mitte der Brust sitzen. He, das ist schließlich seine Aufgabe, so was zu sehen und zu korrigieren! Echt jetzt, da brauche ich mich doch nicht hinterher darüber zu echauffieren, dass der Zweck diesen wundervollen nährenden Körperteils nicht hervorgehoben wurde, sondern er nur seine (perfekte) Optik reduziert. So what – ein Schönheitschirurg ist doch keine Hebamme oder ein Frauenarzt! Was also soll er sagen, wenn man ihn fragt!

Ja, und dann kann ich mit diesem „lerne dich zu lieben, so wie du bist und du wirst glücklich sein“ rein gar nichts anfangen. Und reagiere auf „Schau dich im Spiegel an und sagt dir, dass du dich liebst“ geradezu allergisch! Ich finde sogar es nervt. Total.

Ich fühle mich wohl, ich bin zufrieden mit mir und ich bin stolz auf mich. Und trotzdem habe ich (noch unerfüllte) Ansprüche an mich und Ziele, die meinen Körper noch verändern sollen. Es gibt Dinge an mir, die gerne verändert haben möchte, die mir nicht gefallen. Aber liebe und schätze ich mich deswegen weniger? Bin ich, nur weil ich Fehler an mir sehe, weniger glücklich mit mir. Nein. Also bitte hört auf mir diesen „ich liebe mich Spiegel“-Unsinn und „ich will so bleiben, wie ich bin“ verkaufen zu wollen. Ich kann es echt. nicht mehr. hören.

Ach, wie auch immer … lassen wir das einfach einmal dahingestellt. Vielleicht es ist einfach ein Thema, mit dem ich (noch) nicht umgehen kann oder das mich, weil es mir so ein Dorn im Fleisch ist, einfach aufregt?

Was bleibt: ja, es war interessant den Film anzuschauen und ich freue mich schon darauf mich über ihn mit meiner Freundin auszutauschen. Und nein, mit seiner Aussage kann ich nicht viel anfangen und ich bin mir alles andere als sicher, ob das der richtige Weg ist, um ein Frauenbild in unseren Köpfen zu etablieren, das uns Frauen glücklich und zufrieden mit uns sein lässt.

Womöglich liegt die Antwort ja schlicht in einem respektvoller Umgang miteinander, der die Grenzen anderer akzeptiert und Übergriffe, jedweder Art gesellschaftlich völlig unakzeptabel macht.

Aber vielleicht muss halt, vor allem anderen, erst einmal die Provokation kommen – egal in welche Richtung sie geht. Zum Nachdenken angeregt hat mich der Film, insofern hat er durchaus sein Ziel erreicht. 😉

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