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Schwitzen für Fortgeschrittene

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Neulich im Fitnessstudio (jedoch nicht auf sportliche Aktivitäten bezogen, sondern das eigene Körpergewicht), Adipositas-Patient (und zukünftiger Bypass-Träger): Ich schwöre dir, das ist der letzte Sommer, in dem ich so schwitze!

Nun, sagen wir mal so, das habe ich auch mal gehofft. Tatsächlich hat sich herausgestellt, dass die Sommer, auch die sehr heißen, wie 2018, zwar mit 100 kg Körpergewicht sehr viel besser zu ertragen sind, ich aber immer noch genauso schwitze.

Nein halt, das stimmt so nicht. Sagen wir mal so, ich schwitze immer noch, im selben Maße, aber eben doch ganz anders. Doch vor allem ist meine Wahrnehmung vom (meinem eigenen) Schwitzen heute eine andere.

Als stark Übergewichtige fand ich es furchtbar peinlich verschwitzt zu sein. Auch nur das kleinste bisschen Schweiß in Nacken und ich hatte schon das Bedürfnis mich, mehr als sonst, zu verstecken und oder mich mehrfach täglich zu duschen; was im Übrigen nicht geholfen hat, weil Duschen vor allem mit heftigem Nachschwitzen „bestraft“ wurde und damit praktisch sofort wieder ad absurdum geführt hat.

Und selbstverständlich brauchte es auch viel weniger Anstrengung, damit ich geschwitzt habe; was ja nur allzu logisch ist.

Sicher, heute braucht es schon ein bisschen mehr, je nach Temperatur versteht sich, damit ich ins Schwitzen komme. Aber wenn es mal so weit ist, dann schwitze ich durchaus ordentlich. Und an anderen Stellen als früher. Und doch ist mir das heute viel weniger unangenehm.

Es mag daran liegen, dass ich weiß, wenn ich heute schwitze, dass ich etwas dafür geleistet habe, zb. Sport gemacht. Früher habe ich auch ohne „guten“ Grund geschwitzt. Womit neben der Scham, dann auch noch das schlechte Gewissen (also jeder Menge Stress, der einen zusätzlich erhitzenden Körper und damit mehr Schweiß fördert) mitgeschwungen ist.

Und ich habe vor allem am Kopf geschwitzt. Immerzu tropfte mir der Schweiß vom Haaransatz in den Nacken runter, was besonders unangenehm war, wenn man zb. an der Supermarktkasse anstand (und weitere Kunden „im Rücken“ hatte) und lief aus den Haaren über die Wangenknochen. Auch der untere Rücken war schnell feucht; was mich jedoch nicht so sehr belastet hat, weil meine Wahrnehmung mir bestätigt hat, dass dort die allermeisten Menschen und am vorherrschenden Schweißflecken haben.

Außer am Kopf habe ich eigentlich nie so deutlich geschwitzt. Und als nach übermäßigen Schweiß riechend oder gar stinkend habe ich mich auch nie wahrgenommen. Und bekam das auch immer so bestätigt. Wenn ich mir das auch immer eingebildet habe.

In meinem Kopf war also: Übergewichtige schwitzen stark, schwitzen ekelig und stinken. Heute nehme ich mich zwar immer noch, als Übergewichtig wahr (und ich bin es facto ja auch noch), aber nicht mehr als eine von den „Dicken“, die dazu noch ekelig schwitzen. Und dass obwohl mein Schweiß heute mehr riecht (sage ich); vielleicht weil er in der Regel heute mit intensiven körperlichen Anstrengungen verbunden ist?

Aber ich schwitze heute auch an so interessanten Stellen, wie den Knien (nicht Kniekehlen!, sondern Kniescheiben) oder auf den Oberarmen. Am Sonntag beim Aufwärmen vor dem Zumba, ich drehe bei der Gelegenheit gerne immer noch ein paar Extrarunden auf dem Laufband, weil mir, so mein Eindruck, ein „Kaltstart“ stärker auf die Gelenke geht, da hatte ich einen sehr netten Schweißausbruch auf den Oberarm-Außenseiten zu vermelden, ansonsten (noch) keine Schweißtropfen zu sehen waren. Später dann blieben zwar auch meine Haare „trocken“, aber an meinen Händen tropfte das Wasser auf den Boden. Wohlgemerkt, die Außentemperatur im Schatten ging gegen 35 Grad.

Was heute noch nicht minder erstaunlich ist? Ich schwitze längst nicht mehr so stark nach dem Duschen, sondern bin auch im Sommer danach erfrischt. Und ich kann mich problemlos eincremen; früher ein Ding der Unmöglichkeit; ja, meine Haut braucht das sogar.

Ach und noch was: Ich hatte den Sommer nicht eine einzige Entzündung in den Hautfalten. Sicher der Nabel ist gereizt, aber eben nicht entzündet. Und als ich darüber nachgedacht habe, was sich geändert haben könnte, weil ich tatsächlich seit Monaten (also auch schon in den kühleren Zeiten) viel weniger Entzündungen zwischen den Hautfalten habe, ist mir lediglich aufgefallen, dass ich mich seit Anfang des Jahres (von der Resteverwertung bereits geöffneter Duschmittel) mit Seife wasche und nicht mehr mit herkömmlichen flüssigen Duschgels.

Mit letzterem hatte ich immer schon mal meine Problemchen, mit Un-Verträglichkeiten zb. in Form von Hautirritationen, mit (Natur-)Seife jedoch nicht. Von meiner Seite aus gilt es das natürlich weiter zu beobachten, trotzdem denke ich, dass das vielleicht ein Tipp für andere Betroffene sein könnte. Probiert einfach mal aus, wie eure Haut, zb. eure Hautfalten-Problemstellen, auf das Waschen und Duschen mit Seife reagiert. Ich denke jedoch, dass es unumgänglich ist dem Zeit zu geben und den Versuch über einen längeren Zeitraum zu ziehen, um Ergebnisse einschätzen zu können.

Aber zurück ins Fitnessstudio. Meine Antwort: Mach dir keine Hoffnungen, du wirst noch genauso schwitzen! Aber es werden „sexy, schau hin“-Schweißstopfen sein und kein „ekelig, wie die Dicke schwitzt“ – weil das mit dem Schweiß und dem Schwitzen, vor allen ein Problem in deinem Kopf und in deiner Wahrnehmung ist.

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