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Die Entdeckung des Proteins

ein paar Grundlagen:

Neben Fetten (essenziell) und Kohlenhydraten (nicht essenziell, da der Körper seinen Bedarf aus Fett oder Protein selber decken kann) sind Proteine ein weiterer essenzieller Makronährstoff, den wir für unseren Körper benötigen. Proteine sind unter anderem zum Aufbau und zum Erhalt der Körperzellen notwendig und helfen bei der Heilung von Wunden und Krankheiten.

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt Erwachsenen täglich etwa 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm fettfreier Körpermasse. Auch in meinen Unterlagen zur Adipositas-OP fanden sich diese Angaben. Es ist jedoch zu beachten, dass dieser Wert das Minimum für gesunde Menschen darstellt, um alle Funktionen des Körper aufrecht zu halten. Es ist mitnichten eine Maximum-Empfehlung.

Ich persönlich halte diese Menge auch für viel zu wenig. Und stehe mit dieser Einschätzung nicht allein da. Insbesondere Adipositas Patienten und/oder Abnehmwillige sollten meiner Meinung nach eher 1,5 g – 2 g pro kg Körpergewicht zu sich nehmen; und zwar in aktuellem Körpergewicht und nicht in Normalgewicht.

Ein zu viel an Protein (hier werden von Zahlen über 3 g Protein pro Kg Körpergewicht gesprochen) kann, bei Vorerkrankungen im Zusammenhang mit der Niere zu Problemen führen. In einem solchen Fall ist Vorsicht geboten.

Für alle anderen (insbesondere Adipositas Patienten) gilt: versucht erst einmal über 3 g Protein pro kg eures Gewichtes über einen längeren Zeitraum zu euch zu nehmen. Das ist nämlich gar nicht so einfach. Zumal die irrige Annahme, auf die ich immer wieder stoße, dass 100 g Pute, Rind oder Quark = 100 g Protein bedeutet, nicht korrekt ist. Möchte man, bei einem Gewicht von 100 kg, 300 g Protein zu sich nehmen, so muss man laut Naehrwertrechner.de, zb. 1,2 kg Putenbrust essen.

Zwischenbemerkung:

Über den Sinn und Zweck von high protein-Diäten (hierfür werden nur begrenzte Zeiträume empfohlen) oder low carb-Ernährung (die zu einem Lebensstil werden kann, ohne gesundheitliche Einschränkungen befürchten zu müssen) wird nach wie vor viel gestritten und man kann sich die Gelehrtenmeinung aussuchen. Hinzu kommt, dass wir alle verschieden sind und damit auch eine Ernährung auf persönliche Ziele und nach gesundheitlichen Einschränkungen individuell angepasst werden muss.

Es ist jedoch auch deutlich geworden, dass gerade die Menschen, die über gut gefüllte Fettdepos verfügen, mit einer kohlenhydratreduzierten und proteinreichen Ernährung am besten Gewicht reduzieren können, vorausgesetzt natürlich es besteht ein Kaloriendefizit.

mein Weg zu mehr Protein:

(Stand 2014)

Schon bei meinen ersten Recherchen zum Thema Adipositas-OP bin ich über die Bedeutung der Proteine gestolpert. Bisher war dieser Makronährstoff für mich nur ein beiläufiger Gedanke, den ich mit Bodybuilding verband.

Das Angebot von Protein-Pulvern ist riesig und nicht leicht zu überblicken. Wie bei Nahrungsmittelergänzungen, wird empfohlen auch bei Protein-Pulvern Marken, Zusammensetzung, Qualität und Hersteller-Philosophie zu vergleichen.

Nachdem ich stundenlang auf Bodybuilder Seiten im Netz gestöbert hatte, was im Übrigen durchaus spannend und auch recht informativ war, habe ich mich für die Produkte von Bodystuff.de und deren „LC 80 Pro“ entschieden. Eine Auswahl an Mini-Packungen (mit je 100g Proteinpulver) hat uns – gleich die ganze Familie hat sich begeistert den Testen der Protein-Shakes angeschlossen – das Auswählen unserer neuen Lieblingssorten leicht gemacht: Pistazie, Cookie-Cream, Wildbeere und Vanille.

Mittlerweile sind wir so weit, dass wir – auf die Empfehlung eines Bodybuildenden Arbeitskollegen meines Mannes – auch geschmacksneutrales Protein-Pulver nutzen; dann oft gesüßt mit kalorienfreien Süßungsmittel, oder geschmacklich verfeinert mit Mischung frischer Früchte.

