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Ernährungsupdate Juli 2020

Nachdem meine Ernährung in diesem Jahr einer Veränderung und einer Weiterentwicklung erlegen ist, scheint es mir angebracht mal wieder ein „Ernährungsupdate“ zusammenzustellen.

Anfang des Jahres 2020 bin ich wieder ins low carb eingestiegen. Zwar hatte ich mir wohlweislich die Hilfe eines Onlinekurses geholt, trotzdem war es dieses Mal ein mühsamer Weg. Es hat lange gedauert bis ich endlich die Energie zurück hatte, die ich von meiner vorherigen low carb-Phase kannte.

Auch wenn es mir nun energietechnisch wieder sehr viel besser geht, so hat mein geschundenes Verdauungssystem doch immer noch seine liebe Mühe und Not mit den Veränderungen nachzuziehen. Ernährungsumstellungen sind ansprechend, nicht nur für den Geist auch für den Körper.

Ergo: Die Carb-Leiter wieder hochzuklettern war also keine so gute Idee für mich gewesen. Eine Lektion, die ich hoffentlich für alle Zeit gelernt habe?

.... es ist immer härter zu stoppen, als es erst gar nicht zuzulassen.

Rückblickend war es trotzdem lehrreich zu beobachten, wie tolerant ich zunächst, nach 3 Jahren low carb, gegenüber Kohlenhydraten war. Diese Toleranz ist jedoch ca. ein halbes Jahr später „gekippt“, als ich langsam anfing zuzunehmen. Denn, obwohl ich mich auch mit dieser sehr high carberen Ernährung gut gefühlt habe, so war ich doch immer hungrig. Interessanterweise, erkenne ich das jedoch erst heute und rückblickend deutlich – aus einer Situation heraus und unter einer anderen Ernährung, in der ich diesen ewigen und anstrengenden Heißhunger nicht verspüre.

Und dann, die altbekannte Crux: mit steigendem Kohlenhydratkonsum, sich nie satt fühlen, Gewichtszunahme, weniger Bewegung und einer guten Portion „Hilfe ich nehme immer weiter zu“-Panik. Dieses gipfelte sich Anfang 2020 in einem Bandscheibenvorfall, aufgrund zu viel (falschen) Trainings, mit einem Glaubenssatz im Kopf, den ich längst ausgeräumt glaubte: Sport macht schlank, mehr Sport macht schlanker injiziert hatte. Verstandesmäßig für mich heute unfassbar, aber die Realität.

Doch dann kam „Corona“. Und so schwer die Zeit auch mental war, rückblickend konnte mir nichts Besseres passieren, ich wurde sportlich auf null gesetzt und konnte zu Verstand kommen und Anfang Juni 2020 mit der Wiedereröffnung der Studios mit einem sportlichen Neustart, wie aus dem Bilderbuch, beginnen.

Der Lockdown 2020 hat mir auch geholfen, mich ernährungstechnisch neu zu orientieren, denn Lebensmittel einzukaufen hatte mit einem Mal seinen “Reiz“ verloren, bzw. die Umstände, Schlange stehen, Mundschutz tragen usw., haben mir aufgezwungen umzudenken. Bleibt nur abzuwarten, ob es für mich auch nachhaltig wirkt.

Gleichzeitig habe ich angefangen intensiv daran zu arbeiten, mit meiner Proteinmenge auf meinen täglichen Bedarf zu kommen, den ich für mich auf 1,6 g / kg magere Körpermasse angesetzt habe; bedeutet aktuell: 110 – 120 g Protein täglich. Und das alleine ist verdammt viel für mich und meinen Schlauchmagen. Auf 4 tägliche Mahlzeiten verteilt, jeweils 30g Protein, bedeutet irgendetwas zwischen 140-185g an proteinreichen Lebensmitteln. Da bleibt mir nicht mehr viel Luft für einen Fett-, geschweige denn einen Gemüseanteil.

