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take your vitamins

Es ist schon eine geraume Zeit her, dass ich den Dokumentarfilm „Bigger, Stronger, Faster“ von Chris Bell gesehen habe, in dem Chris‘ Mutter ein Zitat von Hulk Hogan zum Besten gab. Ihre Söhne waren als Kinder begeisterte Wrestler-Fans und sind später auch selber als Wrestler aufgetreten. Das Zitat ist in meinem Kopf hängen geblieben ist und wann immer ich auf Adipositas-operierte Patienten treffe, die ihre Probleme mit der Supplementation von Vitaminen haben, erinnere ich mich mit einem Schmunzeln an diesen Spruch:

take your vitamins

status quo?

Bereits im Oktober 2014 habe ich mich in meinen Beitrag „Vitamine, Mineralstoffe & Co“ mit dem Thema Nahrungsergänzungsmittel (NEM), auch Supplemente („Supps“), auseinandergesetzt.

Ich war ziemlich verblüfft, als bei den Untersuchungen vor meine Adipositas-OP eine ganze Reihe an Nährstoffmängel bei mir diagnostiziert wurden; und das, obwohl ich doch so viel Essen aß und dabei nicht nur Junkfood, sondern auch immer schon viel Obst und Gemüse.

Aber sich vermeidlich gesund zu ernähren, ist eben nicht alles. Da sind moderne Gemüse und Obst-Sorten, die vielleicht ertragreicher sind, aber längst nicht mehr die Nährstoffe bieten, wie sie einst von der Natur gedacht waren. Da sind ausgelaugte Böden, die ihrerseits Nährstoffe gar nicht mehr in dem Umfang abgegeben können. Und da sind geschädigte Verdauungssystem, die ihre Mühe und Not haben überhaupt etwas zu verdauen. Und da sind stark Übergewichte Menschen, Hormonell völlig von der Rolle und kaum noch fähig Nährstoffe im Körper dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden.

Bereits vor der OP war mir klar, dass ich, um gesund zu bleiben (und zu werden), Nahrungsergänzungsmittel nehme muss. Nur hatte ich dazu nun auch noch mit Mängeln zu kämpfen. Es hat Jahre gedauert, bis es mir gelungen war ein Teil der leeren Depots wieder so weit aufzufüllen, dass faktisch kein Mangel mehr besteht. Bei Vitamin D3 und Eisen zb. ist es mir bis heute nicht gelungen auf stabile Werte zu kommen, die nicht dazu tendieren immer wieder abzurutschen.

Wenn einmal ein Nährstoffmangel vorliegt, dann ist es nicht einfach, einen solchen wieder auszugleichen, besonders wenn man Operiert ist. Also besser erst in keine Mangel geraten, so damals die Aussage der Ernährungsberaterin meines operierenden Krankenhauses. Ich habe mir den Rat zu Herzen genommen und nehme seitdem immer meine Supplemente.

Und nein, auch ich bin nicht begeistert darüber auf Pillen und Pulver zurückgreifen zu müssen, doch auch 6 Jahre nach OP, bin ich immer noch überzeugt von ihrem Wert für mich. Für „take your vitamins“, gibt es für mich keine Alternative.

Doch sind wir mal ehrlich, nobody is perfect! Auch meine Supplementation ist mit der Zeit etwas aus der Façon geraten. Zwar sind meine Laborwerte nach Maßstab meiner Endokrinologin in Ordnung, doch mehr als nötig einzunehmen, halte ich dann doch auch wieder nicht für sinnvoll. So muss ich gestehen, dass ich, in den letzten Jahren den Details nur sehr wenig Beachtung geschenkt habe. Dazu habe ich viel herumprobiert, Präparate ausgetauscht, neue Kombinationen getestet und die Produkte, die ich vor Jahren genutzt habe, sind längst andere geworden. Es wurde also an der Zeit, mal wieder alles auf null zu setzten und zu den (nach wie vor gültigen) Empfehlungen meines Krankenhauses nach OP zurückzukehren. Back to basics.

Ich habe also Inventur gemacht und dabei zum Teil chaotische Zustände in meinen NEMs aufgedeckt. Bedingt durch die Zusammensetzung verschiedener Präparate bin ich sowohl auf Unter-, als auch auf Überversorgung gestoßen.

In diesem Zusammenhang war es auch interessant einmal zu errechnen, wie hoch sich eigentlich meine täglichen Kosten für die einzelnen Supplemente belaufen. Auf 81 cent pro Tag bin ich gekommen; spannend, ich dachte tatsächlich, dass der Betrag hoher liegen würde. Allerdings sind hier keine Versandkosten enthalten. Da ich praktisch alle meine Supplemente aus dem Internet beziehe – vor Ort in der Apotheke gekauft, würde sie diesen Rahmen bei weitem sprengen – ist das ein nicht zu unterschätzender Faktor. Auch der Zeitaufwand, bei zig Anbieten Preise und Produkte zu vergleichen (und dann manchmal doch danebenzuliegen), ist hier nicht mit eingerechnet.

