skip to Main Content

Von den Hürden mehr Protein zu essen.

Bis Anfang 2014 gab es für mich nur einen Makronährstoff, den es zu beachten galt, nämlich Fett. Und so war auch das Wissen um eine fettarme Ernährung, so ziemlich das einzige, was ich aus meiner langen Diäterfahrung mitgenommen hatte. Erst als ich anfing die Kohlenhydrate in meiner Ernährung zu hinterfragen und zu schauen was dann noch übrigbleibt, erhielt das Fett eine andere Bedeutung, vor allem aber entdeckte ich das Protein. Hier habe ich meine damaligen Gedanken dazu festgehalten: Die Entdeckung des Proteins

Der Makronährstoff Protein also nahm in der Vorbereitung zu meiner Adipositas-OP endlich die Rolle an, die ihm zustand. Zum Update des Artikels 2015 stand es nach wie vor hoch im Kurs bei mir, doch im Laufe der Zeit, siehe dazu (Feb. 2017) Soja ist das neue Fleisch?, ist es dann in Vergessenheit geraten, um von mir Ende 2019/Anfang 2020 endlich wieder aus der Versenkung geholt zu werden.

Und das wurde höchste Zeit. Denn mein Ausflug ins vegane und high carbe Lager – wobei ich auch zugeben muss, dass der „Pudding-Veganer“-Anteil, also veganes convenience food in meiner Ernährung durchaus etwas höher war, als gut für mich – hat mir nach 2 Jahren und 20 kg Zunahme eine Körperkomposition beschert, die schwammiger geworden ist, als sie je war.

Besonders auffällig ist das an den Veränderungen meiner überschüssigen Hautlappen zu beobachten; nicht schön. Doch solche Veränderung in der Körperkomposition konnte ich auch schon bei anderen Adipositas-OP-Patienten sehen können. Solchen, die nach der OP abgenommen, wieder zugenommen und erneut abgenommen haben.

Interessant, sind dabei die Fälle, die nach einer wiederholten Abnahme erneut ihr Tiefstgewicht erreicht haben und deren Bekleidung, die nach der Abnahme nach OP gut saß, nun immer noch zu eng ist. Natürlich spielen hier einige Faktoren eine Rolle, doch wie ich gelernt habe, ist eine davon das Protein. Denn schaut man genauer hin, wird oft deutlich, wohin sich (nämlich in eine Proteinarme Richtung) die Ernährung der Patienten (bei der zweiten Abnahme) verändert hat.

Frühstücksteller (Beispiele aus dem Juli 2020):
Eier-Spiegelei, Speck, Käse / Eier-Mascarpone-Pfannkuchen

Von den Hürden mehr Protein zu essen.
Von den Hürden mehr Protein zu essen.

Als ich Anfang des Jahres 2020 meinen täglichen Protein-Intake grob errechnet habe, bin ich gerade mal auf 60 g Protein gekommen und damals habe ich mich schon wieder low carb ernährt; ich möchte nicht wissen, wie die Daten ein halbes Jahr vorher ausgesehen haben. Meine Erfahrungen in der Umstellungsphase habe ich in diesem Eintrag festgehalten: [ZUKI – 12 Wochen 2/12] Protein Desaster

Seitdem bemühe ich mich darum meinen täglichen Protein-Intake zu optimieren und Protein den Vorzug auf meinem Teller zu geben; so wie ich es einst nach OP gelernt habe.

Um dabei auch den Ernährungs-Empfehlungen der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) Rechnung zu tragen (Stichwort: 3E stärken) habe ich – notgedrungen, ein Gruß von meinem Schlauchmagen – meinen hohen Gemüse-Anteil von meinem Teller gestrichen und Eiern und Fleisch, Geflügel und Fisch bevorzugt Platz eingeräumt.

Es war (und ist) ein Kampf, so programmiert bin ich darauf Gemüse den Vorzug zu geben. Fest installierte Glaubenssätze in meinem Kopf sagen mir, dass Gemüse gesund, kalorienarm, vitamin- und ballaststoffreich ist. Grundsätzlich möchte ich dem auch nicht widersprechen, zumal ich Gemüse wirklich gerne esse. Das Problem dabei, ich bin mit einer Gemüse-basierten Ernährung einfach nie satt geworden. Voll ja, aber nicht satt. Und meine Verdauung funktionierte unter den vielen Ballaststoffen auf nicht gerade optimal; aber das habe ich erst erkannt, als ich sie aus meiner Ernährung raushielt.

Heute bemühe ich mich wieder um eine gut portionierte Proteinquelle auf meinem Teller. Etwas Gemüse darf es natürlich auch sein, aber in der Regel ist es eher zu einer dekorativen Beilage geworden. Und obwohl ich zurzeit immer noch auf Whey und Produkte, wie Hüttenkäse zurückgreifen muss, schaffe ich es mittlerweile auf ein tägliches Protein von etwa über 100 g zu kommen. Der Fett-Anteil in meiner Ernährung liegt übrigens auch in diesem Bereich und die Kohlenhydrate liegen deutlich unter 50 g pro Tag. Und mir geht es deutlich besser.

Lange Rede, kurzer Sinn: und die Moral von der Geschicht‘, verzichte auf dein Protein nicht!

Anmerkung zur Vervollständigung: pflanzliche Proteinquellen, zb. aus Hülsenfrüchte, sind für mich als chronisch Darm-Erkrankter Patient ein no-go.

Back To Top