Ich habe überhaupt keine Probleme diese Shakes zu trinken, ganz im Gegenteil ich finde sie richtig lecker und komme damit als Ersatz-Süßigkeit (fast immer) prima durch.

Je nachdem was ich so esse, ergänze ich mit Protein-Shakes. Noch dosiere ich meinen täglichen Protein-Input nicht bewusst, sondern genieße nur mal hier und da einen Shake. Doch wenn ich am Montag, dem 26. Mai 2014, mit meiner um 1 Woche selbst-verlängerten Flüssig/Eiweißphase anfange, plane ich meine Protein-Shakes gezielt einzusetzen.

Dabei wurde ein Problem jedoch immer drängender: Seit Wochen überlege ich nun, wo um Himmelswillen ich meine Protein-Dosen und Riegel unterbringe. Da ich um meinem Platzmangel in der Küche weiß, habe ich extra „nur“ einen 1 kg-Eimer Neutral-Protein und 4 kleine 500 g Dosen in verschiedenen Geschmacksrichtungen bevorratet.

Heute ist es mir wie schuppen von den Augen gefallen, klar, ich sortiere unsere Süßigkeiten-Schublade aus, was sonst!

Die Entdeckung des Proteins

Ich hätte ja alles rausgeworfen, denn bisher habe ich die „Sicherheit“ jeder Zeit zu etwas Süßem greifen zu können, nie genutzt, aber für den Kopf stets gebraucht, doch leben in meinem Haushalt auch andere, die durchaus schon mal in den Süßigkeitentopf greifen dürfen.

Doch zu förder-erst habe ich meine Schublade nun mit Protein gefüllt:

Die Entdeckung des Proteins

Größer dürfen die Dosen aktuell jedoch nicht werden, ansonsten habe ich echt ein Problem. 😉

Zusätzlich zum Protein habe ich mir auch Protein-Riegel vom Hersteller meines Vertrauens (Body Attack.de, „Carb Control“) zugelegt – die ich meist halbiert hin und wieder genieß; ein ganzer ist nämlich ein ganz schöner Block und gar nicht so leicht zu bewältigen, selbst wenn man wirklich viel Hunger hat und so toll schmeckt nun ein Protein-Riegel nun auch wieder nicht.

ein Update:

(Stand 2015)

Es ist doch nun schon einige Zeit verstrichen, seit ich über meinen ersten Erfahrungen mit dem Makronährstoff Protein und Protein-Pulver im Besonderen geschrieben habe und ich denke, es wird Zeit den Artikel zu ergänzen, bzw. auf aktuellen Stand zu bringen.

Heute sind Proteinpulver fester Bestandteil meiner Küche geworden, die ich vor allem zum Back und Kochen verwende und nur noch manchmal als Mahlzeiten-Ersatz nutze.

Tatsächlich fällt es mir heute teilweise recht schwer Protein-Shakes zu trinken. Ich vermutet das liegt vor allem daran, dass ich doch nun schon eine Weile low carb lebe und höchst empfindlich auf Süße und Geschmäcker reagiere.

Etwas leichter fällt es mir, wenn ich mir Wheys in meine Quarks oder Joghurts gebe. Auch nutze ich hier und da Protein-Puddings.

Nachdem damals alles mit dem „LC 80 Pro“ von Bodystuff.de angefangen hat, habe ich mittlerweile eine ganze Reihe an Sorten und Geschmäcker durchprobiert. Dabei haben sich unsere bereits früh gebildeten Vorlieben immer wieder bestätigt: Vanille und Schoko.

Tatsächlich geht wirklich nichts über die Klassiker, wie ich finden. Wobei ich zu denen auch die Kaffeegeschmacksorten (die ich erst später für mich entdeckt habe) und Schoko-Varianten, wie Toffee oder Karamell zähle.

Fruchtige Sorten dagegen hatte ich schnell über, genauso wie exotische Mischungen. Die schmecken mir beim 1., vielleicht auch beim 2. Mal, aber wenn ich sie täglich genießen soll, sträubt sich alles in mir.

Übrigens den Regalboden, den ich einst für mein Protein frei gemacht hatte, ist immer noch mit Dosen gefüllt. Zusätzlich musste aber weiterer Platz her – zum Glück habe ich einen großen Vorratsschrank – denn das zumeist kg-weise zu kaufende Protein-Pulver, kommt in großen Eimer, bauchigen Dosen und riesigen Tüten. Deswegen merke, wer Protein bevorraten will, braucht Platz!

