Birgit Irgang – Genuss ohne Gluten

Birgit Irgangs „Genuss ohne Gluten“ richtet sich in erste Linie an Zöliakie-Patienten; die ich bekanntlich nicht bin, wieso sich die Frage stellt, was ich mit diesen Kochbuch will?

Mir ist aber eine Autoimmunerkrankung, Morbus Crohn, eigen und damit einhergehend auch ein Darm (und ein Körper), der stark auf ein zu viel an Kohlenhydraten, aber auch Gluten, Geschmacksverstärker & Co, reagiert. Sodass auch für mich die Informationen und Rezepte grundsätzlich interessant sind.

Grundsätzlich deswegen, weil mein Hauptinteresse eben doch im Bereich des Low Carbs liegt; womit die Autorin nur am Rande dienen kann (aber es war ja auch nicht ihre Absicht ein Low Carb-Kochbuch zu schreiben). Und trotzdem hat mich „Genuss ohne Gluten“ so sehr begeistert, dass ich es auch allen Low Carbler ans Herz legen.

Meiner Erfahrung nach, ist es nämlich so eine Sache mit (das betrifft vor allem Back-)Rezepten, die einer „normalen“ Ernährung entsprechen, also mit Weizenmehl und Haushaltszucker hergestellt sind, einfach Low Carb-gerecht umzuwandeln. Hat man jedoch bereits erprobte grundsätzlich glutenfreie Rezepte vorliegen, so ist es überhaupt kein Problem einfach Nussmehle und/oder Zuckeraustauschstoffe einzusetzen.

Ich bin nun auch mal kein so erfahrener, fantasievoller oder so begeisterter Bäcker und Koch, dass ich spielen LC-Rezepte aus dem Hut zaubere. Ich bin viel eher fürs Nachkochen geschaffen (wobei ihr mir hier und da schon mal eine kleine Variation zutraue) und in dieser Hinsicht, hat Birgit Irgang wirklich einiges für mich zu bieten.

Neben einer recht interessanten Einführung in die Zöliakie, Praxistipps im Umgang mit der Krankheit und eine kleine Einführung in die glutenfreie Küche, wird „Genuss ohne Gluten“ von Backrezepten, der deftigen und süßen Art dominiert. Ihre Ingwerplätzchen, Zimtsterne und Cranberry-Mandel-Makronen stehen – schließlich befinden wir uns gerade in der Vorweihnachtszeit – aktuell auf meiner zu-backen-Liste.

Darüber hinaus hat die Autorin aber auch einige Suppen, Hauptspeisen und Desserts vorzuschlagen, die umgehend ihren Weg in meine Küche gefunden haben, wie z.b. ihre Kohlrabi-Pizzas.

Negativ an den Rezepten ist mir der Einsatz von Margarine aufgefallen, den ich nicht gutheißen kann. Auch über die Empfehlung glutenfreie Fertig-Produkten zu nutzen, bin ich nicht begeistert. Da die Autorin, bzw. ihr Kochbuch, sich jedoch an die Bedürfnisse von Zöliakie-Patienten richtet, ohne Anspruch darauf zu erheben andere potenzielle Allergene ausschließen zu wollen, wie das etwa im Paleo gemacht wird, kann ich ihr diese Kritik auch eigentlich nicht anhängen.

Ein hilfreiches Kochbuch, reich an Ideen und Rezeptvorschlägen, nicht nur für Zöliakie-Patienten, sondern auch grundsätzlich dienlich für Low Carbler, die hier und da bereit sind, ein wenig an den Zutaten zu feilen.