[Status quo] Mitte Oktober 2016, 2 Jahre, 4 Monate nach OP
Mein letzter Status Quo ist nun schon eine Weile her. Und auch wenn aktuell eigentlich kein Anlass besteht, weil nichts zu berichten ist, so kann doch so ein kleiner Überblick im Tagebuch ganz nützlich. Wer weiß schon, wann man mal wieder eine Motivation dieser Art gebrauchen kann?
Medizinisch
Erfreulicherweise ist in dieser Hinsicht im Moment überhaupt nichts zu berichten. Nach 20 Jahren regelmäßiger Medikamenteneinnahme genieße ich im Moment die eine unglaubliche Freiheit, keine Rezepte mehr zu benötigen. Mein Hausarzt ist also zurzeit reiner Überweisungs-Aussteller für mich und auch in dieser Hinsicht irgendwie unterfordert: 1x Hautarzt (war jetzt im Oktober) und 1x Endokrinologie (im Dezember).
Beide Überweisungen führen mich auch zu keiner Untersuchungen mit Krankheitsbild, sondern sind halbjährliche Blut-Kontrolle und Vorstellung, „um in Behandlung zu sein“. Der aufregendste medizinische Termin, die letzte Zeit, war der beim Zahnarzt, aber auch nur, weil in dieser Hinsicht mit der Kontrolle so lange geschlampert habe.
Ich bin also zurzeit herrlich beschwerdefrei! Naja, bis auf die Venenentzündung am Oberschenkel. Aber die ist abgeklärt und macht mir auch nicht wirklich Probleme.
Essentechnisch
Nachdem mein „Fettlogik Experiment“ über den Sommer so richtig gut gelaufen ist, bin ich zurzeit in Sachen Diät ein wenig schlampig. Allerdings zähle ich weiterhin Kalorien und achte darauf im Kaloriendefizit zu bleiben, wenn das auch an manchen Tagen sehr klein ist. Und weil ich es etwas lockerer sehe, hat sich natürlich auch wieder ein wenig das Zwischenrein-Naschen eingeschlichen, hier ein Nüsschen, da eine Scheibe getrockneten Apfelring, hier ein Löffel Oats Pudding. Keine Frage, so toll finde ich das natürlich nicht. Aber zurzeit habe ich nur wenig Antrieb dagegen anzugehen. So hoffe ich, dass ich das mit auf „voller Kraft trainieren“, wieder rausholen kann.
Über meine Schlauchmagen-Essensmenge mache ich zwar immer wieder mal Gedanken, „passt schon zu viel?“, „sollte ich weniger essen?“, doch ich denke, dass geht jedem Adipositas Chirurgie-Patienten so. Nach einem kurzen Anflug von Unsicherheit, stellt sich dann doch wieder schnell Sicherheit ein, die ich aus dem Wissen ziehe, dass meine Kalorienaufnahme zu meinem Gewicht/Abnahme passt.
Ja, es wäre immer noch toll, wenn ich es schaffen würde etwas langsamer zu essen und meine Kalorien Achtsamer genießen könnte. Aber dazu bin ich nach wie vor einfach nicht im Stande, alte Gewohnheit sitzen wohl tief. So funktioniert das mal einen Tag, aber am anderen ist es dann schon wieder vergessen.
Sportlich
Auch wenn sich manchmal im hohen Kaloriendefizit die Kraft nicht einstellen will und die Regeneration schleppend verläuft, die Motivation ist da. Ich liebe es ins Studio zu gehen und mich an den Gewichten zu messen und ja, ich genieße es heute sogar mit dem Rad Gas zu geben oder mich an den Hügeln zu erproben, die mir früher endlos quälend erschienen sind.
Mit jedem Kilo, das ich leichter werde, wird Bewegung mehr und mehr zur Notwendigkeit und ziehe ich mehr und mehr Freude daraus – und das ist so fantastisch. Wenn ich mich an die Quälerei mit 150, 180 oder 200 kg Körpergewicht zurückdenke, dann hätte ich mir nie vorstellen können, was für ein Vergnügen es ist sich mit 90 kg zu bewegen. Was wird dann wohl sein, wenn ich nur noch einen 70 kg Körper in Schwung bringen muss?
Status Quo
Mir geht es so unverschämt gut, dass ich mich manchmal frage, wann die Strafe dafür kommt. Dabei ist es dumm so etwas zu denken, von wegen selbsterfüllende Prophezeiung und so. Aber auch hier, so denke ich, kann man alte Erfahrungen, die sich so tief in die Persönlichkeit eingegraben haben, nur schwer abschütteln.
Aktueller Wiegetag: 19. Oktober 2016 = 87,6 kg (Start: 192,6 kg /Jan 2014)