Ein weiteres Problem bei der Einnahme von Einzelpräparaten ist das Timing. Eisen, mag kein Calcium. Calcium mag Magnesium usw. Ich bezeichne mich in dieser Hinsicht zwar als durchaus diszipliniert, doch selbst ich erreiche immer mal wieder meine Grenzen und kann jeden verstehen, der auf ein derartig kompliziertes NEM-Timing keine Lust hat.

ein kleiner Exkurs,

in die Welt der kritischen Nährstoffe, nach Adipositas OP (Stein et al. 2014):

  • Protein: 3-18 %
  • Calcium: ca. 10 %
  • Magnesium: 32 %
  • Thiamin (B1): bis zu 49 %
  • Vitamin B12: 4-62 %
  • Folsäure: 9-38 %
  • Vitamin A: RYGB 8-11 % / BPD 61-69 %
  • Vitamin D3: 25-80 %
  • Eisen: Sleeve 17 % / RYGB und BPD 30 %
  • Zink: Sleeve 12 % / RYGB 21-33 % / BPD 74-91 %
  • Kupfer: RYGB 2% / BPD-DS 10-24 %

Daten, die für sich sprechen, oder?

was bleibt?

Nun, Präparate zu finden, die jeweils ein möglichst großes, auf bariatrische Operationen zugeschnittenes, Spektrum meiner Empfehlungen abdecken und sich, inkl. meiner passgenauen Ergänzungen, in meinem „80 cent“-Rahmen bewegen. Puh!

Letztendlich habe ich beschlossen es nun einmal mit Anbietern zu versuchen, die ihre Produkte auf bariatrische Patienten zugeschnitten haben. Vor allem, nachdem ich mein Vorurteil endlich aus dem Weg räumen konnte, dass sie eh zu teuer wären. Erfreulicherweise bin ich bei meiner Rechnung, Produkt UND meine (optimierten!) eigenen Ergänzungen, erneut auf den täglichen Bedarf heruntergebrochen, bei 82 cent gelandet.

Nachtrag: nachdem ich mich zunächst auf Empfehlung von Bekannten an die „Celebrate“ und den „Advantage“-Proben gehalten habe, die vorrangig aus Brause-, Kau und Lutschtabletten bestanden, bin ich recht flott zu der Erkenntnis gelangt, dass das nicht meine Wahl ist. In Gegensatz zu meinen operierten Freunden sind mir die Produkte zu süß, zu geschmacksintensiv und hinterlassen einen unangenehmen Nachgeschmack.

Ich bin wohl eindeutig der Typ für Kapseln, Tabletten oder Presslinge zum Schlucken. Tatsächlich empfand ich die Proben der Anbieter in dieser Form auch als problemlos zu Schlucken – allerdings ist meine OP auch schon 6 Jahre her!

Werbung, wegen Markennennung

take your vitamins

fitforme

take your vitamins

Celebrate Vitamins

take your vitamins

Batratric Advantage

Für Interessierte: da wir Adipositas-OP-Patienten so unsere Befindlichkeiten (Geschmack, Schluck und Verdauungsbeschwerden) haben, vor allem, was die Zeit nach der OP betrifft, haben sich die Hersteller einiges einfallen lassen, zb. Kaubonbons, Lutschtabletten, Wheypulver mit Vitaminen oder Kapseln zum Schlucken. Weil die Probleme bekannt sind, geben sich die Anbieter erfreulicherweise recht großzügig mit Proben zum Testen persönlicher Vorlieben.

Fitforme (www.fitforme.de)

Tipp: Fitforme bietet ein kostenloses Paket mit einer 14-tägige Supplementation für interessierte Kunden an.

Celebrate Vitamins (www.celebratevitamins.de)

Tipp: Der Anbieter „Celebrate Vitamins“ bietet ein Probierpaket zu einem günstigen Preis an. Die Versandkosten entfallen bei diesem Angebot.

Bariatric Advantage (www.bariatricadvantage.eu)

Tipp: auch bei „Bariatric Advantage“ kann man kostenfrei Probier-Produkte bekommen.

Hier noch ein wichtiger Hinweis der Anbieter: Wegen der hohen Dosierung der angebotenen Produkte, sind diese nur Patienten zu empfehlen, die vor oder mindestens zwei Wochen nach ihrer Adipositas OP stehen. In den 14 Tagen nach OP sollten, wegen möglicher Unverträglichkeiten, die Produkte nicht genutzt werden. Bitte in jedem Fall die Hinweise des behandelnden Arztes beachten!

Erläuterung

Kennzeichnung als Werbung, wegen Markennennung. Ich berichte freiwillig über die hier aufgeführten Anbieter und Produkte. Diese Zusammenfassung spiegelt meine eigene Meinung wider. Grundsätzlich muss in einem solchen Fall nicht gekennzeichnet werden. Es könnte jedoch der Eindruck entstehen, dass ich die hier aufgeführten Anbieter aktiv bewerbe, und in diesem Fall eine fehlende Kennzeichnung abmahnbar wäre.

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