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„Gönnen“ oder „gehen lassen“?

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brainwave: Probleme schnell und einfach lösen mit Snacks.

Es war durchaus schon ein Stück schlechtes Gewissen dabei, da ich schon so lange nichts mehr veröffentlicht habe, als ich mich heute Morgen daran gemacht habe, den blendend weißen und viel zu leeren Editor meines Blogs anzustarren und dem Cursor beim Blinken anzustarren.

Tatsächlich kreist zurzeit so einiges in meinem Kopf herum. Doch scheint es einfach zu viel davon zu sein, als dass ich auch einen dieser Gedanken zu fassen bekäme, um ihn auszuführen.

Fragen, Gedanken und Überlegungen über mich selbst (da sind ein paar Dinge in mir hochgekommen, die sehr spannend und wertvoll sind, aber nicht so einfach zu verarbeiten, finde ich), meine Abnahme (oder aktuelle Zunahme), mein Essverhalten (aktuell eine echte Snack-Katastrophe), meine Pläne (aktuell hoffnungslos verplant) und meine Tages-, Sport- und Büro-Organisation (so verplant, da gibt es nicht mal ein Wort dafür!).

Und dann auch wieder das Gefühl mich wirklich wohlzufühlen und darüber zu freuen, dass gerade alles so richtig gut läuft. Was ganz wundervoll wäre, wenn ich dem nur trauen könnte? So hinterfrage ich auch das immerzu. Hinzu kommt, dass in meinem Blog zurzeit so ein Chaos herrscht und ich am liebsten alles auf einmal gerichtet haben möchte.

Ich hatte mir so sehr vorgenommen System in all diese Dinge zu bringen, um eine Übersicht zu haben und am Ende des Tages stolz und zufrieden darauf schauen zu können, was ich bewältigt habe. Und doch schaffe ich es nicht einmal, auch nur einen Gedanken davon auszuformulieren und in mein Tagebuch einzubringen.

Aber zurück zum Anfang zum leeren Editor, zu dem so fesselnd blinkenden Cursor und vielleicht einer kleinen Zwischenserie? Oder krame ich das gute alte „brainwave“ mal wieder aus dem Archiv? Warum nicht. Also, mit was fange ich an? Was findet sich also im Moment am vordringlichsten in meinem Kopf?

Mh, ich würde sagen, dass das meine Sorgen über meine aktuelle ausufernde Fresserei sind. Die legt sich zwar immer mal wieder für ein paar Tage, jedoch nur, um dann mit viel Schwung erneut zurückzukommen.

Gestern Abend, vor dem zu Bett gehen, habe ich mal kurz alles notiert, was den Tag über so meinen Mund passiert hat und ich denke, dass es durchaus förderlich sein könnte, wenn ich das einmal hier aufliste – als Abschreckung und Geständnis gleichermaßen.

Ich kann zwar nicht ausschließen, dass ich nicht doch evtl. an Nasch-Demenz leide, was den gestrigen Tag betrifft, aber die (erschreckende) Liste sieht folgendermaßen aus:

Gönnen oder gehenlassen?
Frühstück: 35 g Butter im Kaffee
Pre Workout: 2 Rippen Edelbitter Schokolade und 2 Kugeln „Dunkle Schokotrüffel“
After workout: 30g ProteinShake (200 ml Milch/300 ml Mandelmilch)
Mahlzeit 1 (Desserttellergröße, als Mahlzeit genossen): Rosenkohl-Karotten-Schwarzwurzeln-Gemüsepfanne mit gek. Schinken und Reis
„Mahlzeit 2“ (eigentlich als 3 Portionen, ergo Snacks genossen): Küchlein aus: 250 g Quark 20%, 1 Ei, 80 g Haferflocken, 1 Banane, 30 g Whey, 1 teel. Fett
Zwischensnacks, über den ganze Tag verteilt: 1 Handvoll Walnüsse (gemessen ohne Schale) + 1 Handvoll Erdnüsse (gemessen mit Schale) + 200g Hüttenkäse + Rohkost (Karotten, Tomaten, Gurke) + Käse (3 komfortable „Ranken“) + Powerstick-Salami (30g) + 1 hartgekochtes Ei.
Dazu kam noch 4-5 Tassen Schwarztee (mit Sahne) und 3 Tassen Milchkaffee. Immerhin habe ich auch brav meine 1,5 l Wasser, 0,5 l Pre workout BCAAs und 1 l zuckerfreies Süßgetränk getrunken.

Mh, gestern kam mir das mehr vor *grübel*; wobei ich die Kalorien davon trotzdem echt nicht allzu genau wissen will.

Aber selbst wenn die Menge noch irgendwie vertretbar wäre, zumal die einzelnen Portionen (nach meinem Ermessen) tatsächlich nicht „über groß“ waren, so ist es die „Dauerhaft-kleine Snacks zu mir zu nehmen“-Fresserei definitiv nicht.

Und das kleine Pre Workout-Desaster, hätte ich mir auch sparen können. Aber warum muss ich auch sowas im Haus haben? Nur weil ich angefangen habe mir zuzureden, dass ich wieder besser mit KHs zurechtkomme, ist das doch einfach kein Grund KHs-reiche Süßigkeiten ins Haus zu holen, oder? Das ist dämlich, einfach dämlich.

