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Weniger ist mehr. Decluttering – clearing out of materials (and things)

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Es gibt Dinge, die brauche ich einfach nicht in meinem Leben. Starkes Übergewicht; nach Zahlen bin ich ja immer noch übergewichtig, also beziehe ich mich an dieser Stelle auf deutliches Übergewicht. Aber auch ein Gedeck mit 16 Tellern, im Keller mehere Kisten mit Deko-Gerümpel, Verstaubte, und seit 40 Jahren im Keller verpackte Erinnerungen, 6 Koffer oder 1000 Bücher in Regal (wenn doch nur ca. 20 davon echte Lieblingsbücher sind). Auch einen übervollen Lebensmittelschrank kann ich einfach nicht gebrauchen.

Zumindest habe ich für mich festgestellt, dass mich dieser in doppelter Hinsicht schwer zu belasten scheint. Lebensmittelbevorratung, also die Sorte, die neben einem kleinen back up, noch 2 weitere Nachfüllpakete bereithält, inkl. solcher Vorräte, die mir eigentlich gar nicht schmecken, die ich aber irgendwann einmal „zum Ausprobieren“ gekauft habe – und das natürlich in dreifacher Ausfertigung, nur damit ja nichts ausgeht und immer alles da ist – verstopft nicht nur nötigen und anderweitig viel sinnvoller zu nutzenden Stauraum und drücken mir damit aufs Gemüt (weil so einfach keine wohltuende Ordnung möglich ist), sondern auch aufs Gewicht. Denn he, ist doch genug da, also rein damit. Schließlich habe ich genau dafür gesorgt – ein echter Teufelskreis!

Doch wenn nicht alles im Übermaß da ist, dann kann ich auch nicht im Übermaß essen, bzw. esse ich nicht im Übermaß.

Was treibt mich also an alles im Übermaß vorrätig zu halten? Das kann doch nur meine Angst sein, Leere – egal worin sie besteht – auszuhalten. Ich gehöre nicht zur „Kriegsgeneration“ und ich habe nie gehungert (außer in eigen inszenierten Diäten). Ich habe mich bevorratet, damit meine „Komfortzone“ (mein starkes Übergewicht) ja auch nie der Gefahr läuft zu schwinden. Deswegen habe ich mir überlegt, genau dort anzusetzen. Und der Grund woher und warum ist mir eigentlich auch egal. Fakt ist: ich habe für mich beschlossen, dass das aufhören muss.

Mir ist klar geworden, dass ich mich nach einem anderen Umgang mit den „Dingen“ sehne, dass ich Wertschätzung und Achtsamkeit er-leben lernen möchte. Ob das nun Kleidung, Bücher, Möbel, Lebensmittel oder mich selber betrifft.

Ich war weder achtsam, noch habe ich mich je wertgeschätzt. Und es ist verdammt hart daran zu arbeiten. Aber es wird eindeutig Zeit, das zu tun.

Im Moment hilft es mir dabei meine Dinge auszumisten und auszusortieren. In den letzten Wochen habe ich nahezu jedes Ding in meinem Leben in die Hand genommen und mich (nach der Konmari-Methode) gefragt, ob es mir nützlich ist oder ob es mich glücklich macht.

Das war nicht nur körperliche Arbeit, sondern vor allem seelisch sehr anstrengend. Entscheidungen fällen, darauf vertrauen, dass es die richtige ist (hier haben wir wieder die fehlende Wertschätzung, meiner selbst, bzw. meiner eignen Meinung), ohne Reue und schlechtes Gewissen aussortieren und erkennen, was man da all die Jahre gehamstert hat, ist erschreckend und schlaucht.

Doch so langsam aber sicher, fühlt es sich für mich „richtig“ an. Und ich erkenne mehr und mehr, dass das erst eine Übungsrunde war. Eine Übungsrunde, die mich hat erkennen lassen, dass meine Grenzen viel weiter gesteckt sind, als ich dachte. Und das ich mehr, bzw. „weniger“ für „mehr“ möchte – und keine Angst davor zu haben brauche.

Spannend war, dass ich einmal mehr an mir beobachten konnte, wie die mentale Erschöpfung zu mehr essen greifen lässt. Emotionale „Löcher“ muss ich immer noch mit Essen stopfen. Ich kann sie nach wie vor nicht „aushalten“. Doch ich versuche nun damit zu leben und mich darauf einzurichten, anstelle sie mit allen Mitteln, verzweifelt aufzuhalten versuchen. Und damit feiere ich im Moment gute Erfolge.

Thema Waage, bzw. meine selbstauferlegt Abstinenz von selbiger.

Ich war die Woche zu meinem halbjährlichen Blutuntersuchungs-Termin bei der Endokrinologin. Und ich weiß nie, ob sie mich diesmal auf die Waage stellt oder nicht. Ich weiß, dass die Zahl auf der Waage zu ihrer Diagnose gehört. Es gehört zu ihrem Job Daten über mich zu sammeln. Und ich könnte ja auch einfach nicht auf die Zahl auf der Waage schauen, bzw. mit andersherum darauf stellen und zusätzlich darum bitten, dass man mir die Zahl auf der Waage nicht sagt.

Doch allein die Option, dass man mich evtl. wiegen könnte und ich verführt sein könnte auf die Zahl zu schauen, hat bei mir den Tag zuvor einen „gefühlt“ mittelschweren Fressanfall ausgelöst. Das ist furchtbar. Aber ich komme einfach nicht gegen an. Immerhin hat mir der tolerante Umgang der Situation, in dem ich mich seit einer Weile bei derartigen Gelegenheiten übe, soweit geholfen, dass ich Gewissenstechnisch den Tag überstanden unbeschadet habe.

Leere, Löcher, Probleme, Stress – aushalten. Dabei hilft mir das Ausmisten und Aussortieren. Mich mit „weniger“ zu entlasten, aber dafür mit Dingen, die es mir „wert“ sind – ein neuer und sehr spannender Gedanke für mich. Und ich habe das Gefühl, dass er mich an eine der Wurzeln führen könnte, an der mein starkes Übergewicht einst gewachsen ist.

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