Warum es sich lohnt abzunehmen

Letztens habe ich mich damit beschäftigt, welche Gründe ich stets angeführt habe, um vor mir selber zu rechtfertigen, warum ich (angeblich) so blieben will, wie ich bin. Und ich habe das Gefühl, dass es für mich gut ist, dem etwas entgegen zu setzten. Deswegen will ich hier die Gründe aufzählen, die mich stets daran erinnern sollen/dürfen/können, warum es wert ist auf meine Ernährung, mein Gewicht und auf meine Bewegung zu achten; natürlich alles aus meiner persönlichen Erfahrung heraus und vollkommen subjektiv.

Mir wollte das nie so recht in den Kopf, mittlerweile kann ich aber auch nachvollziehen, warum sich auch Menschen mit „nur“ 5kg mehr, nicht mehr wohl fühlen. Heute fühle ich mich auch nicht wohl, wenn ich mal 5 kg zugenommen habe (wie letzt‘ geschehen). Heute spüre ich jedes Kilo mehr auf den Rippen, wo ich früher nur eine Veränderung in 10 kg Schritte bemerken konnte. Aber diese Verhältnismäßigkeiten in Betracht zu ziehen, dass ein 80 kg Mensch unter 5 zusätzlichen Kilos genauso leiden kann, wie ein 180 kg Mensch unter 50, war früher für mich nicht möglich. Aus dem Gefühl der Eifersucht und des Neides heraus (auf die 80 kg Menschen), und mit der Begründung, dass hier nur ich etwas zu jammern hätte.

„Nichts schmeckt so, wie sich dünn sein anfühlt.“, konnte ich nie unterschreiben. Vielmehr habe ich es mit Verachtung gelesen. Kate Moss & Co! Für diese „skinny bitches“ ist es schließlich ein leichtes so was zu sagen, oder? Interessantes Thema, diese Eifersucht-und Neid-und-Opfer-Ding, sollte ich vielleicht an anderer Stelle mal genauer behandeln?

Und auch wenn ich diesen Ausspruch noch immer für sehr kritisch halte, zumindest in dem Zusammenhang, wie er medial genutzt und interpretiert wird, so sehe ich ihn jedoch in anderem Licht und kann nicht mehr umhin, dem recht zu geben; wobei ich ihn für mich umformuliert habe, wie oben zu sehen. Erscheint mir irgendwie politisch korrekter. Langweiliger, weniger provozierend, aber doch eben sozial verträglicher.

Nichts schmeckt so gut, wie sich Spaß an der Bewegung anfühlt. Und ich rede hier nicht nur von Sport, sondern vor allem von alltäglichen Aktionen und gedanklichen und gefühlten Freiräumen.

Nichts schmeckt so gut, wie es sich … anfühlt.

keine Gurtverlängerung mehr zu brauchen
Energie zu haben, wenn ich morgens aufstehe
ein aktives Leben genießen können
Kleider, in Standard-Größen, von der Stange kaufen zu können
mir im Spiegel zu gefallen
in öffentlichen Verkehrsmitteln, im Sessel/Bürostuhl/Kaffeehaus/Camping-Stuhl sitzen zu können, ohne dass der eigene Körper über die Sitzfläche hinausquillt
keine Angst mehr zu haben eine Hänge-Toilette zu benutzen
auf dem Rücken schlafen zu können, ohne dass man das Gefühl hat, die eigene Körpermaße erstickt einem
ein ruhiger Schläfer zu sein, erholt aufzuwachen und nicht mehr zu schnarchen oder im Schlaf wie ein Walross vor sich hin zu schnaufen
in einer Menschenmenge nicht mehr als dicker, sondern interessanter Exot aufzufallen
eigenständig Schuhe zubinden und Nägel schneiden zu können
schnell mal die Küche zu putzen, ohne dass das zur erschöpfenden Tagesaufgabe wird
nicht mehr (grundlos) so stark zu schwitzen
besser mit Hitze zurechtkommen
sich, auf Grund des eigenen Vorbaus, nicht mehr mit Essen zu bekleckern
Treppen steigen ohne ein Sauerstoffgerät benötigen müssen (was jedoch sportliche Übung voraussetzt)
nie wieder von einem Arzt hören zu müssen: Sie müssen abnehmen
wenn es einem nicht mehr peinlich ist, Süßigkeiten auf dem Kassenband liegen zuhaben (auch wenn diese gar nicht für einen selber gedacht sind)
sich nicht mehr zu schämen, in der Öffentlichkeit zu essen
wenn man die eigenen Fotos nicht mehr heimlich aussortieren und löschen muss
nie wieder ungefragte und unerwünschte Kommentare von Passanten hören zu müssen, die sich auf das eigene Körpergewicht beziehen (es wird wohl nie komplett ausbleiben, dass gewisse Hirnakrobaten ihren Senf zu allem abgeben müssen)
mit kleinem Gepäck reisen können (weil die Kleidung einfach viel weniger Stoff beinhaltet)
einfach weil einem danach ist, die Kleidung von Ehemanns oder mittlerweile auch Sohnes, tragen können