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Kathleen DesMaisons – Potatos not Prozac

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Bevor ich zu Kathleen DesMaisons „Potatos not Prozac“ gegriffen habe, bin ich der Pionierin im Bereich „Food Addiction“ zunächst in vielen anderen Büchern zum Thema begegnet. Besonders interessiert hat mich, dass“ Potatos not Prozac“, nicht nur „Food Addiction“, Heißhunger und ein instabiles Körpergewicht thematisiert, sondern auch Depressionen von zentraler Bedeutung sind. Da ich selber über viele Jahre hinweg „Prozac“ (Fluoxetin) verschrieben und eingenommen habe, war „Potatos not Prozac“ (also statt auf Fluoxetin, lieber auf Kartoffeln zu setzten) zu lesen für mich eine sehr persönliche Reise.

Kathleen DesMaisons - Potatos not Prozac

Kann man Kartoffeln einer Medikamentation von Prozac gleichsetzten? Doch bis zu DesMaisons „Kartoffel-Kur“ ist es gemäß der Autorin ein weiter Weg, dem voran eine Einschätzung zur „Zucker-Empfindlichkeit“ ihrer Patienten steht. Und genau diese Einschätzung hat mich sehr beeindruckt und mich davon überzeugt, dass die Autorin exakt weiß, wovon sie schreibt. Sie erklärt, dass eine simple Frage ihr darauf eine Antwort liefert:

Stell dir vor, du kommst nach Hause und der Duft von frisch gebackenen „Chocolat-Cookies“ aus der Küche erreicht dich bereits, als du gerade zur Tür hereinkommst. Du bist nicht hungrig. Niemand ist zu Hause. Was machst du? Und, hat dich diese Frage lächeln lassen?

Für mich würde es vermutlich nicht beim Inhalieren von einem Cookie bleiben. Ich wäre noch in Schuhen und Jacke in der Küche gestanden, mal schnell eines (oder zehn) „zu probieren“. Vielleicht hätte ich mich auch so lange zurückhalten können, bis ich tatsächlich überprüft hätte, dass mich auch wirklich niemand „beim Probieren“ erwischen würde. Und ja, die Frage hat mich lächeln lassen. Ich konnte bereits beim Lesen der Frage fühlen, wie sich ein verträumtes Lächeln auf meinem Gesicht breit macht; das ist mir jedoch erst klargeworden, als die Autorin mich darauf hinweisen hat. Wie ich finde eine absolut erschreckende Erkenntnis.

Die zweite Frage, die DesMaisons zur Verfestigung einer Zucker-Empfindlichkeits Diagnose nutzt ist folgende:

Als du klein warst und Cornflakes zum Frühstück hattes, hast du die Zerealien um ihretwillen gegessen oder hast du erst die Cornflakes gegessen damit du dann zur süßen gezuckerten Milch kommen konntest?

Auch hier wieder ein eindeutiges „Ja“ von mir. Die schlabbrigen Cornflakes waren für mich immer nur Mittel zum Zweck und müssten zuerst weg, damit ich dann endlich zum „leckeren“ Bodensatz kam.

Einmal abgesehen von DesMaisons „7-Schritte-Programm“, dessen Sinn und Zweck ausführlich und nachvollziehbar beschrieben wird, so hat mir im Buch wegen seiner zielführenden Erklärungen zur menschlichen Biochemie sehr gut gefallen. Ich muss jedoch hinzufügen, dass ich zuvor ein sehr detailliert geschriebenes UND deutschsprachiges Buch über Serotonin, Dopamin und Endorphin gelesen hatte (Dr. Robert Lustigs „Brainwashed“) und es mir womöglich deshalb so einfach gelang ihren „101 in Brain Chemistry“-Erklärungen zu folgen.

Wie die meisten der in den 2000er Food Addiction, bzw. Zuckerfrei-Pläne, so spielt auch in DesMaisons „7 Schritte-Programm“ low carb keine Rolle. Erst seit kurzer Zeit wird für bestimmte „Food Addiction“-Patientengruppen (zumeist stark Übergewichtige oder übergewichtige Typ 2 Diabetiker) auch eine Kohlenhydrat-arme Kost in Betracht gezogen. Für mich musste ich wieder und wieder erkennen, dass ich definitiv zu diesen Patienten gehört. Egal ob „komplex“ oder nicht, ich kann mit Kohlenhydraten einfach nicht gut umgehen, wobei hier auch meine chronische Darmerkrankung mit reinspielt, die ua. Kartoffeln nicht sonderlich gut toleriert.

Unter diesen Voraussetzungen gehe ich davon aus, dass ich „Potatos not Prozac“ vielleicht nie auf die Probe stellen werde, grundsätzlich spricht mich das „7 Schritte-Programm“ von DesMaisons und sein Ablauf jedoch an wie keine anderes, sodass ich damit angefangen an Schritt 1 zu arbeiten: ein Frühstück zu essen, innerhalb einer Stunde nach dem Aufstehen. Eine Aufgabe, die DesMaisons zurecht an den Anfang gestellt hat, wie mir scheint. Ich zumindest habe große Probleme damit. Und es macht auch deutlich, dass Kathleen DesMaisons ihr „7 Schritte-Programm“ auf eine lebenslang ausgelegte Heilungsphase ausgelegt hat.

Ich finde, dass „Potatos not Prozac“ in einem relativ einfach gehaltenen Englisch geschrieben wurde. Aber auch für mich, der bereits einig Erfahrung im Lesen von englischen Originalen hat machen können, bleibt es nicht aus Vokabeln und wissenschaftliche Bezeichnungen nachzuschlagen. Es braucht also eine anfängliche Bereitschaft sich auf fremdsprachige Texte einzulassen. Doch ich kann versichern, dass es mit der Zeit immer einfacher wird und es sich auf jeden Fall lohnt.

Meine Einschätzung zum Buch bezieht sich auf eine Ausgabe aus dem Jahr 2008. „Potatos not Prozac“ liegt aktuell in einer überarbeiteten Version aus dem Jahr 2019 vor.

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