Hier ein paar Wheys, die mir sehr gut geschmeckt haben:
Active Pro 80, von Inko, in „Espresso Macchiato“ (Mehrkomponenten-Eiweiß)
Protein 80 Plus, von Weider, in „Toffee-Karamell“ (Mehrkomponenten-Eiweiß)
Fit Fox, in Cafe Brazil (Whey)
Designer Whey Protein, von ESN, in Chocolate Fudge Cookie Dough (Whey)
Elite Pro, von ESN, in Vanilla (Mehrkomponenten-Eiweiß)

Um individueller Experimentieren zu können, habe ich mich entschieden das „Neutral Whey“ von MyProtein zu nutzen und diesem Aromen-Pulver, Flavours, zuzugeben. Letztere werden sowohl als Liquid, als auch als Pulver von verschiedenen Herstellern angeboten.

Als Erstes habe ich „Rhabarber & Vanillesoße“ von MyProtein ausprobiert – und ich mache es kurz: Es war so widerlich im Geschmack, so penetrant in der Süße, dass ich das Zeug umgehend in den Ausguss gekippt habe.

Und obwohl ich nur so minimal davon gekostet hatte, habe ich mich trotzdem die ganze Nacht über mit heftigen Magenschmerzen, Übelkeit und Durchfall gequält.

Ich vermutete, dass ich die Aromen einfach zu hoch dosiert habe. Doch was auch immer passiert ist, es hat meiner Experimentierfreudigkeit ein schnelles Ende gesetzt. Zumindest für diese Art von exotischen Sorten.

In der Folge habe ich dann Produkte von Royal Flavours, in Vanille, ausprobiert und Kinderschokolade von Smacktastik für mich entdeckt. Als Pulver und sehr vorsichtig dosiert, in Backwaren eingesetzt, sind Flavours für mich die perfekten Geschmacksverstärker und Süßungsmittel geworden.

ein weiteres Update:

(Stand Dez. 2019)

Ich möchte es nicht verschweigen, seit meiner Entdeckung des Proteins 2014, gab es nicht wenige Phasen, in denen ich diesen Makronährstoff sträflich vernachlässigt habe. Ich denke, dass das daran lag, dass es im low carb  für mich sehr einfach war auf eine ausreichend große tägliche Proteinmenge zu kommen. Denn die Fleisch- und Milchprodukte reiche Ernährung hat es mir damals sehr leicht gemacht.

Es war ein schleichender Prozess, der mir erst gar nicht so bewusst war, doch mit dem deutlichen mehr an Kohlenhydraten in meine Ernährung, verschwand auch mehr und mehr das Protein daraus. Noch stärker wurde mir das deutlich, als sich meine Ernährung mehr und mehr in Richtung vegetarisch/vegan entwickelte; schon aus dem Grunde ein Problem, da ich Hülsenfrüchte nur in Minimaldosen vertage und mir damit wichtige Quellen wegfallen.

Ein bisschen auf Spur hat mich erst wieder das Protein-Pulver-Erbe meines vegan-gewordenen Freundes gebracht. So bereichere ich seit einer Weile mein morgendliches Porridge wieder mit Schoko-Whey. Und da ich auch wieder angefangen habe regelmäßig zu trainieren, habe ich auch meine EAAs wieder aus dem Schrank gekramt.

Aktuell sind zwar, wegen Unverträglichkeiten, die meisten Milchprodukte bei mir raus, dafür ist Hafer (13,5 g Eiweiß /100g), Leinsamen (22,27g Eiweiß / 100g) und wieder etwas mehr Fleisch drin.

Letzteres liegt vor allem an meinem geänderten Einkaufsverhalten. Fleisch und Pute gibt es nur noch ausgesucht und ausschließlich vom Metzger meines Vertrauens. Und damit kann ich das auch wieder mit mehr Genuss essen, wenn ich es aktuell auch nur in sehr kleinen Mengen vertrage.

noch ein Update:

(Stand Juli 2020)

Endlich ist Protein wieder ein reichhaltiger Bestandteil meiner Ernährung. Zurück im low carb habe ich es geschafft meinen täglichen Protein-Intake auf etwas über 100 g Protein zu schrauben.

Zwar nutzte ich dazu im Moment noch Wheys und Molkerei-Produkte, wie Hüttenkäse, aber ich bin auf einem guten Weg meinen Bedarf aus Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier zu decken. Und, seit ich die enormen Gemüsemengen zurückgefahren habe, die fast 2 Jahre auf mein Teller dominiert haben, kann ich wieder viel besser mit Fleisch umgehen. Eine Entdeckung, die mich heute immer noch erstaunt.

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