So bin ich nach wie vor dabei, meine Ernährung nach zu justieren und mich mit neuen Routinen und der Auswahl von Mahlzeiten auszuprobieren. Auch gegen mein immer mal wieder ausuferndes, altgewohntes, Einkaufs- und Hamsterverhalten muss ich nach wie vor Arbeiten. Denn leider schwemmt das immer mal wieder Lebensmittel in meinen Haushalt, die eher suboptimal für meine Ziele sind.

Ein kleiner Überblick, über das, was aktuell so täglich auf meinen Tisch kommt:

Vormittags, heißt es Flüssigkeit tanken. Neben meinem Salz/Zitronen-Wasser, gibt es eine Tasse Tee, meist Rooibusch, Wasser und später dann 2 Tassen Kaffee, mit etwas Kokosöl.

Gegen Mittag, gibt es eine bei uns in der Regel eine Eier-Speck-Käse-Mahlzeit. Für mich manchmal auch ein Keto-Porridge oder ein Pfannkuchen, doch diese Gelegenheiten sind selten geworden.

Am späten Nachmittag, manchmal eine weitere Tasse Kaffee und wenn vorhanden ein süßer Snack, wie selbstgebackene Muffins, Kuchen oder Schokolade.

Abends, essen wir unsere Hauptmahlzeit, im besten Fall basierend auf tierischen proteinreichen Produkten, einem guten Anteil Fett und mit Stärkearmen Gemüsen, Sprossen und frischen Kräutern bereichert.

Je nachdem was ich wann abends gegessen habe, genieße ich spät am Abend noch einen Snack, zb. Reste vom Frühstück, manchmal auch etwas Quark, köstlicher Topfen, Rahmstufe versteht sich.

Was ich daran gern ändern würde:

Nur zu essen, wenn ich hungrig bin und gleichzeitig mein „Snack“-Verhalten ändern.

Da ich denke, dass die Snacks nach wie vor mein größeres Problem sind, wäre vermutlich die folgende Lösung angebracht: eine ausreichende Anzahl an Mahlzeiten zu etablieren, zu festen Zeiten, mit einer sättigende (Proteine) und nährende (Fette) Essensauswahl, die so wenig wie möglich an, wenn nicht gar keine hochverarbeiteten Produkten der Lebensmittelindustrie beinhalten oder solche, die im Verdacht stehen Abhängigkeiten zu schaffen, wie zb. Zucker oder Stärke. Zwischen den Mahlzeiten keine Snacks und eine Essenspause (ca. 12 Stunden) zwischen der letzten und der ersten Mahlzeit eines neuen Tages.

Und ausreichend Protein und mehr Fett zu essen.

Zum Thema Protein essen habe ich mich ja schon mehrfach ausgelassen, aber auch mehr Fett zu essen ist gar nicht so einfach.

be on it, as long as I felt great on it!

Wenn ich der Ernährung, die ich zurzeit anstrebe, eine Bezeichnung verleihen muss, so würde ich sie „lazy keto-carnivor“ bezeichnen. Auf tierischen Produkten basierend und kohlenhydratarm, aber nicht immer so ganz „clean“; auch wenn ich mich natürlich darum bemühe!

Ich weiß nicht, wohin mich das bringt, ich halte sich es zurzeit mit: be on it, as long as I felt great on it! Und das tut es.

Es ist schwer zu beschreiben, wie unglaublich fantastisch es sich anfühlt, wenn der Kohlenhydrat-Nebel weicht und die Klarheit und Fokus, dieser Ernährung, reinkicken. Auch wenn der Weg dahin nicht einfach war und es mir schwere fiel als beim ersten Einstieg, auf meine heißgeliebten Haferflocken und Datteln zu verzichten, ich bin endlich wieder da. Unglaublich, wie anders so ein Leben ohne (oder nur mit sehr wenig) Kohlenhydrate ist.

Nach wie vor gibt es schlechte Tage und die Suche, nach etwas, was ich „zwischen die Zähne schieben kann“. Doch das ist eher selten geworden. Die allermeiste Zeit herrscht in meinem Kopf Ruhe. Unbezahlbar.

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