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Nussmehl-„SUB“

  • diet

Eigentlich müsste hier von einem SUNM die Rede sein, Stapel ungenutzer Nussmehle. Doch SUB, eine von Leseratten heißgeliebte und intensiv gepflegte Bevorratung von Lesestoff, ein Stapel ungelesener Bücher – klingt einfach schöner.

Heute in der Versuchsküche

teilentöltes Walnussmehl

teilentöltes Sesammehl

teilentöltes Macadamiamehl

Im Zuge meiner ersten Aussortier- und Ausmist-Aktionsphase hat meine Vorrats-Küche letzt‘ einen ansehnlichen Nussmehl-SUB zutage gefördert – und alle mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum. Und mit einem Mal tummelten sich da auf meiner Arbeitsfläche Eimer mit ca. 500g-Resten an Walnuss-, Macadamia-, Sesam- und Chia-Mehlen und klagten mich nun eines unmäßigen Konsums an.

Und wie das bei solchen Sachen immer so ist, weil mal teuer war, kann man es nicht einfach so entsorgen, sondern man muss zusehen, dass man es (schnellstmöglich, wegen des abgelaufenen Haltbarkeitsdatums) verarbeitet. Dass das mal wieder einer dieser Denkfehler war, die man einfach unterlassen sollte, stellt sich später raus.

Nachdem ich mich, mittels meiner Nase überzeugt hatte, dass die Mehle alle noch „gut“ rochen (wenn man bei teilentölten Sesam- oder Walnussmehl überhaupt davon sprechen kann) und nicht offensichtlich verdorben, habe ich mich auf die Suche nach Informationen und/oder Erfahrungsberichte darüber gemacht, wie lange man Nussmehle (über ihr Haltbarkeitsdatum hinaus) aufheben kann und noch verwenden sollte. Und nur wenig gefunden. Lediglich, dass das Haltbarkeitsdatum der Originalverpackten teilentölten Nussmehle, je nach Hersteller und Verpackungsart, schätze ich, zwischen 6 und 12 Monaten liegt.

Ich will ehrlich sein, eine große Unsicherheit war dabei, aber da meine Sinne keinen Alarm gemeldet haben, habe ich Walnussmehl, Sesammehl und Macadamiamehl eine letzte Chance gegeben sich zu bewähren.

Die Auswahl der Rezepte habe ich nach der größtmöglichen Nussmehl-Zutatenmengen pro Rezepte ausgesucht. Und natürlich auf eine Zusammenstellung, von der ich mir ein Genussvolles Geschmackserlebnis versprochen haben. Low carb oder high carb, war mir für dieses Experiment zunächst einmal egal.

Damit haben sich schon viele der gefundenen Rezepte von selber disqualifiziert. Bei einigen konnte ich mir schlicht nicht vorstellen, wie man etwas anderes als „Stein-Keks-Briketts“ damit herstellen kann. Und auch die vollmundigen Versprechungen der Blogger „Leeeecker!“ lagen außerhalb meiner Vorstellungskraft.

Am Ende habe ich mich für ein Dinkel-Walnuss-Brot (high carb) mit „nur“ 70 g Walnussmehl, Sesambutterkeksen (low carb) mit immerhin 150 g Sesammehl und sage und schreibe „Fruchtigen Macadamiakeksen“ (low carb) mit 230 g Macadamiamehl entschieden.

Nussmehle, genauer gesagt teilentölte Nussmehle, verfügen, meiner Erfahrung nach, vor allem als größere Zutatenmengen in Rezepten, über sehr intensive Geschmäcker und dazu über einige nicht so ganz ideale Backeigenschaften. Inwieweit hier noch die Sache mit dem abgelaufenen Haltbarkeitsdatum und damit verbundener evtl. Geschmackseinbußen (von möglichen gesundheitlichen Problemen, will ich hier nicht einmal reden) einhergeht, kann ich nicht sagen. Fakt ist, dass weder das Dinkel-Walnuss-Brot, noch die Sesambutterkeksen essbar waren.

Dinkelbrot, mit Walnussmehl

Sesambutterkekse

Fruchtige Macadamia“kekse“

Bitter, war das erste Wort was mir zu den Sesamteilen eingefallen ist; wenn sie auch über eine super Konsistenz verfügten. Also kein Steinkeks und kein Brikett. Geschmacklich? Furchtbar! Essbar? Nein. Genuss? Definitiv nein.

Im Gegensatz zu den „Fruchtigen Macadamiakeksen“. Die durchaus Steinkeks-Qualität haben, dafür aber wirklich sehr lecker schmecken. Voraussetzung man trinkt 3-4 Tassen Kaffee oder Tee dazu. Sprich, man spült sie mit ordentlich Flüssigkeit runter. Geschmacklich? Gut! Essbar? Jein. Genuss? Naja.

Das Dinkel-Walnuss-Brot, optisch ein Hingucker und von der Konsistenz optimal, war nicht minder bitter. Auch wenn das „bitter“ eine andere Qualität hatte als das „bitter“ der Sesamkekse. Genießen konnte man das Brot jedoch nicht. Geschmacklich? „Streng“. Essbar? Nein. Genuss? Auf keinen Fall.

Sicherlich, das Backen hat mir Spaß gemacht, so wie es mir stets Spaß macht, wenn ich neue Rezepte ausprobieren kann. Gelohnt hat es sich nicht. Ich hätte mir die Arbeit, die Zutaten und den Strom für die Zubereitung sparen können. Am Ende vom Tage habe ich alles, Backwerk, inkl. Nussmehl-Reste, unserem Entsorgungsunternehmen in die Hand gegeben.

Die Moral von der Geschicht‘

Um sich low carb zu ernähren oder diese Ernährungsform einmal auszuprobieren, benötigt man keine teilentölten Nussmehle. Vielleicht mit Ausnahme von Mandelmehl, was ich tatsächlich gerne (wenn auch nur immer in sehr kleinen Mengen) nutzte und in der Menge verbrauche, für die sich die Bevorratung eines 750 g-Eimern lohnt. Grundsätzlich halte ich gemahlene Nüsse, wie Mandel oder Haselnüsse, zum low carb-Backen für absolut ausreichend (und in der Regel auf besser).

Tue dir selber einen Gefallen und bleib auf der sicheren Seite, verbrauche Nussmehle zeitnah. Ich bin kein Freund von Haltbarkeitsdaten, da ich davon überzeugt bin, dass diese einen viel zu kurzen Zeitraum angeben, sondern nutze Lebensmittel auch darüber hinaus. Doch wenn mal etwas 2 Jahre über Haltbarkeitsdatum in deinem Vorratsschrank versauert, dann brauchst du es auch nicht.

Und deswegen, kaufe nie im „Bulk“ einfach, weil es angeboten wird, du es interessant findest (ohne aktuell Einsatzmöglichkeiten zu haben), glaubst es nutzen zu müssen, weil du alles 100 % machen willst, oder um die Bestellung zu vervollständigen, um Versandkosten zu sparen.

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