Packe ich das Zeug vielleicht am besten in den Keller? Oder entsorge ich es lieber gleich heute „artgerecht, via Mund-, Magen- und Darmpassage“ und damit dann hoffentlich Ruh‘ ist?

Dummerweise habe ich mir auch noch in den Kopf gesetzt mal wieder eine „try“-Schoko-Verkostung zu machen, bzw. den alten Artikel zu überarbeiten und einen ganzen Stapel von dem Zeug zusammengekauft.

Wobei ich mir das Thema selbstverständlich völlig selbstlos ausgesucht habe, versteht sich!

Ergo, der Zwang des „Dauerhaft etwas in den Mund stecken Müssens“ ist bei mir zurzeit höchst aktiv. Sprich, ich bin also mal wieder von „ich gönne mir was“ ohne Umschweife zum „mich gehen lassen“ übergegangen. Mir dünkt, dass ich „Ich gönne mir was“ als Konzept, für mich persönlich und im Zusammenhang mit Essen, einfach nicht zulassen kann. Bzw. es eines ist, mit dem ich einfach nicht zurechtkomme und viel zu schnell missbrauche.

Doch woher kommt dieser Zwang mich ständig „füttern“ zu müssen? Ein Zwang der leider auch heute, die Zeit direkt nach der AC-OP war hier eine erfreuliche Ausnahme, immer noch seine präsent hat. Sicher, ich verstehe heute die Mechanismen dahin viel besser und komme natürlich auch viel besser damit zurecht – kleiner Magen sei Dank! – aber für mich (und meinen Kopf) geändert, hat sich da nichts.

Körperlicher Hunger ist es nicht; weil das einfach nicht logisch wäre und ich zum Glück jegliche Illusion darüber verloren habe, mir das erfolgreich einreden zu können – wie ich das einst so gerne gemacht habe.

Ein KH-bedingter Heißhunger? Nun der liegt im Bereich des Möglichen, jetzt wo ich nicht mehr so strikt low carb unterwegs bin.

Ein seelischer Heißhunger ist es ganz bestimmt, ist doch eben einiges los bei mir im Kopf zurzeit.

Und eine dämliche Gewohnheit auf jeden Fall.

Da Kopf sortieren und Pläne konsequent umsetzten, ein sehr langfristig angelegtes Projekt ist und für einen mittel- und kurzfristigeren wohl eher auf

a) wieder für einen gewissen Zeitraum low carb gehen und schauen ob sich was verändert

b) Gewohnheiten verändern

setzten.

Da das mit dem wieder etwas (oder sogar entschieden) low carber gehen, seit dem Urlaub schon läuft, bleibt das Arbeiten mit Gewohnheiten.

Aber ach, ich höre schon wieder die „Stimmen in meinem Kopf“, die sich vehement über eine angebliche Unterversorgung beklagen. Diese verdammten Hormone sind echt eine Plage, gegen die muss man sich erst mal stellen können. Wie also gewöhne ich mir ab, dass ich, wann immer ich glaube, dass ich es brauche oder es vielleicht auch nur brauchen könnte, etwas zu essen?

Es wird wohl an der Zeit meine alten Skills zu diesem Thema auszukramen, zb. Trinken. Wann ich immer ich das Bedürfnis habe mich zu füttern, erst einmal eine gewisse Menge trinken und mir Uhrzeiten setzen, die mir einen Ess-Rhythmus vorgeben, von dem ich weiß (weil ich das schon zigmal ausprobiert habe), dass er für mich passt. Und wenn ich mich wieder, bzw. noch intensiver um ein regelmäßiges Meal-Prepping kümmern würde, zeitweise klappt das schon wirklich gut, wäre auch das ein guter Weg.

Verdammt, muss ich mir wirklich erst 3 Dinge angewöhnen, nur um mir 1 Sache abzugewöhnen? Das riecht doch schon wieder ziemlich nach einer neuen Überforderung, oder? Nun, vielleicht fällt es mir diesmal leichter, weil es sich um Abläufe handelt, die ich bereits für eine gewisse Zeit zur Gewohnheit habe, werden lassen können. Wie so eine Art Ablauf-Gedächtnis, wie es zb. auch ein Muskel-Gedächtnis gibt, das bei der Wiederaufnahme von Training nach einer Pause hilft schnell wieder fit und stark zu werden.

Okay – an dieser Stelle werde ich nun erst einmal abbrechen und mich ein bisschen im Training austoben. Und mich dann einfach mal dabei beobachten, wie der Rest vom Tag verläuft. Vielleicht hat es ja schon etwas gebracht, hier einfach mal etwas von meinem „vollen Kopf“ und ein paar „Geständnisse“ abgelegt zu haben.

PS – ein paar Tage später: Tatsächlich hat besagtes Training richtig gutgetan; ist es nicht fantastisch, dass ich heute so was schreiben kann und es tatsächlich vollkommen ernst meine? Und seit meinem „Snack-Bekenntnis“ läuft es – für den Moment zumindest – wieder besser; wobei es schon spannend ist, dass es dazu lediglich eine Notiz der Tatsache benötigt hat, aber noch nicht mal eine Veröffentlichung (mein Beitrag geht ja heute erst online und ich hätte das ganze Desaster ja auch „unter der Decke“ halten können). Ergo, Lösungsansatz: c) notiere, was du isst (und mach dir ggf. die Öffentlichkeit, als weiteres Druckmittel zu Nutzen).

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