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Steak(Sep)tember Blog 03

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KetoVore KETO + MEAT-BASED - von einer pflanzenbasierten low carb Ernährung zu einer auf tierischen Produkten basierten ketogenen Ernährung.

Nach dem Sommerurlaub ist bei uns endlich wieder Alltag eingekehrt. Und es wurde auch Zeit, dass alles endlich mal wieder geradeaus läuft.

Diese Woche war meine Geburtstagswoche, was für mich bedeutete, gleich zweimal auswärts etwas zu essen, einmal zum Geburtstags-Kaffee bei meinen Eltern und einmal zum Abendessen nach der Selbsthilfe Gruppe, die ich seit langem wieder einmal besucht habe.

Keto unterwegs

Meine Mutter kann mit dem Konzept Kohlenhydrate zu reduzieren nicht so viel anfangen; ich respektiere das, jeder hat die Freiheit (zumindest in seinem Erwachsenenleben) über seine Ernährungsweise zu entscheiden. Um ihren Sorgen, „aber willst du dann essen, wenn wir Kuchen haben“, zu entgegnen, bringe ich mir an solchen Tagen einfach eine low carbe Alternative mit. In diesem Fall sollte es ein Käsekuchen sein; ein neues Rezept, das by the way, keine weitere Verwendung finden wird und nicht empfehlenswert ist.

Zum Glück hatte ich Hilfe von unerwarteter Seite, die mir die Last abgenommen hat, ein weiteres Stück des Käsekuchens essen zu müssen. Mein Mann hat, auf der Suche nach der berühmten „Kleinigkeit für zwischen durch“ den Kuchenboden mit dem Käsekuchen neu dekoriert. Danke Schatz!

Ganz zum Entsetzen meiner Mama saß ich also nur dankend ablehnend vor Hefekuchen mit Zwetschen, bis die Sahen auf den Tisch kam! Auch nicht schlecht. Und für unterwegs eh ein absoluter Pro-Tipp. Schlagsahne geht immer.

Der Abend im griechischen Restaurant war dagegen vergleichsweise kompliziert, denn ich hasse es wirklich, wenn Lebensmittels weggeworfen werden müssen (siehe Käsekuchen). Doch es gab keinen Weg der Bedienung klar zu machen, dass ich keine Kartoffel-Pommes essen werde und den Salat auch nicht. Gyros mit Käse überbacken in Kindertellergröße ist für mich vollkommen ausreichend!

Wäre es nicht so eine Verschwendung gewesen, dann hätte das entsetzte „schmeket‘ nich‘?“ angesichts des halbvollen Tellers und der unberührten Pommes und des Salats wirklich lustig sein können. Aus Verlegenheit setzte ich dem dann meist ein „bin wirklich satt“ und „Magenoperation“ hinzu, doch das habe ich mir aufgrund der Kommunikationsprobleme und der Tatsache, dass es wirklich nicht sonderlich lecker war, diesmal gespart.

Hinterlassenschaften

Noch ein Wort zu meinem Blutzucker-Mess-Erlebnis: er hat wirklich hervorragend geklebt, der CGM-Sensor und sogar noch nach dem entfernen einen bleibende Eindruck bei mir hinterlassen:

Steak(Sep)tember Blog 03

Eindruck, haben bei mir auch die gesammelten Daten hinterlassen und ich bereue es nicht in einen CGM-Sensor investiert zu haben. Ganz im Gegenteil, ich fand das Experiment sehr spannend. Doch um einigermaßen zu verstehen, was die Daten bedeuten, die ich da gesammelt habe, gingen dann noch einige Stunden Recherche drauf. Hätte ich mich vielleicht vorher damit befassen sollen!

Erkenntnis Nr. 1: ein „hoher“ Blutzucker-Messwert ist subjektiv. Erkenntnis Nr. 2: ein Messwert ist eine Momentaufnahme, die im Zusammenhang mit komplexen Vorgängen steht. Und Nr. 3: erst das Thema hinterfragen, dann Tabellen und Listen füllen.

Vor allem die folgenden Beiträge habe mir sehr dabei geholfen mein Experiment ins rechte Licht zu rücken:

„Why is Blood Sugar High on Keto?“ von „Tuit Nutrition“, auf youtube
„WHY is YOUR blood sugar HIGH?!“ von „Coach Jon“, auf youtube

Zuckerschnute

Ein Ziel dieses Monates war, meinen (low carb) Süße-Konsum herunterzufahren. Mittlerweile denke ich, dass es mir zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht weiterhilft, so viele low carb Nachbauten zu konsumieren. Ich erkenne so langsam, dass eine Zucker-Sucht mit einer Erythrit-Sucht zu bekämpfen, für mich heute seinen Sinn und Zwecke verloren hat.

