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stabil

  • diet

stabil = robust, solide, gefestigt, sicher, dauerhaft

Ist ihr Gewicht nun ENDLICH stabil? War die Frage meines endokrinolischen Urlaubs-Vertretungsarztes bei meinem Juni-Halbjahres-Termin; wobei ich mir nicht sicher bin, ob nicht auch „meine“ Ärztin, diese oder eine ähnliche Frage gestellt hätte.

Meine (zugegebenermaßen etwas ausweichende, aber zu dem Zeitpunkt korrekte) Antwort: Ich habe mich nicht gewogen, aber meine Hosen passen mir gut. Gedacht habe ich mir allerdings folgendes: Du Arschloch, so was kannst auch nur „du“ – aka Arzt, schlank und passt garantiert immer noch in seinen Konfirmationsanzug – fragen!

Tatsächlich, nachdem ich Anfang des Jahres (mal wieder) ein hoch an Gewicht erlebt habe, inkl. kneifender Hosen, habe ich mich Mitte Juni wieder viel besser gefühlt (ohne ich gewogen zu haben) und mich sehr bequem sitzender Hosen erfreut.

Da ich jedoch befürchtet hatte, in der Praxis auf die Waage gebeten zu werden, wie es hin und wieder geschehen ist, das aber nicht wollte, erschien es mir sinnvoll, das wiederholte bouncen meines Gewichtes nach oben (und unten) schlicht nicht zu erwähnen. Und angesichts der „stabil“-Frage des „schlank und passt garantiert immer noch in seinen Konfirmationsanzug“-Arztes auch absolut sinnvoll, wie ich finde.

Doch natürlich hat mich die Frage, bzw. die Tatsache beschäftigt, dass ich es die letzten 2 Jahre nicht geschafft habe, mein Gewicht stabil zu halten, sondern stets in einem grob geschätzen Bereich von ca. 10 kg +/- (vermutlich ist es sogar mehr) rauf und runter zu schwanken. Insbesondere, da ich aktuell – nach einem zugegebenermaßen emotional und körperlich sehr anstrengendem Sommer und meiner üblichen Strategie der Stressbewältigung, einer Trost- und Entspannungssuche im Essen – erneut über einen Schrank voll kneifender Hosen verfüge.

Ich habe mein Leben lang hören müssen, dass das weder förderlich noch „gesund“ ist. Und grundsätzlich kann ich mir das auch nicht vorstellen. Aber geschafft mein Gewicht stabil zu halten habe ich nie. Ich komme also mal wieder nicht umhin mich zu fragen, ob das an mir liegt oder ob es eben einfach so ist (oder sein kann), dass Ex-morbid adipöser Menschen, wie ich, der sich ihr Leben lang mit Diäten und Abnehmen gequält haben, so viele Jahre Junkfood bevorzugt haben, krank an Darm und Nährstoffen waren und Bewegungsarm gelebt haben, sein Gewicht nicht so einfach stabil halten können, wie es Menschen, die von Natur aus schlank sind, ihr Leben lang sportlich und auch heute noch „in ihren Konfirmationsanzug“ passen gelingt?

Und nein, dass so keine Entschuldigung sein sich immer wieder aufs Essen zu verlegen, wenn mal etwas „dicker“ kommt. Mir ist das bewusst und ich arbeite täglich an mir das zu ändern. Und ich bin stolz darauf, was ich bisher geleistet habe. Aber zu einem Bedauern ist das kein Sprint, den man mal eben mal hinter sich bringt, sondern ein verdammter Marathon. Und wer weiß schon, wie viele Ess-Stressbewältigungs-Szenarien ich noch durchlaufe?

Was also bedeutet für jemanden wie mich „stabiles“ Gewicht? Jemand, der dazu aktuell so „müde“ ist, sich mit Diät, Kalorienzählen und Wiegen zu überprüfen und der auch weiß, dass er damit seine Situation im Moment definitiv nicht verbessert. (Wir erinnern uns, im März diesen Jahres eskalierte mein Essverhalten „mit wiegen“ immer mehr. „Von der Waage“ steigen war für mich zu dem Zeitpunkt die richtige Entscheidung.)

Nicht falsch verstehen, ich denke immer noch, das Diät, Kalorienzählen und Wiegen als Hilfsmittel in der Diät und zur Kontrolle der persönlichen Ziele großartige Hilfsmittel sein können.

Aber ich will im Moment nicht. Ich will eine Balance finden ohne Kalorien zählen zu müssen. Aber vielleicht muss ich da eben mit einer 10 kg +/- Range leben?

Ach ja, was meine Ernährungsstrategien betrifft, so würde ich mich durchaus über einiges mehr an Stabilität freuen. Un-orientiert und kopflos zwischen high carb, low carb, low fat, vegetarisch und vegan, ganz nach Laune hin und her zu triften, mag zwar lustig sein und stets für eine „gute“ Ausrede von Ess-Sünden herhalten, tut mir jedoch gar nicht gut. Aber dazu mehr beim nächsten Mal.

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