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Wieder Diät?

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Soll ich wieder Diät (im Sinne von geplanter Kalorienreduktion und/oder gezielter Ernährungsumstellung, zb. low carb, für einen bestimmten Zeitraum) machen?

Sicher, zurück zum low carb zu gehen, dürfte das ein oder andere kleinere Problem, mit Haut, Verdauung oder unerwünschten Gelüsten auf Süßes regulieren. Und weniger Kalorien zu essen würde sich vermutlich auch positiv auf mein Wohlbefinden, insbesondere die Verdauung betreffend und meine Protein-Aufnahme, auswirken; so zumindest meine Erfahrung in der Vergangenheit.

Und doch gibt es, da zurzeit auch vieles was ich sehr genieße und mir auf seine Weise ebenfalls sehr gut tut, wie zb. mein morgendlicher Hafer-Zucchini-Porridge.

Das mögen nur vorgeschobene Gründe und Details sein, doch sie sind eben da und so deutlich präsent, dass sie alles andere in den Hintergrund verschieben.

Motivation der Woche

Als ob das Echo meiner Gedanken in meinen Mitmenschen widerhallen würde, so sprach mich jüngst eine der älteren Damen in meinem Fitnessstudio darauf hin an. Sie wäre immer schlank gewesen, zu schlank sogar, sodass ihre Figur immer wieder für Besorgnis bei ihr, Familie, Freunden und Ärzten gesorgt hat. Doch mit dem Alter wäre nun eine komfortable Schicht Speck am Bauch und den Hüften dazugekommen, und zwar derart die sich nicht mehr so einfach, mit einer Mahlzeit weniger, regulieren lassen würde, wie es früher einmal der Fall war.

Nun sei es aber so, dass sie sich im Grunde wohlfühle, ihr Leben und ihre Ernährung genießen würde und aktuell keine gesundheitlichen Einschränken verspüre und selbst auf der Waage lediglich als tendenziell leicht übergewichtig gelte. (Auch ich würde sie nicht als Übergewichtig einstufen, sondern als vollkommen normal).

Sicher, mit ihrem Aussehen wäre sie nicht so glücklich, aber scheinbar doch zufrieden genug, als dass sie etwas an ihrer Situation ändern wolle. Warum sich also die Einschränkungen einer Diät auferlegen, nur um dann womöglich das Gewicht am Ende nicht halten zu können und wieder zuzunehmen?

Nun ist die Geschichte besagter Frau eine komplett andere als meine. Als Ehemalige stark übergewichtige, so habe ich für mich gelernt, nehme ich viel schneller, leichter und viel heftiger wieder zu, wenn ich nicht strikt auf meine Ernährung achte und mich dauerhaft diszipliniere. Und doch stelle sich für mich dieselbe Frage: Warum sich schon wieder die Einschränkungen einer Diät auferlegen, wo es mir doch zurzeit sehr gut geht. Sicher auch ich vermisse mein schlankeres Ich, der letzten Jahre, doch die Regeln, die ich mir dazu auferlegen müsste fehlen mir überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, ich genieße, was ich zurzeit habe. Erneut gefülltere Speckrollen hin oder her.

Weder sie, noch ich, hören zurzeit den berühmten „Klick im Kopf“; eine Umschreibung, die ich nach wie vor nicht mag, weil es zwar das Richtige meint, aber etwas anderes suggeriert. Als müsste man einfach nur warten, dass man mit einem Klick von dick auf dünn schalten kann; eine Hoffnung übrigens, an die ich mich – un-aufgeklärt und verzweifelt – lange geklammert habe.

Heute weiß ich, dass es uns schlicht an einer definierten und starken Zielsetzung fehlt, dem „Warum“. Ohne ein für uns nachvollziehbares warum, wird unser aller Wunsch – nach einer schlankeren Figur – schon im Ansatz (oder im darauffolgenden Verlauf, vermutlich sogar in einem Frühstadium davon) scheitern. Egal, wie viel Wille, Wunsch und Disziplin ich an den Tag lege; wobei diese natürlich auch ein wichtiger Bestandteil sind. Aber eben nur einer davon.

Ich finde das faszinierend und erschrecken und ich habe das lange nicht verstehen wollen. Ich dachte, dass ein Wunschtraum, wenn ich ihn nur intensiv genug träume, stark genug sein wird, mich alles tun zu lassen.

Oh, ich glaube noch immer gerne daran, dass ich meine Wünsche auch vom Universum erfüllt bekomme, schon allein deswegen, weil es so eine naiv-romantische, wundervoll kindlich-leichte Sichtweise ist, aber ich weiß heute für mich, dass die Funktionsweise hinter der Vorstellung eine andere sein muss, damit das auch so klappt. Genauso wie ich heute verstehe, dass ein Beweggrund eine starke, überzeugende und nachvollziehbare Basis benötigt.

Und wenn ich mich aktuell in diesem Moment frage: Warum soll ich mich erneut eine Diät auferlegen? und mir kein Grund dafür einfällt, als ein wenig schwächliches Gejammere, über Bekleidung (die mir mit Gewichtstiefstand schon ein wenig eng saß und die ich nie an hatte), die mir nicht mehr passt und einigen Fett-Pölsterchen mehr (in den Hautfalten, die mich seit meiner Abnahme begleiten und die ohne OP eh nicht wieder loswerde), dann kann mich das wohl kaum davon überzeugen 1000 Kalorien am Tag einzusparen.

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