Ich habe meine Meinung zu low carb Nachbauten immer wieder geändert. Heute bin ich nicht mehr pro oder contra, sondern sehe ihren Zweck und Nutzen differenzierter.

Nachbauten, ob Muffin oder Brot, können ihren Sinn haben, zb. beim Einstieg ins low carb. Ich verstehe es heute vollkommen, wenn jemand nicht auf seinen Kuchen oder seine Brötchen zu verzichten und trotzdem die Vorteile dieser Ernährung mitnehmen möchte oder gar muss.

Doch ich brauche derartiges nicht mehr, um mich im low carb wohlzufühlen. Vielmehr habe ich den Verdacht, dass es meine „Sucht“ alle Probleme unter Süße (und/oder Stärke) zu begraben weiterhin am Leben hält. Ich nutze dafür heute lediglich eine low carbe Alternative, doch der immerwährende Wunsch nach etwas Süßes „zum Beruhigen“ von Unruhe ist geblieben.

Doch ich möchte dem auf den Grund gehen, ich möchte herausfinden, welche Situationen und Gefühle ist sind, die mich dazu treiben. Dazu muss jedoch der Suchtstoff aus meinem Leben.

Ich konsumiere nach wie vor (süße) fatbombs und hatte (süßes) Eis und (süße) Muffins, doch meine Verzehrmenge kann sich nicht mehr mit vorher vergleichen. Und dieses Ausschleichen ist für mich auch genau die richtige Vorgehensweise, zumal ich mit „Verboten“ noch nie umgehen konnte.

Es ist vielmehr meine gesunkene Süße-Toleranz-Grenze, die der Zuckerschnute in mir so langsam den Gar aus macht. So musste ich verblüfft erkennen, dass mit heute meine malzig-kräftige ostfriesische Schwarztee-Mischung ohne Süße, aber natürlich mit Sahne!, besser schmeckt als mit! Etwas was ich mir vor 4 Wochen nicht hätte vorstellen können!

Und wie geht's?

Dieses war nun die 3. Woche, in der ich versucht habe, so wenig Kohlenhydrate zu essen, wie mir angenehm war. Ich habe dabei weder getrackt, noch gewogen, sondern mich einfach nur darauf konzentriert vornehmlich mit tierischen Produkten satt zu werden und zum Wohlfühlen und nach Gusto ein wenig Gemüse, hier und da ein paar Beeren oder auch mal Nüsse hinzuzufügen. Ich habe sogar einzelne frische Feigen genossen, die ich geschenkt bekommen habe.

Tatsächlich war der Einstieg sehr holprig gewesen und ich hatte Probleme meine Elektrolyte auf die Reihe zu bekommen, Kopfschmerzen und Verdauungsprobleme waren die Folge. Ein Wunder war das wohl nicht, denn so ein cut ist für den Körper doch eben kein Spaziergang, sondern harte Arbeit. Doch mittlerweile fühle ich mich unglaublich gut. Meine Energie ist zurück und mein Kopf endlich wieder klar. Vor allem aber läuft mein Verdauungsapparat endlich wieder smooth und fühlt sich „leicht“ an.

Nie hätte ich vermutet, dass die Abwesenheit von Ballaststoffen meiner Verdauung so guttun würde! Zudem kommen meinem Schlauchmagen die kalorisch dichten Lebensmittel entgegen. Ich fühle mich deutlich länger gesättigt und bin dabei nicht voll. Ich esse langsamer und kaue mehr. Denn so ein Steak lässt sich für mich nicht so einfach herunterschlingen, wie eine Schüssel weich gedünsteter Brokkoli oder Haferflocken-Porridge.

Speiseplan September 2020, Woche 38

(+ = optionale Beilagen und die Angebote für die carb-Genießer des Haushaltes):

Morgens:
Butterkaffee

Mittags:
Spieleier, Bacon, Käse

Zwischendrin-Mahlzeit:
Käse-Ei-Salami-Snack / Käsekuchen / Schlagsahne / Sahne Quark / Eis

Abends:
Montag: Hamburger in Salatblatt / + Brioche Buns
Dienstag: Rouladen / + Rotkohl, Semmelknödel
Mittwoch: Reste Rouladen / + gebratene Maultaschen
Donnerstag: Hühnchen Drumsticks / + Süßkartoffel Wedges
Freitag: Auswärtsessen: Gyros mit Käse überbacken
Samstag: Frikadellen, Feta und gebratene Zwiebeln und Zucchini
Sonntag: Hühner-Schlegel / + Couscous-Salat

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