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Next Level Keto – Phase 1: Einstieg und (High)Carbs ausschleichen

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Eigentlich sollte man denken, dass es die schlechten Nachrichten sind, die einem zum Umlenken bringen können. Doch ausgerechnet eine – für mich durchaus positive – Zahl auf der Waage (meiner Endokrinologin, zu meiner halbjährlichen Blutuntersuchung) hat mir einen neuerlichen Einstieg ins low carb geebnet.

Ich habe meine Waage schon seit einer Weile aus dem Weg geräumt; wozu mir auch den Stress damit geben? (Hört man, wie klug das klingt? Vor allem aber ist es vollkommen ehrlich. Wird wohl auch langsam Zeit, nach all dem Mist, mit der Waage.)

Dass ich zugenommen habe, zeigt mir die knackig sitzende Kleidung und der Blick in den Spiel hinreichend. Eine Ausnahme mit dem Wiegen mache ich jedoch, beim halbjährlichen Blutbild-check up. Warum? Nun ja, womöglich könnte es daran liegen, dass ich einfach zu feige war, keine Lust hatte, dort eine Diskussion anzufangen und einen Aufstand zu proben.

Nach langem hin und her und dem Abwägen möglicher Folgen, die dieses dumme Ding in mir auslöst, habe ich (zumindest für dieses Mal) beschlossen die Sache positiv zu sehen und mit offenen Augen auf die Waage zu steigen – zumal ich eh mit der Zahl konfrontiert werde, sobald mir die Ergebnisse der Blutwerte vorliegen. Warum sich nicht den Tatsachen stellen? Und siehe da, von den geglaubten weiteren 10 kg, die ich gefühlt zugenommen habe – meine verzerrte Körper-Wahrnehmung sei dank – gab es tatsächlich nur 2 zu sehen.

Und obwohl es keinen Sinn macht – zumindest nicht für mich – eben mit dieser lächerlichen Erleichterung im Nacken, ging es auf einmal ganz einfach – mit dem low carb.

Next Level Keto – Phase 1: Einstieg und (High)Carbs ausschleichen

Aber halt! Die letzten drei Wochen waren kein Spaziergang. Und noch immer bin ich nicht wirklich damit durch, mit der Umstellung. Aber bisher habe ich durchgehalten.

Wie auch schon von 5 Jahren, bin ich auch diesmal sehr langsam ins low carb eingestiegen. Weil ich zunächst einmal alle verderblichen und einige von den haltbaren Highcarb-Lebensmitteln aufbrauchen wollte, die ich für mich vorrätig gehalten hatte. Aber auch, weil diese Strategie in der Vergangenheit ganz gut für mich funktioniert hat.

Erneut hat mich schockiert, wie lange ich dafür benötigt habe und wie viele Lebensmittel ich immer noch bunkere. Aber das nur nebenbei, ich habe mich ja bereits über die mögliche Minimalismus/Übergewicht-Frage ausgelassen. Siehe: Minimalisten haben kein Übergewicht

Ich bin also sehr moderat ins low carb eingesteigen. Und um das ebenfalls gleich zu klären, aktuell weiß ich auch noch nicht, wie weit ich damit gehen möchte. Vermutlich wird es nicht zu dem vollmundig in der Überschrift angekündigten „next level Keto“ kommen. Oder vielleicht doch?

Im Moment lass ich es einfach mal laufen. Deswegen trinke ich auch jeden Morgen noch meinen Milchkaffee, obwohl der definitiv demnächst Geschichte soll. Oder sagen wir mal, in dem bisherigen Umfang und in der Wahl der Quelle. Hin und wieder Rohmlich vom Bauern, statt, weiß gefärbtes Wasser aus dem Tetrapak – so der Grundgedanke. Ich habe da also mal wieder einiges vor.

Aber zurück zu „kein Spaziergang“. Ich bin müde, fühle mich schlapp und das Training lässt sich äußerst anstrengend an. Ich habe ständig Durst (was natürlich einfach zu beheben ist) und komme, vom Kopf her, nicht so gut damit zurecht, dass ich weniger Hunger habe (wo ich doch mittlerweile so schön daran gewöhnt bin, regelmäßig was zum Kauen zu bekommen). Und ja, ich habe auch (zumindest hin und wieder) damit zu kämpfen, dass ich mein heißgeliebtes und selbstgebackenes Sauerteig-Brot, was ich für meinen Sohn und Mann bereithalte, nicht genießen kann. Und mein Hafer-Porridge.

Gut, für mein Porridge habe ich bereits einen sehr leckeren Ersatz finden können, Keto-Porridge, mit Leinsamen, statt Hafer. Und anstelle von Brotscheiben, eignen sich auch Salatblätter prima als Sandwich-Wraps, zumal die für mich je zu einem Sandwich gehören. Und unzählige Koch- und Back-Experimente stehe auch noch aus … doch ….

Warum mich also mit diesem erneuten low carb-Versuch quälen? Nun, bereits nach dieser kurzen Zeit der eingeschränkten Kohlenhydrat-Aufnahme haben sich diverse Verdauungsprobleme in Luft aufgelöst. Ich beginne mich „leichter“ und „befreiter“ im Kopf und im Bauch zu fühlen und schlafe (zurzeit) wieder besser, tiefer und erholter. Ich wache mit einem Ruck auf und bin sofort voll da. Verrückt, wie ich diese fantastischen Erfahrungen „vergessen“ könnte?

Ich verspüre deutlich weniger Drang etwas zu essen (wenn auch ein paar Kopf aka Gewohnheits-Probleme damit) und fühle mich schon heute damit länger zufrieden und gesättigt – und das, obwohl ich wegen des langsamen Ausschleichen der KHs, meinen Fett-Anteil noch nicht hochgefahren habe. Im Zuge der Umstellung genieße ich wieder deutlich mehr Protein und trinke mehr; ein super Nebeneffekt, finde ich.

Vielleicht sollte ich noch hinzufügen, dass ich weder Kalorien noch Makros zähle und auch andere Laster, wie ein Glas Wein am Abend und besagten Kaffee Morgens, mit Vernunft (hoffentlich), aber mit entspanntem Bedarf fröne.

Aber wie aus dem Lehrbuch ist das aber nicht, oder? Doch muss es das für mich sein? Nein. Denn, dass mir die Kohlenhydrat-Menge (und die Auswahl selbiger) der letzten Monate nicht gutgetan hat, dürfte klar sein. Es ist an der Zeit, das wieder umzukehren und mit einer guten Portion Neugier im Gepäck, zu erfahren, wie es mir damit geht.

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