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Auf zum Zumba!

Weil ich mich immer schon vor möglichen aktuellen Peinlichkeiten oder unangenehmen Situationen über-beschützt habe (sprich, sie schlicht vermieden habe, wo es nur ging) und auch nicht die Sicherheit eines festen und freiwilligen Tanzpartners hatte, habe ich mir nicht gestattet, damals als alle anderen dorthin gingen, auch in die Tanzschule zu gehen. Wie so oft habe ich die Sicherheit meiner Komfortzone, der Unsicherheit neuer Erfahrungen vorgezogen. Und bereue es seitdem; aber darum soll es heute nicht gehen.

Später in der Disco oder wenn ich ehrlich bin, in der „Hard Rock Tanz/Kneipe“, die ich gelegentlich besucht habe, spielten ein paar verpasste Tanzkurse eh keine Rolle. Und mehr als möglichst unauffällig auf der Tanzfläche hin und her zu wippen, habe ich mich eh nicht in der Öffentlichkeit getraut.

Das im Kopf, könnte es durchaus sein dass ich in der jüngeren Vergangenheit, also vorrangig die Zeit die ich im Fitnessstudie verbracht habe, mit einer guten Portion Neid auf die Damen und Herren der „Rumba-Truppe“, wie ich sie gerne aber durchaus liebevoll nenne, geschaut habe.

Da ich konditionell eh nicht in keiner Verfassung war, auch nur 10 min. die Beine in den ohrenbetäubenden Latino-Rhythmen zu schwingen und ich sowieso erst mal andere Interessen hatte, nämlich stark werden und ordentlich Gewichte bewegen, war das auch kein Thema.

Die Rumba-Truppe via in-ear akustisch mit meinem Metal zu übertrumpfen war (und ist) dagegen eine andere Herausforderung. Während mich meine Kopfhörer bereits dazu ermahnen, dass das doch nun lange laut genug gewesen ist und automatisch runter regeln, donnert der Merengue aus dem Trainingssaal immer noch unvermindert durchs Gebäude und bringt die Bänke zum Wackeln.

Nachdem ich letzte Woche auf youtube ein sehr reizvolles Kettelbell-Training gesehen hatte, beschlossen das auszuprobieren, darauf zwei Tage, mit furchtbarem Muskelkater in den Beinen unterwegs war und mich aufgrund dessen am Sonntag einfach nicht zum Cardio motivieren konnte, habe ich spontan beschlossen, die Ablenkung einer neuen Erfahrung zu nutzen, vom Crosstrainer zu steigen und beim Zumba mitzumachen.

Und … Überraschung! … ich hatte konditionell aber so was von überhaupt keine Probleme. Aber ich hatte das Gefühl ein kompletter Bewegungs-Legastheniker zu sein. (Und im Vorfeld hätte ich geschworen, dass es andersherum sein wird!)

Nun wahrscheinlich bin ich das auch, also ein Bewegungs-Legastheniker. Aber woher soll‘s auch kommen? Und ja, natürlich fallen auch die, mitunter doch etwas fordernden Schrittkombinationen, nicht vom Himmel auf einen herab; schön wär’s. Nein, hier macht natürlich die Übung den Meister. Und außerdem, bis auf die ein oder andere Stunden Aerobic im Sportverein, vor gefühlt 100 Jahren, war und bin ich nun wirklich keine Tanzfee.

Aber wie war‘s?

Nun, ich fand’s recht unterhaltsam. Ich würde nun nicht sagen, dass es „Liebe auf den ersten Blick“ war und ich mir ab heute kein Leben mehr ohne Zumba vorstellen kann. Aber als gelegentliche Abwechslung oder Ablenkung könnte mir so eine Einheit durchaus auch in Zukunft willkommen sein (übrigens, ebenso wie das Kettlebell-Training). Zumal, und das war ja Sinn und Zweck der Übung, mein Kopf es übernommen hat meinen Beinen sagen, wohin es gehen soll, damit die vom ihrem Muskelkater abgelenkt sind.

Mir bleibt nur zu hoffen, dass ich die jenigen, in deren Blickfeld ich zufällig ge-zumzelt bin, nicht jedes Mal völlig aus dem Takt gebracht habe, wenn ich mich, zum wiederholten Male, kreuz und quer zur Tanzrichtung übers Parkett geschoben habe; ich zumindest habe es mit Humor genommen. Die Musik – nun, mit der kann ich immer noch nicht. Und mir haben von dem – tut mir leid, aber es war so – übersteuerten Krach, noch Stunden danach die Ohren geklingelt.

Und wann geht’s wieder zum Zumba? An Pfingstmontag 2018, da habe ich mich, in aller Bescheidenheit, gleich zu einem Zumba-Event angemeldet. Na dann mal … Schritt, Schritt, Tipp, Schwung, Drehung … und dabei immer schön im Takt bleiben.

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