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man muss auch mal loslassen

Minimalismus

… noch ein paar mehr Gedanken zum und um Minimalismus herum.

Als ich letzt, mit einer Freundin das Thema erörtert habe, meinte sie dazu nur: ja, man muss auch mal loslassen.

Auch sie hat in den letzten Monaten einen Weg für sich gefunden loszulassen, und zwar einen guten Teil (und in Zukunft hoffentlich alle davon) ihrer überflüssigen Kilos. Durch das „loslassen“ hat sie übrigens eine gute Portion Selbstwert gefunden, was nur nebenbei erwähnt werden soll, aber faszinierend zu beobachten ist, weil ich das auch an mir selber erfahren habe.

Aber zurück zum Thema. Seit ein paar Wochen beschäftigen mich die Dinge, die mich umgeben, auf ganz besondere Weise. Ich habe es ja schon in Therapeutische Minimal-Bevorratung ein wenig thematisiert.

Und noch immer bin ich ziemlich begeistert davon, dass ich den Roten Faden dahinter für mich erkannt habe. Was mich – in meinem Bestreben, meinen Kopf zu klären, aka meine psychischen Stolpersteine so aufzuarbeiten, dass ich damit im Einklang leben kann – ein ganzes Stück weiter nach vorne katapultiert hat und mir meine nächste Aufgabe, nämlich daran zu arbeiten Essen und Lebensmittel „loszulassen“, in einer wunderbaren Klarheit vor Augen geführt hat.

Doch dann saß ich eines Morgens auf der Bettkante und habe gedankenverloren auf meinen Kleiderschrank gestarrt, dessen eine Schiebetür offen stand. Und während ich mich noch innerlich darüber mokiert habe, dass mein Mann immer diese blöde Schiebetür offen stehen lässt und mich damit zwingt, das Chaos im Inneren wahrnehmen zu müssen, wurde mir klar, dass das mit dem viel zu kleinen Schrank, bzw. seinem Inhalt, nicht so weiter gehen kann. Dass mich das viele Gerümpel auf den Wandharken stört, der Rad-Ergometer, der mir zwar einst gute Dienste geleistet hat, ich jedoch heute den im Studio benutze, die Bücherregale, in denen Bücher verstauben, die ich (vermutlich) eh nie mehr lese und die den Raum kleiner machen. Und überhaupt das Bett, vornehmlich die Matratze und der Lattenrost, das doch sehr unter seiner einstigen Last gelitten hat und endlich einmal ersetzt werden müssen.

Dass ich mich nicht längst um einen größeren Kleiderschrank bemüht habe oder ein neues besseres Bett, mir die Gedanken aber nun mit aller Macht in den Kopf schießen, erkläre ich mir damit, dass es nun wohl an der Zeit ist, neben dem „loslassen“ von Lebensmittel und vielen anderen Dingen, mich auch von ein paar längst überfälligen Denkmuster zu befreien.

Und ich finde, dieser hier muss als aller erstes weg: weil ich nicht so bin, wie ich sein sollte, bin ich es nicht wert, bzw. steht es mir nicht zu, dass zu haben was ich will, sondern nur – wenn überhaupt – ein (einfacher) Ersatz davon.

Nur weil mir eine frühkindliche Erfahrung beigebracht hat, dass ich nicht so war/bin, wie ich sein sollte, erlaube ich mir nicht so viel Kleiderschrank zu haben, wie ich will? Hallo! Das geht ja mal gar nicht. Auch wenn es grundsätzlich nicht im Sinne des Erfinders vom „minimal“ und „loslassen“ ist, sich „mehr“ Kleiderschrankplatz zuzulegen, ergibt es doch durchaus Sinn, wenn man es aus diesem Blickwinkel betrachtet.

„weil ich nicht so bin, wie ich sein sollte, bin ich es nicht wert“ – loslassen.

Vom ewig offenstehenden Schiebtüren-Schrank, zum offenen begehbaren Kleiderschrank.
Vom gestopften Chaos, zur wohltuenden Ordnung.
Vielleicht für den Moment noch nicht minimalistisch,
aber trotzdem losgelassen wohltuend und mit viel Potential zum ersteren.

Und tatsächlich, nun wo ich ein neues Bett bestellt und zwei weitere Schrankelemente den zwei vorhandenen hinzugefügt habe und beim bevorstehenden Sperrmüll auch noch die Bücherregale rausfliegen, fühlt sich das alles auf eine wahnsinnig befreiende Art gut an.

Auch weil mir in diesem Zuge klar geworden ist, dass ich nun auch meine Bücher loslassen kann. Was mich ins Wohnzimmer bringt, in dem nämlich noch viel mehr Bücher stehen. Bücher, von denen ich mir nun endlich auch sicher bin, dass ich sie loslassen kann. Und im Übrigen auch noch einiges andere.

Interessant dabei ist, dass ich mir noch vor ein paar Wochen überlegt hatte, dass ich durchaus bereit wäre, die Bücher zunächst einmal im Keller einzulagern, einfach, weil ich mich noch nicht dazu entschließen konnte, sie gänzlich loszulassen. Doch die letzten Tage haben mir klar gemacht, dass ich heute damit schon weiter bin.

Und, ich überlege mir gerade (!?!), angesichts meiner Aussage von eben, dass es doch schon erstaunlich ist, dass ich mir tatsächlich irgendwann einmal so viele Bücher zugestanden habe. Aber oh weh, wenn ich jetzt so näher darüber nachdenke, dann habe ich doch so einige der Bücher mit einem verdammt schlechten Gewissen gekauft und manche davon sogar „heimlich“, abgezwackt vom Haushaltsgeld und bar bezahlt, damit es nicht so offensichtlich war. Gerade so, wie ich früher alles Taschengeld in Süßigkeiten angelegt habe und versucht diese heimlich zu essen, inkl. einer sorgfältigen Entsorgung der Beweise, in den Mülleimer vom Haus neben an … Und was das über mich und Konsumsucht, bzw. meine krankhafte Vorratshaltung bedeutet, möchte ich hier gar nicht so genau beleuchten. Ein andermal vielleicht.

So ist zu der „Therapeutische Minimal-Bevorratung“, die letzten Tage noch „man muss auch mal (Denkmuster) loslassen“ hinzugekommen. Und ehrlicherweise bin ich schon ein wenig aufgeregt, zu erfahren, wohin mich „Minimal“ und „loslassen“ als nächste führt.

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Auf jeden Fall möchte ich als Nächstes dieses Werk lesen. Es hat zwar nicht unbedingt mit „Minimal“, aber doch sehr wahrscheinlich mit „loslassen“ zu tun. Und ich habe da so eine Ahnung, dass ich dem Buch evtl. weitere spannende Denkanstöße verdanken kann. Und wenn nicht, dann werde ich es nicht irgendwo horten, sondern mich darum bemühen, dass es jemand anders glücklich macht. Ja, man muss eben auch mal loslassen können.

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