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Wie auf Wolken laufen

Oder, frei nach Aschenputtel, wie es an dieser Stelle auch heißen könnte:

„rucke di guck, rucke di guck,
Blut ist im Schuck (Schuh):
Der Schuck ist zu klein,
die rechte Braut sitzt noch daheim.“

Der Berg ruft!

Ja sicher, ich habe mir schon so manche blutige Blase gelaufen, wir erinnern uns noch an jenen glorreichen Wanderurlaub in 2016 und ich hätte schon mehr als einmal große Lust gehabt, mir etwas von meiner Schuhgröße 45 abzuhacken, aber wegen eines Prinzen eine solche Sauerei zu machen, das ist dann doch nicht mein Stil.

Zumal mir ersteres nur passiert ist, weil ich zu große Wanderstiefel getragen habe und letzteres, weil ich so gerne mal in ein paar schicke Mädchen-Schuhe hätte passen wollen.

Mit Schuhen und mir ist das also so eine Sache. Und wo mancher Übergewichtige, sich wenigstens auf ein modisches Accessoire stürzen konnte, so war mir auch, dass schon immer verwehrt. Es dürfte also kein Wunder sein, dass ich Schuhe kaufen fast noch ein wenig mehr hasse, als Bekleidung.

Die Folge war, dass ich kaum je passendes Schuhwerk hatte.

Das fing sich erst 2014 zu ändern an. Damals habe ich mir neue Laufschuhe von Asics gekauft und konnte einfach nicht verstehen, warum ich so lange darauf verzichtet hatte solche Schuhe zu tragen. Mein Schuhwerk bestand damals vor allem aus ein paar Birkenstocks.

Anderes habe ich auch nicht gebraucht, für die paar Schritte vom Sofa zum Auto, zum Einkaufen und wieder zurück. Doch von meiner kommenden Adipositas-OP beflügelt und der Hoffnung, mich bald wieder mit meinen Stöcken durch den Wald bewegen zu können, fiel mir die Entscheidung für ein paar Laufschuhe leicht.

Sehr spannend zu beobachten fand ich, dass sich meine Abnahme erst 2 Jahre später, endlich auch auf meine Schuhgröße auswirken sollte. Mehr dazu habe ich hier festgehalten: Die Sache mit „Hand“ und „Fuß“

Nachdem ich wieder soweit mobil war, war es mir wichtig nun auch mit dem Krafttraining wieder anzufangen und auch hier musste ich lernen, dass das richtige Schuhwerk von großer Bedeutung ist. Nicht nur für den Tragekomfort, sondern auch für die Stabilität beim Training.

Zwar tun es fürs Training auch ein paar einfache Chucks, aber seitdem habe ich vor allem spezielle Trainingsschuhe getragen – was ich jedem nur empfehlen kann. Trainierende, die in Laufschuhen Gewichte stemmen sehen zu müssen, ist mir ein echter Graus. Wer einmal den Unterschied kennenlernen durfte, der wird einen solchen Fehler nie wieder machen.

Und dann kam die bereits erwähnte Sachen mit den zu großen gewordenen Wanderschuhen. Und ich habe gelernt, dass der, der „richtig“ Laufen will, auch „richtiges“ Schuhwerk braucht. Seit wir uns viele Kilometer im Jahr laufend fortbewegen, leisten wir uns jedes Jahr neue Laufschuhe.

Rückblickend finde ich es dramatisch, wie lange ich in dem falschen Schuhwerk verharrt habe und wie wenig acht, ich darauf hatte, Schuhwerk nach seinem Zweck zu tragen. Aber warum wundere ich mich auch? Schließlich ist das genau die Art von typischer Vernachlässigung, der ich mich seit Jahrzehnten hingegeben habe und die sich durch mein ganzes Leben zieht.

Deswegen, seid es euch wert und kauft euch die zum Zweck passenden Schuhe!

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